Lockdown mit Fragen, Krieg mit Drohnen, Bauern ohne Lobby, Welt nach Trump, Wendler ohne Verstand

  • Im Oktober begrüßen wir uns in der Stochastischen Gesellschaft. Alles ist möglich. Die Wahrscheinlichkeit einer Trump-Wiederwahl ist nicht null. Die Wahrscheinlichkeit einer Covid-19-Impfung ist nicht eins. Wir leben irgendwo dazwischen und können die Dimensionen nicht ganz abschätzen. Also beginnen wir das Gespräch auf sicherem Grund: Drohnen sind gefährliche Waffen, die die Möglichkeiten von Krieg so entgrenzen, dass man sie eigentlich ächten müsste. Entsprechend ist die Tonlage, wenn im Bundestag von “fliegenden Mienen” gesprochen wird.

    Apropos militärische Wirkmittel. Stefan stellt heute die These auf, die europäische Agrarlobby sei noch radikaler als die amerikanische Waffenlobby. An Argumenten mangelt es kaum. Wolfgang durchpflügt die Spiritualität reicher Showmaster, ja, wir hängen es an Michael Wendler auf. Es gibt einiges zu entdecken. Erst in der zweiten Hälfte beschäftigen wir uns mit den aktuellen Corona-Beschränkungen und Trump. Beiden Themen ist gleich, dass wir sie trotz pausenloser Medienbehandlung noch nicht hinreichend verstanden haben. Was bedeutete Trump eigentlich wirklich? Zu was würde eine Wiederwahl führen? Und was ist Covid-19 für eine Krankheit? Für die jüngere Hälfte der Gesellschaft ist die Krankheit nicht weniger tödlich als die Grippe. Für die ältere Hälfte kann sie so gefährlich sein wie “Pocken im Mittelalter” (Christian Drosten). Wie begegnet man dieser ungleichen Bedrohungslage mit einer für alle verbindlichen Politik? Eins der beiden Themen wird im November aussortiert werden.

    Komm’ in den Salon. Es gibt ihn via Webplayer & RSS-Feed (zum Hören im Podcatcher deiner Wahl). Wenn du Salon-Stürmer bist, lade weitere Hörer von der Gästeliste ein.

    Quelle: https://neuezwanziger.de/2020/…mp-wendler-ohne-verstand/

  • lässt sich das beharren auf technische lösungen für selbst-erzeugte strukturelle probleme vielleicht auch so lesen: biologische systeme reproduzieren sich von alleine, also keine arbeit - kein wert. wenn man jetzt die biologischen systeme zerstört und durch technische lösungen ersetzt bedeutet es gleichzeitig: mehr arbeit - mehr wert den man abgreifen kann.
    scheint mir ein ziemlich allgemeingültige kapitalistische prämisse zu sein :/


    erstaunlicherweise funktioniert die biosphäre nach dem prinzip der effektivität nicht der effizienz, was sich durch millionen von jahren evolution als best practice herausgestellt hat - aber wir menschen wissen es bestimmt besser


    Ich werd mal schauen was passiert, wenn ich das meinem Chef so ähnlich erkläre, wenn also die Produktion bei uns steht, denn wofür bekomme ich Stundenlohn, wenn dann doch auch die Teile gezählt werden, ich werde ja auch nicht gewogen oder vermessen wie viel Kalorie ich in dieser Stunde verbrannt habe, falls du weißt oder dir denken kannst worauf ich hinaus wollte.

  • Jebsens im Wendler-Block erwähnte Idee, seine Inhalte zukünftig per USB-Stick zu verteilen, ist vielleicht gar nicht so daneben und könnte bald auch von anderen in Erwägung gezogen werden. Es muss ja nicht gleich ein Campus sein.

    Medien, die im Netz Unwahrheiten verbreiten, können bald dafür belangt werden. Spätestens Mitte November sollen sie unter der Aufsicht der Landesmedienanstalten stehen. Vorgesehen ist dies im Medienstaatsvertrag, dem seit dieser Woche alle Landesparlamente zugestimmt haben. Die neuen Regelungen ersetzen den Rundfunkstaatsvertrag, der seit 1991 gilt. Sie ermöglichen nun auch ausdrücklich eine Regulierung von Internetmedien.


    Die spannende Frage ist dann wieder mal: was ist Wahrheit, was Unwahrheit und wer entscheidet darüber?

    Zitat von netzpolitik.org

    Laut Staatsvertrag müssen sich Internetmedien an anerkannte journalistische Grundsätze halten. Dazu gehört, dass sie die Nachrichten vor der Veröffentlichung sorgfältig prüfen – auch auf deren Wahrheitsgehalt. Diese Regelung betrifft auch Blogs, sofern sie nicht privat betrieben werden. Angebote wie beispielsweise „KenFM“ oder „Tichys Einblick“ könnten zur Rechenschaft gezogen werden, wenn sie Falschmeldungen verbreiten, genauso „RT Deutsch“, berüchtigt für russische Propaganda.

    Von virologischen GrimmepreisträträgerInnen oder InfluencerInnen mit Bundesverdienstkreuz ist da nicht die Rede. Saisonalitätsleugnung erfüllt offenbar nicht den Tatbestand des Verbreitens von Unwahrheiten. Und es stimmt ja: Man konnte wirklich nicht sicher wissen, dass sich das neue Corona-Virus im Sommer ähnlich verhalten würde wie seine Artverwandten. Allenfalls konnte man es vermuten - aber hätte man auf dieser Basis eine fragwürdige Zuversicht verbreiten sollen? Gesundheitspolitisch sicherer war es, die Bevölkerung mit der Warnung vor einer zweiten Welle schon im Juli zu verunsichern.


    Aber zurück zur Netzpolitik:

    Zitat

    Ob die Berichterstattung im Netz vorwiegend auf einer Website oder auf anderen Kanälen stattfindet, spielt hierbei keine Rolle: Der Staatsvertrag bezieht sich auf Telemedien mit journalistisch-redaktionellen Angeboten im Allgemeinen. Die Schwelle dürfte damit gering genug sein, dass bereits Facebook-Seiten und Telegram-Kanäle der Aufsicht der Medienanstalten unterliegen, sofern dort Inhalte redaktionell aufbereitet werden. Der Staatsvertrag könnte sich also als ein mächtiges Mittel erweisen, um die Verbreitung von Desinformationen auf diesen Plattformen einzudämmen.

    Ob davon nur diese Plattformen betroffen sind oder auch andere, beispielsweise Blogs und Podcasts, dürfte von drei Faktoren abhängen:

    - Personalausstattung der Kontrollbehörden

    - Reichweite der betreffenden Medien

    - Relevanz kritischer Inhalte für das Tun der Herrschenden


    Auf YouTube scheint aktuell „Corona-Leugnung“ der Hauptgrund für Löschungen zu sein. Also Kritik an Saisonalitäts- und ImmunitätsleugnerInnen. 😏