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  • Jet Profit ist ein anderes Wort für einen Überschuss an Wert, der dann am Markt veräußert wird. Maschinen können aber keinen Überschuss an Wert produzieren. Die Annahme im Podcast war, dass Maschinen Profit (Überschuss an Wert) erzeugen könnten. Das ist auch die Annahme von allen, die denken, dass irgendwann Maschinen alle unsere Jobs übernehmen. Da Maschinen aber keinen Profit erzeugen können, bedeutet das, dass es keine Wirtschaft wäre, die man als Kapitalismus bezeichnen könnte, weil kein Profit mehr gemacht wird.


    Bei Marx gibt es auch den Fall der Profitrate. Je mehr Arbeit automatisiert ist, umso weniger Profit kann erzeugt werden, weil die Profitrate m/(c+v) fällt, wenn c, das konstante Kapital (Maschinen und Co.) steigt.


    Ich hoffe das war verständlich. Wenn nicht, frag halt nochmal. Die Details habe ich schon in den oberen posts geschrieben. Vielleicht hilft es, ein bisschen die Arbeitswerttheorie von Marx, deren Anhänger ich bin, zu kennen.

  • Der Begriff Entropie fehlt noch. Das System Erde hat durch Sonnenstrahlung eine permanente Energiezufuhr. Und Energie kann man in Entropieverringerung umwandeln. Stichwort Recycling. Oder Gewässer- und Luftreinigung. Biochemische Prozesse machen das ja schon.


    Gibt's eigentlich ein Grundrecht auf Handyloses Leben?

  • Der Begriff Entropie fehlt noch. Das System Erde hat durch Sonnenstrahlung eine permanente Energiezufuhr. Und Energie kann man in Entropieverringerung umwandeln. Stichwort Recycling. Oder Gewässer- und Luftreinigung. Biochemische Prozesse machen das ja schon.


    Gibt's eigentlich ein Grundrecht auf Handyloses Leben?

    Entropiesteigerung bzw. Energiezufuhr bzw. Wertzufuhr wäre hier die Arbeit eines Menschen. Die Sonne versorgt die Erde eben gerade nicht bis in alle Ewigkeit mit Energie, weil die Sonne irgendwann sich selbst zerstört. Bis in alle Ewigkeit ist obviously unmöglich. Man kann keine Maschine bauen, die sich bis in alle Ewigkeit selbst repariert. Was ist daran so schwer zu verstehen? Beim Recycling hast du auch einen Energieverlust. Du kannst nicht recyclen und hast dann mehr Energie als vorher (außer du fügst selbst Energie hinzu).

    Wenn du nicht verstanden hast, was ich geschrieben habe, dann brauchst du nicht antworten oder frag wenigstens nach 🤦‍♂️🤦‍♂️

  • Wo hab ich was von Ewigkeit geschrieben?

    [...] Beim Recycling hast du auch einen Energieverlust. Du kannst nicht recyclen und hast dann mehr Energie als vorher (außer du fügst selbst Energie hinzu).

    [...]

    Ja, genau das hab ich geschrieben: Energie einsetzen um die Entropie kleiner zu machen.

  • Haben wir ein Seriositäts-Ranking der Virologen? Spannend, erzähl mir mehr darüber! ;)

    .-)

    Hast ja Recht; ist mein inneres Ranking. Er ist mir halt suspekt, seit er sich mit Kai Diekmann eingelassen hat.

    Ernstgemeinte Frage zur Herdenimmunität:

    Wäre die eigentlich möglich, falls gegen das Virus keine Dauerhafte Immunität erlangt werden kann?

  • Assessing the influence of climate on futurewintertime SARS-CoV-2 outbreaks


    Hir ladet ihr das PDF dirckt herunter.



  • Ernstgemeinte Frage zur Herdenimmunität:

    Wäre die eigentlich möglich, falls gegen das Virus keine Dauerhafte Immunität erlangt werden kann?

    Gegenfrage: Was verstehst du unter „dauerhafter Immunität“ im Kontext eines saisonalen Erregers, der sich „dauernd“ verändert?


    Fragen wir doch mal jemanden, der sich mit so was auskennt:

    Speaking to local media, Dr Anders Tegnell, the architect of Sweden's controversial strategy, claimed that the population of Stockholm - the epicentre of the country's outbreak - could achieve 'herd immunity' as early as next month.

    Dr Tegnell said: 'According to our modellers [at the Public Health Agency of Sweden], we are starting to see so many immune people in the population in Stockholm that it is starting to have an effect on the spread of the infection.

    Er sprach‘s und distanzierte sich dann doch (ähnlich wie Streeck) von dem Begriff:

    Zugleich betonte er, dass sein Vorgehen keinesfalls Herdenimmunität aktiv anstrebe: “We believe herd immunity will of course help us in the long run … but it’s not like we are actively trying to achieve it as has been made out (by the press and some scientists). If we wanted to achieve herd immunity we would have done nothing and let coronavirus run rampant through society.[14]

    Hier wird klar, warum das Konzept der „Herdenimmunität“ inzwischen so kritisch gesehen wird: Zu Unrecht wird oft implizit, dass damit das Virus einfach ungehindert „laufen gelassen“ werde. Fälschlicherweise, denn in Wahrheit beschreibt der Begriff nicht einen Vorgang, sondern ein Ziel (siehe mein vorheriger Beitrag). Der Vorgang selber kann dabei durchaus gebremst ablaufen. Auch Tegnell und seine Schweden hatten ihre Maßnahmen, um die unkontrollierte Verbreitung des Virus zu verhindern.


    Das Beispiel Schwedens beantwortet dann vielleicht auch deine Frage:



    Natürlich haben auch die Schweden einen saisonal bedingten Anstieg zu verzeichnen, aber zumindest im Vergleich zu anderen Ländern mit offenbar weniger fortgeschrittener Herdenimmunität sieht es nicht ganz schlecht aus, wie die Schweden aktuell dastehen. Aus der heutigen Tagesschau:

    Sowohl was die Steilheit des Anstiegs, als auch die Zahlen (absolut sowie relativ zur Bevölkerungszahl) angeht, liegen die Schweden niedriger. Ich denke, die sind nahe dran an der Herdenimmunität. Soweit das bei einem mutierenden Virus eben geht...

  • Sowohl was die Steilheit des Anstiegs, als auch die Zahlen (absolut sowie relativ zur Bevölkerungszahl) angeht, liegen die Schweden niedriger. Ich denke, die sind nahe dran an der Herdenimmunität. Soweit das bei einem mutierenden Virus eben g

    Danke für die ausführliche Antwort. Wir werden sehen, wie es weitergeht.

    Nicht vernachlässigen sollte man aber die hohen Sterberaten unter Heimbewohnern in Schweden. Wenn ich es richtig verstanden habe, gibt es dort einen (unausgesprochenen?) Konsens, sehr alte Menschen nicht intensivmedizinisch zu behandeln.

    Boris Johnsons Berater Dominic Cummings vertrat in der Frühphase der Pandemie einen Ansatz der dem „einfach laufenlassen“ recht nahekam. Die Ergebnisse sind erschütternd. Diese Umstände tragen sicher auch zum schlechten Image des Begriffes bei.

  • Nicht vernachlässigen sollte man aber die hohen Sterberaten unter Heimbewohnern in Schweden. Wenn ich es richtig verstanden habe, gibt es dort einen (unausgesprochenen?) Konsens, sehr alte Menschen nicht intensivmedizinisch zu behandeln.

    Über diesen Konsens weiß ich zwar nichts, es kann aber durchaus sein, dass es den in irgendeiner Form gibt. Hierzulande trat im April ein Palliativmediziner an die Öffentlichkeit und hat die seiner Ansicht nach zu starke Ausrichtung auf eine intensivmedizinische Behandlung alter Menschen kritisiert:

    Womit ich eigentlich nur sagen will, dass ich den Konsens, von dem du schreibst, für möglich halte und dass es durchaus gute Gründe, auch ethisch- moralische, dafür geben mag.

  • Über diesen Konsens weiß ich zwar nichts, es kann aber durchaus sein, dass es den in irgendeiner Form gibt. Hierzulande trat im April ein Palliativmediziner an die Öffentlichkeit und hat die seiner Ansicht nach zu starke Ausrichtung auf eine intensivmedizinische Behandlung alter Menschen kritisiert:

    Womit ich eigentlich nur sagen will, dass ich den Konsens, von dem du schreibst, für möglich halte und dass es durchaus gute Gründe, auch ethisch- moralische, dafür geben mag.

    Ethisch nicht vertretbar finde ich, solche Entscheidungen pauschal am Alter festzumachen. Menschen einer gleichen Altersgruppe können in sehr unterschiedlichen gesundheitlichen Zuständen sein. Eine reine Beschränkung auf die Quantität (hätte ohnehin nur noch ein paar Jahre gelebt) ist nicht mit der Menschenwürde vereinbar.


    Zitat aus Wikipedia


    https://de.wikipedia.org/wiki/COVID-19-Pandemie_in_Schweden:


    Der Spiegel berichtete unter dem Titel „Der eingeladende Tod“, wie unter der Vorgabe, die Krankenhäuser vor Überlastung schützen zu wollen, an SARS-CoV-2 erkrankten Bewohnern von Seniorenheimen trotz freier Krankenhauskapazitäten eine adäquäte Behandlung verweigert und lediglich eine palliative Behandlung gewährt wurde. Auch in Krankenhäusern sollen trotz ausreichend freier Intensivbehandlungsplätze Menschen mit Vorerkrankungen und ab einem bestimmten Alter nur noch pallitativ behandelt worden sein. Diese Vorgehensweise sei behördlicherseits vorgegeben worden.

    Ein schwedischer Klinikarzt wird im Artikel wie folgt zitiert:

    „‚Wir wurden gezwungen, Menschen vor unseren Augen sterben zu lassen, obwohl wir wussten, dass sie bei Intensivbehandlung eine gute Überlebenschance hatten.“

    Dietmar Pieper, der Autor des Artikels, fasste die Vorgehensweise in Schweden wie folgt zusammen: „Es begann mit den gravierenden Mängeln in den Alten- und Pflegeheimen. Dann fiel dort oft die Entscheidung, palliative Sterbebegleitung zu verordnen, statt Kranke in die Klinik zu schicken. Und selbst im Krankenhaus mussten Ärzte offenbar aussichtsreiche Behandlungen verweigern.“[68]

  • Ethisch nicht vertretbar finde ich, solche Entscheidungen pauschal am Alter festzumachen. Menschen einer gleichen Altersgruppe können in sehr unterschiedlichen gesundheitlichen Zuständen sein. Eine reine Beschränkung auf die Quantität (hätte ohnehin nur noch ein paar Jahre gelebt) ist nicht mit der Menschenwürde vereinbar.


    Zitat aus Wikipedia


    https://de.wikipedia.org/wiki/COVID-19-Pandemie_in_Schweden:

    Da hast du natürlich Recht. Tegnell selbst hat in Interviews beklagt, dass schwedische Alten- und Pflegeheime nicht gut genug geschützt wurden. Von Vorsatz war bei ihm aber nie die Rede.


    Die vom SPIEGEL-Autor Pieper erhobenen Vorwürfe wiegen schwer - gibt es dafür noch andere Belege als nur diesen einen Artikel?


    Hier ist der korrekte Wikipedia-Link (deiner funktioniert nicht)...

    https://de.m.wikipedia.org/wik…D-19-Pandemie_in_Schweden


    ...und hier geht’s zur Diskussion um den von dir zitierten Abschnitt:

    https://de.m.wikipedia.org/wik…tik_am_Behandlungskonzept

  • katgereit

    Ein bisschen tendenziös berichtet dein Dietmar Pieper aber schon, oder? Wenn er in einem früheren Artikel beispielsweise das hier schreibt...


    Ein schwerer Makel haftet der größten Nation Skandinaviens jedoch weiterhin an. In den Monaten der vergleichsweise großen Freiheit hat Schweden eine brutale Welle von Covid-19-Todesfällen durchgemacht, in vielen Pflegeheimen wütete das Virus fast unkontrolliert. Die schwedische Corona-Sterberate liegt insgesamt ungefähr zehnmal höher als in Norwegen und Finnland sowie rund fünfmal höher als in Dänemark und Deutschland.

    ...dann ist das zwar nicht falsch, aber leider nur die halbe Wahrheit. Fakt ist, dass sich Schweden bezüglich der Zahl seiner Covid-Toten einreiht zwischen Ländern mit deutlich stärkeren Restriktionen.


    Übrigens zeigt auch dieser Vergleich, dass die Sterbezahlen fast überall wieder ansteigen, in Schweden aber (noch) nicht.