Interessante Sendungen und Links (Sammelthread)

  • Ich schaue es später. Podcast geht gleich los.

  • Jet

    Wie Gojira schon schrieb: die Berliner Mauer und der Zerfall des Ostblocks hat die erfolgreiche Ideologie auserkohren.


    Die Phasen sind mir sehr komisch benannt: 'Demoralisieren' heißt eigentlich eher 'Moralisieren' in dem man auf zeigt, dass die herrschende Ideologie gegen ihre eigene Regeln verstößt. usw.

    Jeder der ideologische verblendeten Studenten war eben auch mit den Massakern von Mao und dem Der Archipel Gulag konfrontiert und jeder Student, der denken kann, sollte es komisch vorkommen, wenn man mit zweierlei Maß messen solle.


    Dann stimmt die zeitliche Abfolge aus linker Sicht eigentlich eher weniger: die 80er waren die Zeit, wo die rechts-liberalen (neokonservative) an die Macht kamen mit Reagan und Thratcher und überhaupt erst das Zeitalter des Neoliberalismus einleutete. Das ist 40 Jahre her, ich warte immer noch auf die sozialistische Revolution!


    Was passiert ist, ist, dass traditionelle Rollenmodelle aufgebrochen sind und Feminismus daher kam und das vlt. alte Ordnungen destabilisierte. Die Hippies in den 60ern waren insgesamt im Nachhinein recht harmlos und sind heute eben in den Chefetagen und Institutionen, haben aber damit auch eher das System gestützt und eben die Führungsschicht ein wenig ausgewechselt.


    Aber es gab auch Gegentendenzen, die sich bis heute halten, wie der Patriot Act nach 9/11 und sowieso ist Trump doch eine ideologische Antwort darauf. Also, wenn es eine Demoralisierung und Manipulation gegeben haben sollte, dann hat der KGB die Rednecks und Republikaner übersehen und war allgemein reichlich ineffizient. Eher glaubt man QAnon und VTs als sich dem Kommunismus zu bekennen (oder, was auch vor kurzem war: sozial-demokratische Ideen werden zwar angenommen, aber als Sieg des Kapitalismus gefeiert)


    Wenn es Krisen gab, dann wurden sie, wie Gojira schon sagte, eher dafür verwendet, um das System noch weiter zu stützen und auszubauen. Was nie destablisiert wurde, ist die Marktwirtschaft oder die kapitalistische Produktionsweise an sich.


    Ich denk ein Stück weit ist das Gespräch Panikmache oder Hysterisierung usw.

    Vielleicht kann man das spiegeln mit der Entwicklung der russischen Bevölkerung und gucken, ob es da eher zu trifft. Also so Demoralisierung usw. sehe ich da eben auch und auch gezielter gegen die Spitze.

  • Flaßpöhler


    Es steht nicht fest, dass der schwedische Weg gescheitert ist. Fest steht zunächst einmal nur, dass Schweden anders abwägt: geht es dort doch nicht primär um das nackte Überleben, sondern auch um das gesellschaftliche Leben, die psychische Gesundheit, um Bildung und Zukunft der Kinder. Die entscheidenden Fragen lauten: Bis zu welchem Grade muss das Risiko des Todes eingegangen werden, um das Leben im umfassenden Sinn nicht preiszugeben? In welchem Verhältnis steht die Sicherung des Überlebens zu den Grundbedingungen des guten Lebens? Individuell – wie auch gesellschaftlich? Ja, um den Elefanten im Raum nun endlich zu benennen: Muss eine Gesellschaft in Extremsituationen womöglich gar mehr Tote in Kauf nehmen, um der Mehrheit weiterhin ein Leben, eine Zukunft zu ermöglichen? Was, wenn auf die derzeitigen Mutationen weitere folgen, gar eine noch weitaus schlimmere Pandemie im Anmarsch ist? Müssen wir uns nicht spätestens dann mit solchen Abwägungen beschäftigen?

    ...


    Zuletzt noch ein Gedanke zum Mitnehmen: Während wir Deutschen uns nach wie vor nicht zu Tempolimits auf Autobahnen durchringen können und jedes Jahr mehr als 3000 Verkehrstote wissentlich und willentlich in Kauf nehmen, verfolgt die schwedische Politik die so genannte „Vision zero“. Der Kern dieser Vision: Jeder Verkehrstote ist ein Verkehrstoter zu viel. Eine solche Vision gefährdet das gesellschaftliche Leben nicht im Geringsten. Warum eigentlich verfolgen wir sie nicht?

    https://www.philomag.de/artikel/gibt-es-eine-alternative-0

  • Gleicher Text:

    Zitat

    Doch hat die Rationalität der Prävention eine Kehrseite, die der Soziologe Andreas Reckwitz im aktuellen Philosophie Magazin als „Wandel hin zu einer Politik des Negativen“ bezeichnet. Die Zukunft wird nicht mehr gedacht und verhandelt als gestaltbarer Möglichkeitsraum, sondern als Bedrohungsszenario, gegen das es sich zu wappnen gilt. „Eine Politik, die sich nur noch auf den Umgang mit dem Negativen fokussiert und alle positiven Zielmarken aus dem Blick verliert, schüttet das Kind mit dem Bade aus“, so Reckwitz.

    Sie verliert auch an Glaubwürdigkeit. Wer soll die neuerlichen Warnungen vor einer Sommerwelle noch ernst nehmen, nachdem diese bereits im Vorjahr falsch waren?


    Eigentlich wäre die Politik dazu angehalten, die "epidemiologische Lage von nationaler Tragweite" andauernd zu überprüfen. Schreibt das nicht auch das Infektionsschutzgesetz vor? Das Ergebnis bei nüchterner Betrachtung wäre, dass es (bei einer um die Bevölkerungsentwicklung korrigerten Rechnung) keine Übersterblichkeit gab gegenüber dem Durchschnitt der Vorjahre und dass aktuell sowohl die absoluten Fallzahlen als auch die Positivrate ebenso wie die Intensivbettenbelegungen sinken.


    Statt diese positiven Fakten in den Vordergrund zu rücken, fokussiert die Politik tatsächlich auf das Negative, obwohl dies nur als vage Möglichkeit besteht. Die Bewertung der Infektiösität der neuen britischen Mutante musste bereits nach unten korrigert werden von zusätzlichen 70 auf ca. 30 Prozent. Interessanterweise sinken in England die Fallzahlen seit Anfang Januar ebenso wie bei uns, sodass auch die 30 Prozent noch durchaus fragwürdig sind.




    Sicher gibt es eine "Rationalität der Prävention". Eine Prävention, die zum Selbstzweck wird, indem sie die immer neue Abwägung anhand der mit ihr verbundenen Kollateralschäden unterlässt, ist aber alles andere als rational.

  • Ich würde sagen, die Corona-Propaganda hat den richtigen Hebel bei den Linken gefunden, indem das strikte Befolgen der Maßnahmen als Akt der Solidarität verkauft wurde. Maßnahmen-Gegner wurden von Anfang an als egoistisch, wissenschaftsfeindlich und rechts verleumdet ("Maskenmuffel, Corona-Leugner, Pegida"). Bei einem Teil der Linken hat das offenbar den richtigen Nerv getroffen, siehe z.B. Elsa Köster:


    „Denn das Tragen der Maske ist ein Akt der Solidarität. Man schränkt sich ein, um Schwächere zu schützen: Solidarprinzip. Dieses abzulehnen, ist ein neoliberaler Akt: einer, der die Schwachen sich selbst überlässt und den Starken alle Freiheit einräumt.“

    (https://www.freitag.de/autoren…ester/die-maske-ist-links; dazu die Replik von Mona Pauly: https://www.freitag.de/autoren…/die-maske-ist-totalitaer)

    „Liberale und Konservative waren für diesen Etikettenschwindel (und um einen solchen handelt es sich, wenn Schwache für andere Schwache geopfert werden) offenkundig nicht so anfällig. Wenn dann später tatsächlich AfDler auf Demos auftauchen, wird das ganze zum Selbstläufer, und obige Linke sehen sich in ihrer Weltsicht bestätigt.“


    Natürlich ist auch der eigentliche Artikel interessant. Er wäre eine gute Argumentationshilfe gewesen für Prantl beim Zusammentreffen mit dem Anhänger von ZeroCovid in der Sendung des österreichischen Brauseherstellers.

  • Natürlich ist auch der eigentliche Artikel interessant. Er wäre eine gute Argumentationshilfe gewesen für Prantl beim Zusammentreffen mit dem Anhänger von ZeroCovid in der Sendung des österreichischen Brauseherstellers.

    So lange die linke Medienlandschaft die Kurve kriegt und dafür sorgt, daß die CDU die Wahl verliert ...

    Aber vermutlich haben die meisten zu viel Angst vor den Reaktionen der Kollegen. Das ist leider ein ziemliches Problem.

  • Linke Medienlandschaft...?


    Neues Deutschland, Jungle world, TAZ oder der Freitag sind dafür zu schwach.

    Gibt ja noch mehr, als nur Zeitungen. Magazine, Bücher, Film, Musik, Podcast, Kunst, Vorträge, ...

    Natürlich gibt es mehr im konservativen Lager. Die CDU / große Koalition wird ja seit Jahrzehnten gewählt.

    Nur ist gerade so auffäĺlig, daß die Linken Organe so kraftlos wie noch nie sind.

    Daß die Politik mit ihren Fehlern durchkommt und ohne kritisch hinterfragt zu werden dumme Maßnahmen beschließen kann, liegt eben auch genau daran.

  • 28 – Two Million Years in Two Hours: A Conversation with Yuval Noah Harari

    "Yuval Noah Harari is one of the rare historians who can give us a two-million-year perspective on today’s headlines. In this wide-ranging conversation, Yuval explains how technology and democracy have evolved together over the course of human history, from Paleolithic tribes to city states to kingdoms to nation states. So where do we go from here? “In almost all the conversations I have,” Yuval says, “we get stuck in dystopia and we never explore the no less problematic questions of what happens when we avoid dystopia.” We push beyond dystopia and consider the nearly unimaginable alternatives in this special episode of Your Undivided Attention."

  • Kleine soziologische Studie von Oliver Nachtwey zu Querdenken- Anhängern.


    https://wdrmedien-a.akamaihd.n…1980/2351980_31966201.mp3


    Nachtwey:

    „Es ist eine sehr heterogene Bewegung, die anders als die früheren sozialen Bewegungen, die sich um eine gewisse Forderung sammeln konnten - die Ökologiebewegung, Friedensbewegung, Anti-Atomkraftbewegung oder auch Arbeitsbewegung hatten alle ein gemeinsames Ziel - ist diese heterogene Bewegung eher in der Verneinung geeint. In der Verneinung der Corona-Maßnahmen und in der starken Entfremdung vom politischen System, von der liberalen Demokratie und ihren Institutionen [...]“


    Diese Einleitung irritiert schon mal. Zum einen waren mindestens zwei der genannten Bewegungen ebenfalls durch ein „dagegen“ charakterisiert, nämlich gegen Atomkraft und gegen Aufrüstung. Zum anderen würde ein typischer Vertreter der Querdenker ebenso wie der wackere Heribert Prantl entgegnen, dass man ganz im Gegenteil für den Erhalt der liberalen Demokratie eintritt und deren Auflösung fürchtet. Eine Auflösung, die in der freiwilligen Selbstentmachtung der Parlamente und dem demokratisch nicht legitemierten Durchregieren einer Ministerpräsidentenkonferenz unter Führung der Kanzlerin bereits deutlich zutage tritt.


    Derart irritiert frage ich mich, was mich nach den ersten zwei Minuten zum Weiterhören motivieren könnte. Ist unter einer derartigen Prämisse eine wissenschaftlich neutrale soziologische Studie der Bewegung zu erwarten?

  • Na ja, so lang ist es ja nicht.

    Ich fand es bemerkenswert neutral, wenn man bedenkt, was bisher verzapft wurde.

    Und witzig, wenn man die rührend ahnungslose Interpretation der nicht ausgefüllten Felder hört.

  • Ich wollte mal wissen, was Nachtwey sonst so macht. Interessanterweise übt er Kritik am digitalen Kapitalismus und am technokratisch dominierten „Solutionismus“...



    ...und ist damit von so manchem „Querdenker“ gar nicht weit entfernt. Schade, dass er die Gefahren - aus Sicht des Silicon Valley sind es Chancen -, die sich aus der Kombination von Corona-Krise und digitalem Kapitalismus ergeben, nicht zu erkennen scheint.

  • Na ja, so lang ist es ja nicht.

    Ich fand es bemerkenswert neutral, wenn man bedenkt, was bisher verzapft wurde.

    Und witzig, wenn man die rührend ahnungslose Interpretation der nicht ausgefüllten Felder hört.

    Klar habe ich noch weitergehört. Nachtwey spricht von einer "Kultur des Misstrauens" und einem Zweifel an "etabliertem Wissen", das für ihn "fast schon paranoide" Züge trägt.


    Ich frage mich, wozu er dieses Framing braucht. Auf die Position, dass es bei einem neuartigen Virus kein etabliertes Wissen gäbe, ziehen sich Forscher wie Prof. Drosten regelmäßig dann zurück, wenn sie heute etwas völlig anderes erzählen als noch gestern; Nachtwey selbst rechtfertigt damit Drostens Meinungsänderung beim Thema Masken.


    Und Zweifeln an angeblich "etabliertem" Wissen nachzugehen, somit eine "Kultur des Misstrauens" zu pflegen, war mal das, was guten Journalismus ausgemacht hat - bei anderen Themen ist das heute noch so. Was veranlasst Nachtwey, diesen Zweifel beim Corona-Thema zu pathologisieren? Ist es eine Angst vor der eigenen Courage, die er bei anderen Themen wie der oben verlinkten Kapitalismuskritik ja durchaus aufbringt?


    Völlig lächerlich wird es, wenn Nachtway billige Talking Points aus der Anetta-Kahane-Ecke übernimmt und "Verschwörungtheorien" gleichsetzt mit "Antisemitismus". Das klang übrigens auch mehrfach an kürzlich bei den Reden zum Holocaust-Gedenktag. Was denken sich diese Leute? Kann man die Shoa noch gedankenloser verharmlosen?


    Am Schluss zeigt er dann so etwas wie Verständnis für die "Querdenker" und diagnositiert ganz richtig eine Verengung des öffentlichen Diskurses als Ursache für solche Bewegungen. Nur schade, dass er die Diskursverengung - zumindest bei diesem Thema - selbst auch vorantreibt.

  • Er sagte ja, es ist erst mal nur ein Aufriss, d.h. eine Vorstudie zum einsteigen ins Thema.

    Anetta Kahane sagt mir nix.

    In der rechten Verschwörerecke ist Antisemitismus natürlich Standard. Er hatte sich aber um den linken Teil gekümmert. Klar schalten die nach etlichen Anläufen, in diese Ecke gestellt zu werden ab, bzw. beantworten die Fragen erst gar nicht, aus verständlich genervter Gereiztheit heraus.

    Wobei es das in sehr kleinen Anteilen sicher auch gibt, aber das wäre bei so einer Studie vernachlässigbar.

  • Klar habe ich noch weitergehört. Nachtwey spricht von einer "Kultur des Misstrauens" und einem Zweifel an "etabliertem Wissen", das für ihn "fast schon paranoide" Züge trägt.


    Ich frage mich, wozu er dieses Framing braucht. Auf die Position, dass es bei einem neuartigen Virus kein etabliertes Wissen gäbe, ziehen sich Forscher wie Prof. Drosten regelmäßig dann zurück, wenn sie heute etwas völlig anderes erzählen als noch gestern; Nachtwey selbst rechtfertigt damit Drostens Meinungsänderung beim Thema Masken.


    Und Zweifeln an angeblich "etabliertem" Wissen nachzugehen, somit eine "Kultur des Misstrauens" zu pflegen, war mal das, was guten Journalismus ausgemacht hat - bei anderen Themen ist das heute noch so. Was veranlasst Nachtwey, diesen Zweifel beim Corona-Thema zu pathologisieren? Ist es eine Angst vor der eigenen Courage, die er bei anderen Themen wie der oben verlinkten Kapitalismuskritik ja durchaus aufbringt?

    Ja, früher gab es eine Kultur des Mißtrauen, auch heute noch, aber die verschiedenen Streitparteien diskutieren nicht mehr miteinander. Deswegen, und weil es kein Nischenphänomen ist, finde ich ein paar Studien dazu gar nicht übel.

  • Er sagte ja, es ist erst mal nur ein Aufriss, d.h. eine Vorstudie zum einsteigen ins Thema.

    Er sagt auch, dass er an die echten Rechtsextremen nicht rankam, nicht zuletzt weil sie seine Online-Fragebögen gar nicht erst ausfüllen. Die Frage, wie groß deren Anteil an der Bewegung überhaupt ist, bleibt also weiter offen und damit auch die Frage, inwieweit die oft gegenüber "Querdenkern" geäußerte Kritik wegen mangelnder Abgrenzung nach rechts überhaupt gerechtfertigt ist.


    Nun kann man die Forderung nach Abgrenzung natürlich ausweiten auf die parlamentarische Rechte - sprich die AfD - und wenn ich das richtig verstehe, klingt das auch bei Nachtwey durch. Ich persönlich würde aber gerade wegen des Mangels an einer parlamentarischen Opposition zu den Corona-Maßnahmen und den sie begleitenden Narrativen nicht so weit gehen, das zu fordern. Was mich aber noch lange nicht zu einem Freund der AfD macht...

  • Klar habe ich noch weitergehört. Nachtwey spricht von einer "Kultur des Misstrauens" und einem Zweifel an "etabliertem Wissen", das für ihn "fast schon paranoide" Züge trägt.


    Ich frage mich, wozu er dieses Framing braucht.

    Sorry für das Gehackstückel, für Struktur ist's mir noch zu früh.

    Ich erwarte auch griffige Thesen. Entweder ist es paranoid oder nicht.

    Und wenn, dann wiĺ ich hören, warum.

  • Er sagt auch, dass er an die echten Rechtsextremen nicht rankam, nicht zuletzt weil sie seine Online-Fragebögen gar nicht erst ausfüllen. Die Frage, wie groß deren Anteil an der Bewegung überhaupt ist, bleibt also weiter offen und damit auch die Frage, inwieweit die oft gegenüber "Querdenkern" geäußerte Kritik wegen mangelnder Abgrenzung nach rechts überhaupt gerechtfertigt ist.


    Nun kann man die Forderung nach Abgrenzung natürlich ausweiten auf die parlamentarische Rechte - sprich die AfD - und wenn ich das richtig verstehe, klingt das auch bei Nachtwey durch. Ich persönlich würde aber gerade wegen des Mangels an einer parlamentarischen Opposition zu den Corona-Maßnahmen und den sie begleitenden Narrativen nicht so weit gehen, das zu fordern. Was mich aber noch lange nicht zu einem Freund der AfD macht...

    Die extreme Rechte hat ihre Positionen nicht geändert und ist deswegen für diese Studie nicht von Belang.

    Genau, das war ja gerade der Punkt, daß die Linke , bzw der linkstendierende Teil der Bewegung, nur noch in Freund oder Feind unterteilt, ohne Links-Rechts Schema, bzw. die bisher natürliche ideologische Grenze überschritten hat.

    Das ist ja auch das, was in der gesamten Diskussion die meiste Irritation verursacht hat.

  • Genau, das war ja gerade der Punkt, daß die Linke , bzw der linkstendierende Teil der Bewegung, nur noch in Freund oder Feind unterteilt, ohne Links-Rechts Schema, bzw. die bisher natürliche ideologische Grenze überschritten hat.

    Merkel gilt den Rechten und auch der konservativen Presse als links, weil sie eine liberale Familienpolitik betreibt und mal kurzzeitig die Grenze geöffnet hat für Flüchtende. Gleichzeitig fährt sie wirtschafts- und sozialpolitisch einen industriefreundlich-neoliberalen Kurs und ihr "alternativloses" Durchregierieren in der Corona-Krise trägt fast schon autokratische Züge, wird aber von der parlamentarischen Linken im Bund weitgehend mitgetragen und in Thüringen auf ähnliche Weise selber betrieben. Antifanten demonstrieren gegen Querdenker und drohen, diese "alle impfen" zu wollen, und auch ein CSU-Chef Markus Söder wagt immer wieder Vorstöße in Richtung Impfpflicht... -


    Das alte Links-Rechts-Schema scheint mir längst schon obsolet; es braucht keine Querdenker, um es endgültig zu beerdigen. Es ist meiner Meinung nach ganz natürlich, dass sich auf dieser Basis neue, auch ideologieübergreifende Bündnisse ergeben. In den Anfängen der grünen Öko-Bewegung war das kein bisschen anders.