Kleiner Trump, Großer Trump

  • Quelle: https://alias-podcast.de/2020/…iner-trump-grosser-trump/

  • Zum Thema, der sog. Lockdown wäre nur dafür da um Merz zu verhindern, würde ich gerne noch folgendes Video in den Ring werfen. 8)


    Spaß bei Seite, der Vortrag ist auf alle Fälle inhaltlich spektakulär!


  • Zu Stefan und seiner 75-Prozent-Umsatz-Erstattung: Dir kann geholfen werden.Im Falle, Du hattest in 2019 im November ungewöhnlich wenig Umsatz, wird Dir 1/12 des Jahresumsatzes aus 2019 erstattet. Hüpf zum BMF


    Ansonsten: Ihr hattet den Fratzscher im großen Bild und habt sein Chancenerbe vergessen! Shame! ;)

  • Sorry, bin bei Minute 45 und jetzt juckt es mich doch in den Fingern. Es wurde widerholt von Stefan gesagt, dass den Parteitag abzusagen nur etwas solidarisches wäre. Das ist nicht so.


    Es geht aktuell darum, 75% der Kontakte zu vermeiden. Die offiziellen Maßnahmen reichen nicht, das versteht jeder der etwas darüber nachdenkt. Das bedeutet: das abschwächen der Kurve, um die Kontrolle wiederzuerlangen, funktioniert nur wenn die Leute freiwillig auf Kontakte verzichten, zum Beispiel darauf Freunde zu Hause zu besuchen, oder wo es geht auf ÖPNV zu verzichten. Die offiziellen Regeln reichen nicht. Das ist eigentlich jedem klar.


    Und an der Stelle ist es eben nicht "Solidarität", sondern eine Vorbildsfunktion. Wenn die CDU mit 2000 Leuten einen Parteitag plant, warum soll ich dann auf meine Halloween-Party verzichten? Das ist doch der Punkt. Weil es immer noch bei vielen nicht angekommen ist, wie ernst gerade die Lage wieder ist.


    (Dass es zusätzlich auch ein paar Leuten gelegen kommt, ist aber sicher auch richtig. )

  • Hi,

    hab gerade den Podcast gehört und den finalen Cliffhanger von Thomas vernommen. Man solle sich mal das Wort "Sachaufwandsträger" merken, im Kontext Digitalisierung von Schulen.


    Dazu eine Anmerkung: "Sachaufwandsträger" oder auch "Schulträger" sind nicht etwa "das Problem" bei der Digitalisierung von Schulen, sondern sie sind Teil des wesentlich größeren Problems "Bildungsföderalismus".


    Da müssen wir dann reden über "innere" und "äußere" Schulangelegenheiten. Einerseits sind Lehrerinnen und Lehrer Landesbedienstete und der inhaltliche Auftrag für Schulen wird durch das Land (Bildungsministerium des Landes) definiert. Andererseits müssen die Kommunen (-> Sachaufwandsträger) das Gebäude und die Sachausstattung (also auch digitales Equipment) sowie das Verwaltungspersonal (z.B. Hausmeister, Sekretariat) stellen.

    Und dann gibt es da noch das wunderbare Konnexitätsprinzip (siehe z.B. https://kommunalwiki.boell.de/index.php/Konnexitätsprinzip).

    Dieses Konnexitätsprinzip führt dazu, dass das jeweilige Bildungsministerium des Bundeslandes peinlich genau darauf achtet, der Untergliederung (dem "Sachaufwandsträger") keinesfalls präzise zu sagen, welche Ausstattung die jeweilige Schule denn benötigt, um den Bildungsauftrag zu erfüllen. Denn würde das Ministerium das tun, würden die Sachaufwandsträger eben nicht mehr die Sachaufwände tragen, sondern nur noch die Beschaffungen auf Kosten des Landes durchführen.

    Fragt man sich, woher die Kommune denn nun wissen soll, welche Ausstattung Schule benötigt. Antwort: Weiß sie nicht. In Kommune arbeiten keine Pädagogen und hierarchisch gesehen haben sie den Landesbediensteten sowie nicht in ihren Job reinzureden. Und was nun?

    In all ihrer Weisheit hat die Kultusministerkonferenz die Lösung dieses Problems erdacht. Das *trommelwirbel* "Medienbildungkonzept" oder "Medienkonzept"!

    Dieses Medienkonzept muss jede einzelne Schule (meint Kollegium der Schule) für sich erstellen. In diesem Konzept legt die Schule dar, welche Kompetenzen (abstrakte Definition durch das Bildungsministerium) sie wann im Laufe einer Schüler*innenlaufbahn in welchem Unterrichtsfach wie vermitteln will. Sie beschreibt welche Medienausstattung sie dazu benötigt, wie das Kollegium kontinuierlich fortgebildet werden soll und wie das Konzept regelmäßig evaluiert wird.

    Diese Konzepte legen dann die Schulen ihrem jeweiligen Schulträger vor. Dieser macht sich dazu mal ein paar grundsätzliche Gedanken und fragt sich z.B. ob er sich den Spaß auch leisten kann und will, ob er vielleicht mal versuchen sollte, seine Schulen an das Glasfasernetz anzuschliessen, ob strukturierte Vernetzung der Schulgebäude nicht sinnvoll wäre und wer denn eigentlich Support und Betreuung für die anzuschaffenden Geräte sicherstellen kann. (Diese Medienkonzepte sind erfahrungsgemäß sehr heterogen, die eine Schule ist zu bescheiden, die andere ist recht generös zu sich selbst, so kann z.B. ein Ausstattungsmerkmal wie "digitale Präsentationstechnik im Klassenraum" irgendwas zwischen 500 € und 12.000 € kosten. Da stellt sich dann auch die Frage, ist das jeweils nur pädagogisch zu rechtfertigen?)

    Aktuell lassen sich Bund und Länder gerade feiern, weil sie mit Milliarden um sich werfen für die Digitalisierung der Schulen (Stichwort: Digitalpakt Schule, und weitere Förder-Programme im Zuge der Covid19-Pandemie), verkennen dabei leider, dass Geld nur ein Teil des Problems ist und wundern sich, dass die Mittel nur schleppend abgerufen werden.


    Ich könnte noch stundenlang so weiter machen.


    Klingt alles irre, ist aber gelebte Praxis.


    Ich wollte Thomas nur dazu ermutigen, das Thema "angemessen" darzustellen und nicht etwa in die Falle des tumben "Sachaufwandsträger"-Bashings zu tappen. ;)

  • Mann, jetzt habe ich mir extra einen Account erstellt, weil ich der Meinung war, Stefan stelle mit seinem "Lauterbach sieht keinen Regelbetrieb für Schulen im Schuljahr 2020/2021" einen Strohmann auf. Lauterbach hatte nämlich in meiner Erinnerung nur gesagt, dass "Regelbetrieb" nicht möglich sei. Und Unterricht mit Masken und Abstand und Lüften bzw. "Unterricht im Schichtwechsel" ist eigentlich kein Regelbetrieb, insofern dachte ich, er vertut sich bei der Interpretation des Wortes "Regelbetrieb". Kein Regelbetrieb muss ja nicht heißen: kein Unterricht.


    Dann habe ich den Lauterbach-Thread dazu nochmal gefunden und muss sagen ... mist, Stefan hatte doch recht. Lauterbach hat es so gemeint. Hm. Dann ist der Forumseintrag halt nur ein bisschen "Recherche"-Dokumentation. Jetzt kann ich das Argument immerhin ohne "Das ist doch falsch"-Wut annehmen ;)

  • Spaß bei Seite, der Vortrag ist auf alle Fälle inhaltlich spektakulär!



    Ich habe da mal reingeschaut, nachdem ich in einem anderen Forum einen interessanten Hinweis gefunden habe:

    Bei 24 Minuten erklärt er das Phänomen, dass in Deutschland schon vor der Ergreifung bestimmter Maßnahmen ein Rückgang in den Fallzahlen zu sehen war, was [...] zu der Diskussion führte, dass diese Maßnahmen verzichtbar waren. Allerdings führt er das nicht wie damals vermutet auf [einen] Ankündigungseffekt zurück, sondern deutet es als Artefakt des Hochfahrens der Testkapazität.


    Da könnte etwas dran sein. Die Verwendung absoluter Fallzahlen bei zunehmender Anzahl von Tests ist generell fragwürdig; trotzdem wird das immer wieder praktiziert, nicht nur von den Medien, sondern - wie Drosten hier berechtigterweise feststellt - auch vom RKI bei der Ermittlung des R-Wertes. Es ist meines Wissens das erste Mal, dass Drosten diese Praxis kritisiert, und leider richtet er seine Kritik nicht an die Urheber des fragwürdigen R-Wertes, sondern an diejenigen, die mit diesem R-Wert ihre Zweifel an der Wirksamkeit des Lockdowns begründen.


    Die Verwendung absoluter Fallzahlen bei zunehmender Anzahl von Tests erschwert übrigens auch den Vergleich zwischen der ersten Welle und der jetzigen:


  • Allerdings wird es langsam auch albern.


    Drosten hat im Frühling dem saisonallen Effekt von Corona nichts abgewinnen können. Der Podcast war voll mit Warnungen, dass es diesen Effekt wahrscheinlich nicht geben wird. Heute, im Herbst, ist der saisonale Effekt plötzlich der archimedische Punkt der gesamten Epidemie.


    Es war schon im April klar, dass der gesamtdeutsche R-Wert ziemlich wenig aussagt. Ich habe mich im Aufwachen Podcast sehr darüber aufgeregt, dass der R-Wert überall Maß aller Dinge war. Nun plötzlich, gilt diese ganze R-Rechnerei nicht mehr.


    Das ist doch absurd.


    Von mir aus soll jeder jede These aufstellen, die ihm gut gefällt. Aber dass überhaupt nichts mehr erklärt und erst recht nichts revidiert wird ist sehr ärgerlich.,

  • Also ich Glaube Trump gewinnt und wenn er knapp verliert, Gewinnt er vor dem Supreme Court. Also wie 2000, Busch gegen Gore. Trump hat seine Richter durchgesetzt. Hier mal ein Stückchen Vergangenheit was morgen wieder Zukunft ist. Busch gegen El Gore

    Trump hat(te) vermutlich die Strategie, wenn es überhaupt eine Strategie gibt, was so aus den eigenen Reihen zu hören war, den Sun Blelt (Texas, Arizona, Florida, Georgia.. ) zu gewinnen. Dazu noch ein zwei Swing-Staaten. Das hätte eine sicheren Sieg in den Electoral College bedeutet.

    Der Sun Blet war bis jetzt fest in republikanischer Hand.


    Texas steht auf der Kippe für die Republikaner. Arizona steht auf der Kippe. Florida steht auf der Kippe. Georgia steht auf der Kippe.


    In Texas hat 2016 hatte Trump +16 auf Clinton. 2018 in den Repäsentanten-Wahlen die Republikaner noch +9 auf die Demokraten. In den Senatsar-Wahlen in Texas konnte Ted Curze, der texanische Republikaner schlechthin, noch gerade mal mit +3 auf den Demokraten.


    Gund - neben den suburb women, die Super-Trump und sein Verhalten ablehnen.

    Demographischer Wandel. In den Metropolitan Areas (Dallas, Houston, San Antonio, Austin ca. 26 Millionen Einwohner) Mehr Jüngere Weiße und guter Ausbildung (= nicht Rep. Wähler), mehr Latinex (die Krankenversicherung Obama-Care,/ACA, soziale Sicherheit, politische Representation/Gleichwertigkeit und nicht zuletzt Corona wichtig sind. Ich habe eine Zahl in Erinnerung, dass 1/3 der Latinex jemand in der Familie/Verwantenkreis an Covid19 verloren hat.)


    Das gleiche für Arizona, zusätzlich noch Zuzug aus California, demograph. Wandel, Latinex. Der Staat California war mal fest in republikanisch Hand und ging durch die Demographie aber verloren. (Ronald Reagen, ..., moderater Republikaner Arnold Schwarzenegger hin zu den Demokraten)


    Geogira, South Carolina, ... Lindsey Graham hat nur noch eine 50:50 Chance seinen Senats-Sitz zu behalten. Der demokratische Herausforderer, Jaime Harrison hat gute Chancen, LG, den republikanischen Senator rauszukicken. Grund - demograph. und kultureller Wandel, d.h. weiß ist nicht mehr automatisch Republikaner, mit rassistischem "Einschlag". Schwarze wählen und emanzipieren sich politisch.


    Allgemein gilt für die Republikaner - alle die noch etwas gewissen haben, haben sich von Trump abgesetzt. Die Republikaner der "ersten Stunden" im Weißen Haus unter Trump sprechen sich offen gegen Trump aus.


    Moderate Republikaner mach offen Wahlkampf gegen Trump, weil die Identität der republikanischen durch Trump zerstört wurde.

  • Ich hab' das Skript vom NDR-Podcast mal nach "saisonal" und "Sommereffekt" durchsucht und finde die Warnungen, dass es den Sommereffekt nicht geben könnte, überschaubar: Am 19.05.; 22.04 und 09.03. wird darüber, meist aber über einen "derzeitigen Erkenntnisstand" gesprochen. In meiner Erinnerung hat Drosten auch immer vorsichtig gesagt, dass man sich im Sommer mehr trauen dürfe.


    Am 16.04. spricht er davon, dass die Studien von einem kleinen, aber keinem großen Effekt durch die Saisonalität ausgehen. Am selben Datum referiert er aber darauf, wie der saisonale Effekt bei der spanischen Grippe funktioniert hat. Den da beschriebenen Diffusionseffekt hat er dann im Sommer benutzt, um das Geschehen in Deutschland zu beschreiben. Auf S. 341 beschreibt er quasi schon im April für die Spanische Grippe, wie er heute die hohen Zahlen in Deutschland erklärt (?). Eigentlich ganz spannend, da nochmal über den Erkenntnisgewinnungsprozess nachzulesen. Man müsste mal die Studien checken, die den "niedrigen saisonalen Effekt" prognostiziert haben - entweder lief da was schief, oder die These von der Kombination "wirksamer Lockdown + saisonaler Effekt = Deutschlands niedrige Zahlen" stimmt (oder halt irgendwas anderes ist richtig).

  • Man müsste mal die Studien checken, die den "niedrigen saisonalen Effekt" prognostiziert haben - entweder lief da was schief, oder die These von der Kombination "wirksamer Lockdown + saisonaler Effekt = Deutschlands niedrige Zahlen" stimmt (oder halt irgendwas anderes ist richtig).

    Man müsste mal so einige Studien checken, die von Drosten und anderen in einem frühen, nicht „peer-reviewten“ Stadium promotet wurden. Woher kam zum Beispiel die Saga, das Virus träfe auf Null Immunität? Bei achtzig Prozent leichten oder völlig symptomfreien Verläufen kann so etwas nicht sein. Und dieser Prozentsatz war schon im März bekannt aus China.


    Allzuoft konnte man den Eindruck bekommen, die Mehrheit der Virologen und Epidemiologen, aber auch der Wissenschaftsjournalisten hätte alles vergessen, was man in den Jahrzehnten vor SARS-CoV-2 gelernt hatte: Über Saisonalität, über Kreuzimmunität, über unser Immunsystem ganz allgemein, über Statistik und nicht zuletzt über den PCR-Test:

    Drosten: Als in Dschidda Ende März diesen Jahres aber plötzlich eine ganze Reihe von Mers-Fällen auftauchten, entschieden die dortigen Ärzte, alle Patienten und das komplette Krankenhauspersonal auf den Erreger zu testen. Und dazu wählten sie eine hochempfindliche Methode aus, die Polymerase-Kettenreaktion (PCR).


    WiWo: Klingt modern und zeitgemäß.


    Drosten: Ja, aber die Methode ist so empfindlich, dass sie ein einzelnes Erbmolekül dieses Virus nachweisen kann. Wenn ein solcher Erreger zum Beispiel bei einer Krankenschwester mal eben einen Tag lang über die Nasenschleimhaut huscht, ohne dass sie erkrankt oder sonst irgend etwas davon bemerkt, dann ist sie plötzlich ein Mers-Fall. Wo zuvor Todkranke gemeldet wurden, sind nun plötzlich milde Fälle und Menschen, die eigentlich kerngesund sind, in der Meldestatistik enthalten. Auch so ließe sich die Explosion der Fallzahlen in Saudi-Arabien erklären.

  • Es zeigt sich aber wieder mal Demoskopie hat keinen Großen Wert. Trump hat das Oberste Gericht und die Republikaner im Griff, Sie denken an die Wahl 2000 wiederholen einfach das Selbe Spiel.



  • Ohne Worte. 🤷‍♀️


  • Es zeigt sich aber wieder mal Demoskopie hat keinen Großen Wert. Trump hat das Oberste Gericht und die Republikaner im Griff, Sie denken an die Wahl 2000 wiederholen einfach das Selbe Spiel.

    Nein, für den Sun Belt hat die Demoskopie ein offenes Rennen ausgesagt. Für alle Staaten waren in den Projektionen so, dass kein eindeutiger Sieger vorhergesagt wurde.


    Arizona ist umgefallen, Texas nicht,. Die Metro-Regionen haben überwiegend Demokratisch gewählt, ländliche Republikanisch, 52,3% RP vs. 46,3 DP. Die Ergebnisse der Demoskopen für Texas liegen innerhalb der Prognosen, wenn man eine Prognose verstanden hat (Margin of error).




    Florida nicht. Georgia ist das rennen offen. Z.Z. hat Trump nur 70000 Vorsprung, anfangs über 200000 Stimmen mehr. Es fehlen aber noch 9% der Stimmen in den demokratischen Hochburgen. Die Ergebnis liegen alle innerhalb der Prognosen. (Margin of error)

  • Nein, für den Sun Belt hat die Demoskopie ein offenes Rennen ausgesagt. Für alle Staaten waren in den Projektionen so, dass kein eindeutiger Sieger vorhergesagt wurde.

    Die Demoskopie war aber eindeutiger bei Wisconsin und Michigan. Das war ein ziemlicher Kraftakt in den letzten Metern um 1 bis 2 % das zu holen. Nevada ist auch nicht so eindeutig.


    Laut Polls hätte Biden sogar um die 350 Stimmen geholt.