Tarivverhandlungen öffentlicher dienst

  • Zur Einleitung ein Tagesschau ausschnitt, der sich für mich etwas merkwürdig anhört.

    https://www.tagesschau.de/multimedia/video/video-773591.html

    Die Arbeitgeber bieten 3,5% bei einer Laufzeit von 3 Jahren
    Darin heißt es (0:00:20) die Gewerkschaften Fordern 4,8% für 1 jahr

    Ich verstehe irgendwie nicht warum das 3 Jahres Angebot nicht angenommen wird, mein erster Gedanke ist das sind Fake News.
    Nun suche ich ein bisschen und mal gucken was sich ergibt.

    (irrelevantes ergebniss: https://oeffentlicher-dienst-n…ntlicher-dienst-kommunen/)

    erstes relevantes anderes ergebniss:
    https://www.verdi.de/presse/pr…ab-11eb-a8f4-001a4a160129


    Zitat

    "Zudem verbergen sich im Angebot zahlreiche Verschlechterungen", warnte Werneke. So wollten die Arbeitgeber die Eingruppierungsgrundlagen so verändern, dass künftig Herabstufungen von Beschäftigten möglich sind; auch sei die Reduzierung der Jahresleistung für die Kolleginnen und Kollegen bei den Sparkassen geplant.

    Die Gewerkschaften seien sich im Klaren, dass eine Tarifeinigung nicht ohne Entgegenkommen beider Seiten zu haben sein wird, so dbb-Chef Silberbach. "Das heute vorgelegte Angebot reicht aber hinten und vorne nicht. Genauso wie die Gewerkschaftsforderungen nicht das letzte Wort sind, kann und wird es auch dieses erste Angebot der Arbeitgeber von Bund und Kommunen nicht sein." Mit Blick auf die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf Gesellschaft, öffentlichen Dienst und Tarifrunde erinnerten Werneke und Silberbach abschließend nochmal daran, dass die Gewerkschaften aus gutem Grund im Frühsommer eine Verschiebung der Einkommensrunde bis 2021 vorgeschlagen hatten. Vor allem die kommunalen Arbeitgeber hätten das abgelehnt.

    Die Gewerkschaften fordern u.a. eine Einkommenserhöhung um 4,8 Prozent, mindestens 150 Euro, bei einer Laufzeit von 12 Monaten, Erhöhung der Ausbildungs- und Praktikumsentgelte um 100 Euro, sie erwarten zudem eine Arbeitszeitangleichung Ost an West, Verbesserungen für den Pflegebereich sowie die Reduzierung der 41-Stunden-Woche für Bundesbeamtinnen und Bundesbeamte. Vom TVöD sind etwa 2,5 Millionen Beschäftigte direkt oder indirekt betroffen: Rund 2,3 Millionen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer des Bundes und der Kommunen sowie weiterer Bereiche, für die der TVöD direkte Aus-wirkungen hat, sowie rund 225.000 Bundesbeamtinnen und Bundesbeamte, auf die der Tarifabschluss übertragen werden soll. Die dritte Verhandlungsrunde ist für 22./23. Oktober 2020 in Potsdam verabredet.

    Zitat


    https://oeffentlicher-dienst.info/tvoed/tr/2020/

    Die Arbeitgeberseite legt ein erstes Angebot vor:


    • 01.03.2021: +1,0%, mindestens 30 €
    • 01.03.2022: +1,0%
    • 01.03.2023: +1,5%
    • Einmalzahlung 2020: 300 €
    • Verringerung der Arbeitszeit im Tarifgebiet Ost auf 39 Wochenstunden bis 2024 info.png
    • Laufzeit: 36 Monate (01.09.2020 bis 31.08.2023)

    Ah now i get it.

    3,5% bei einer Laufzeit von 3 Jahre (klingt jetzt nicht nach einem all zu unfairen angebot. Etwas verzögert und 1,3 niedriger als die % Forderung wobei dabei aber die wichtigste sehr viel höhere Forderung vergessen und im Beitrag verschwiegen wird.) die Mindestens 150 Euro forderung ist gemeint. Nun mindestens 30 Euro auf 3 Monate sind 90 euro. (also 60 euro drunter.) Ich schätze mal das Thema Lohnhöhe ist hier weniger der schlimme Knackpunkt als vielmehr der versuch dort irgendwelche Eingruppierungseinordnungsveränderungen einschleichen zu lassen. Das hätte die Tagesschau ja auch ruhig mal erwähnen sollen so denkt sich Oma erna bestimmt. (arbeitgeber zahlen 1,3% weniger als gefordert ist doch ein vernünftiger Kompromiss und gewerkschaften bezeichnen es als Frechheit. Ich fühle mich manipuliert und ihr?


    Randinfo
    Das EZB inflationsziel sind 2% Jährlich die Forderung sind 4,8% pro monat.

    https://www.ecb.europa.eu/ecb/…monpol/html/index.de.html



    Zitat

    Der EZB-Rat verfolgt das Ziel, die Inflationsrate auf mittlere Sicht
    unter, aber nahe 2 % zu halten. Um sein vorrangiges Ziel zu
    erreichen, trifft der EZB-Rat seine Beschlüsse auf Grundlage einer
    Zwei-Säulen-Strategie und setzt sie mittels seines Handlungsrahmens um.

    Wobei ich immer noch nicht so ganz verstanden habe was mit mittlere Sicht gemeint ist.



    100 Euro x 2% pro Jahr = 102 Euro


    100 Euro x wie viel % pro Monat = 102 Euro im Jahr?

    Ergebnis: 0,16% pro Monat (vom Anfangsbetrag kein Zinseszinseffekt)



    Nun fehlen mir noch einige wichtige Informationen wie etwa:


    1. Wie viele Überstunden werden geleistet?

    2. Wie hoch ist der jeweilige Stundenlohn?
    3. von wie vielen Leuten wird hier geredet?


    Ist aber nicht weiter schlimm ich lass das mal offen und wenn ich neue Informationen sehe, pack ich die einfach hier rein.


    Edit:


    Ich glaube ich habe da was verpeilt.


    100 Euro x 12 monate = 1200 Euro


    1200 Euro x2% (inflation) = 1224 Euro


    100 Euro x2% = 102 x 12 = 1224 euro

    jährliche Inflationsrate von 2% bedeutet demnach auch monatlich 2 % drauf auf den anfang des Monats oder?


    Demnach läge das Angebot der Arbeitgeber unter dem Inflationsziel der Ezb von einem Jährlichen Mittel nahe 2% (ich hoffe ich habe jährliches mittel jetzt richtig)


    weitere ergänzung:


    Fazit:


    Das Angebot der Arbeitgeber (Bund und Komunen) ist niedriger als das Inflationsziel der EZB.


    Das Inflationsziel der EZB fällt in einen höheren Verantwortungsbereich. (ist zwar getrennt von direkten Staatlichen auftrag aber auch quasie staatlich.)


    Wie kann es sein das Der staat, eine Institution schafft dessen Ziel es ist 2% Teuerung Jährlich zu erreichen zugleich aber auch einen Lohn zahlt welcher unter diesem 2% teuerungsziel liegt. (Sprich aktiv das Ziel der EZB nahe 2% Inflationsrate verhindert) und sich dann auch noch darüber beschwert, dass es Negativzinsen gibt?

  • Nachricht von heute


    https://www.tagesschau.de/multimedia/video/video-774303.html


    1,4% und 1,9% ist immernoch unter dem Inflationsziel aber immerhin entspricht es zumindest wohl etwa der deutschen inflation. (ist immernoch mist wenn man nicht will das europa am euro zerbricht)


    8 und 10 % ist odentlich (wobei ich da nicht so genau weiß wie lange und ob das nach corona dann wieder abstürzt.

  • Was ist denn jetzt dein Punkt nochmal? 🤔 Dass immer Prozente gefordert werden, müsste sich auch mal ändern. Man muss immer fragen, was war der ursprüngliche Wert? Wenn der Lohn um 10 % erhöht wird, hört sich das vielleicht viel an, was dann auch von den Arbeitgebern immer unter Krokodilstränen groß angeprangert wird, aber im Grund sind das bei 1.500 € nur 150 €, während die Profite der Unternehmen durch die Decke stoßen. Wobei eine prozentuale Steigerung ja auch die unterschiedliche Löhne unterschiedlich betrifft. D. h. einige gewinnen dadurch mehr als andere.