Trumps Angrynomics, Hundert Augen, Netflix BWL, Covid vs. Klima, Wettlauf um 5G, Yoga fürs Bett

  • In diesen stochastischen Chaos-Tagen sind wir noch unsicher, ob Trump schon überwunden wurde. Behelfen wir uns also mit einem Buch, das einiges zur Problemlage erklärt: Angrynomics. Politik, nicht mit ökonomischen Modellen, sondern mit realen Gefühlen. Als Ausgangspunkt für Überlegungen und als Anerkennung von Realität. Wer den Stress lieber anders abwickelt, kann es mit Yoga vor dem Schlafengehen probieren. Die “New York Times” klärt uns auf. Wolfgang hat Lektüre über lebendige Kuscheltiere mitgebracht, die allerdings entspannen wenig.

    Wer gerne neues Fernsehen schaut, kennt Reed Hastings. Der Chef von Netflix hat sein Unternehmen entbullshiterisiert und darüber ein Buch geschrieben. Keine Regeln sind manchmal die besten Regeln. Die Videotheken hat er damit abgeschafft, und damit einen Krieg entfesselt. Evgeny Morozov erklärt die politischen Tücken im 5G-Standard. Amerikas Vormachtsstellung geht verloren, das Imperium schlägt zurück.

    Wem das alles zu aufregend ist, der schreibe einen Newsletter – möglichst langweilig. Umso nichtssagender, desto besser. Wir erklären die Details dieses komischen Versuchs.

    Komm’ in den Salon. Es gibt ihn via Webplayer & RSS-Feed (zum Hören im Podcatcher deiner Wahl). Wenn du Salon-Stürmer bist, lade weitere Hörer von der Gästeliste ein.

    Literaturliste

    1. Angrynomics von Eric Lonergan und Mark Blyth. Es ist die passende Lektüre zur Wahl in Amerika. Wenn wir über Politik reden, aber uns Inhalte nichts mehr erklären, reden wir über Gefühle, als politische Kategorie und Katalysator.
    2. Samantha Schweblin: “Hundert Augen”. Die argentinische Schriftstellerin erzählt in ihrer unserer Gegenwart sehr nahen Dystopie von Menschen, die sich in smarte Kuscheltiere verwandeln oder solche besitzen. Ein lesenswerter Roman über das Herr/Knecht-Verhältnis im digitalen Zeitalter der Überwachung.
    3. Reed Hastings, Chef von Netflix, will sein Unternehmen bullshit-Job-frei. In das Konzept stolperte er kurz vorm Bankrott hinein, dann flog Netflix allen davon. “No Rules Rules”
    4. “Is Your Favorite Podcast Tracking You?”, fragt Adrienne Jeffries. Werbekunden gieren nach den Daten von Podcast-Hörern und die großen Plattformen kämpfen gegen den RSS-Feed.
    5. In Science wurden die Kosten der Covid-Recovery und der Klimakrisen-Bewältigung verglichen. Etwas überraschend: Die Klimakrise lässt sich mit Appel und Ei besiegen.
    6. „Sie werden sterben“ – Unfreiwillig verbreiteten verzweifelte Wanderarbeiter in Indien die Pandemie im ganzen Land. Ursula Dunckern zeigt, was es bedeutet, wenn ein Land wie Indien in den Lockdown geht und die Wirtschaft schrumpft.
    7. Wer mit seinen Freunden im Gespräch bleiben will, sollte ihnen langweilige E-Mails schreiben. So der Tipp von Michael Thompson, Gretchen Rubin und Karl Ove Knausgaard
    8. “Wettlauf um G5. Warum die USA gegen Huawei vorgehen”, in diesem sensationellen Text erklärt Evgeny Morozov die geopolitischen Zusammenhänge. Klar ist auch: Weltmacht ist, wer die meisten Patente hat.
    9. Seit Corona schlafen die Chinesen schlecht. Die NYT hilft nun uns allen, mit Yoga vorm Schlafengehen. Eine Bildersammlung für Übungen, die den Körper entspannen.
    10. “Das Ende einer Kolonialwährung. Der Franc CFA und die Kontrolle des Geldes in Westafrika”. Robin Frisch schreibt über die angestrebten Währungsreformen in einigen westafrikanischen Staaten und über die dortige “Geldpolitik von unten”.

    Quelle: https://neuezwanziger.de/2020/…uf-um-5g-yoga-fuers-bett/

  • Ich möchte an einer Stelle widersprechen, dass die Bevölkerung (ca. 1:05 h) unter Biden das Problem für einen Green New Deal wäre. Es ist der DNC und Biden selbst, dessen Begeisterung für das Projekt ziemlich dürftig war. Die Mehrheiten sind da, auch unter republikanischen Wählern, und die Not ist so groß, dass ein staatliches Investitionsprogramm gleich welcher Art so dringend notwendig ist, wie zu Zeiten von Roosevelt und sich ähnlicher Beliebtheit erfreuen würde.

    Es wird vielmehr einer dieser verpassten Gelegenheiten zur Positionierung sein, die einen Teil der progressiven Basis verschreckt und zum knappen Wahlergebnis geführt haben dürfte.


    Nachdem man schon im Wahlkampf zu wenig eingefordert hat für die Stimme für Biden, sollte man jetzt nicht auch noch den Fehler machen und der zukünftigen Regierung Rechtfertigungen liefern, damit sie nichts tun müssen.