Ergänzung #12: Corona im Bundestag, Terror in Wien

  • Öffentlicher Dienst:


    Meinetwegen kann Jenny gerne nochmal doppelt so oft sagen, dass dem öffentlichen Dienst zu wenig Ressourcen zugeteilt werden. Der deutsche Staat leidet immer noch unter einem massiven Kater nach der Orgie von Privatisierung, Stellenstreichungen und unzureichenden Neueinstellungen im öffentlichen Sektor der letzten Jahrzehnte.


    Schule: Bitte kleinere Klassen, Justiz: Bitte mehr Richter und Spezialisten, die mit den Lobbyanwälten mithalten können, Wissenschaft: Feste Stellen für Jungwissenschaftler, überall im ÖD: Mehr IT-Experten, etc, etc. Der Podcast vermittelt ja immer wieder ganz gut den Eindruck, dass im öffentlichen Sektor durch die Bank was verkehrt läuft.


    Erst mal heißt das: Mehr Geld für den ÖD. Seeeeehr viel Geld. Ziel ist dabei, qualifizierte und talentierte Leute aus volkswirtschaftlich unproduktiven Bereichen (Banken, Versicherungen, Unternehmensberater, Wirtschaftsanwälte, social media,...) mit diesem Geld in den öffentlichen Dienst zu bringen, wo man sie für tausend gute Zwecke einsetzen kann.


    Was die Gesundheitsämter angeht, weiß ich nicht, was eine angemessene Personalausstattung wäre. Ich mache aber die Beobachtung, dass in Südkorea und Taiwan deutlich mehr Leute in den entsprechenden Bereichen beschäftigt sind.


    Generell möchte ich mal (etwas provokant) fragen: Sollten wir nicht mehr China wagen? Könnte man sich denn nicht mal möglichst genau anschauen, was dort besser funktioniert als hier? (Coronamaßnahmen scheinen mir ein ziemlich guter Startpunkt zu sein.) Und sich dann anschließend ernsthaft fragen, wieviel davon auch ohne Umerziehungslager und Einparteienherrschaft geht? Und dabei die Opportunitätskosten/Grundrechtseinschränkungen im Kopf behalten, die quasi automatisch folgen, wenn man sich zum Beispiel entscheidet, auf striktere Quarantänemaßnahmen zu verzichten...

  • Ich fand die Aufarbeitung der "Diskussion" im Bundestag und des dortigen Umgangs mit dem Antrag der AfD gut. Freue mich auch über den kleinen Hoffnungsschimmer, den der Redner der Linken in mir weckt, dass seine Partei doch noch zu einem angemessenen Umgang mit dem Thema findet.


    Ein Arbeitskollege (deutscher Staatsbürger mit türkischen Wurzeln) meinte gestern, wenn "die so weitermachen mit dem Corona", dann sei ihm "alles egal", er wähle dann die AfD. Schätze, er ist damit nicht allein.


    Bin jetzt bei Stefans Idee eines zweiwöchigen Komplett-Lockdowns zum "Aushungern" der Viren hängengeblieben. Ich frage mich, ob das wirklich funktionieren würde.


    Wir alle kennen das doch, insbesondere aus der Übergangszeit im Herbst: Man ist draußen beim Joggen, schwitzt, zieht nicht rechtzeitig trockene Klamotten an, kühlt dann aus und schwupp, hat man sich eine Erkältung eingefangen. Das kriegt man durchaus auch hin, ganz ohne dass daran eine andere Person beteiligt ist. "Erkältung" hat eben doch oft etwas mit Kälte zu tun, auch wenn die Wissenschaft nicht so recht weiß, wie das genau zusammenhängt.


    https://de.wikipedia.org/wiki/…4lte_und_Erk%C3%A4ltungen


    Die Vermutung ist naheliegend, dass man bei so einer durch Kälte ausgelösten "Selbstinfektion" die Erreger schon länger in sich trug und die Mistviecher einfach in dem Moment ihre Chance genutzt haben, als man mal kurz wegen Kälte und Erschöpfung die Immunabwehr runterfahren musste. Die Frage ist dann: Wie lange halten die Viren durch, wenn sie in einem drin auf einen Moment der Schwäche warten? An dieser Zeit müsste sich nämlich die Dauer eines Komplett-Lockdowns bemessen, und nicht an der Inkubationszeit. PCR-Tests können noch etliche Wochen nach einer Infektion positiv sein, das könnte einen Anhaltspunkt für die notwendige Lockdown-Dauer geben.

  • Ich musste mich jetzt einfach mal anmelden. Weil ich eure Diskussion recht abgehoben finde. Allein eure Vorstellung eines totalen Lockdowns:


    - Zum Thema Vorrat: Ich habe hier nur eine 30 Quadratmeter 1-Zimmer-Wohnung. Und ich denke, viele Singles wohnen ähnlich klein. Wir haben in Deutschland rund 18 Millionen Single-Haushalte. Wie soll ich mir in meiner kleinen Bude einen Vorrat für zwei Wochen anlegen? Ich kriege vom reinen Raum her nicht mal einen Vorrat für 4-5 Tage hin. Zudem braucht man für einen Vorrat eine Kühlvorrichtung um etwas einzufrieren. Hat tatsächlich auch lange nicht mehr jeder im Haushalt! Und überhaupt: Was denkt ihr denn, was dann in den Tagen vor so einen Lockdown in den Läden los wäre? Hauen und Stechen! Also wenn ihr wollt, dass die Leute so richtig heftige Massenhysterie entwickeln...


    (Und jetzt kommt mir nicht mit Lieferdiensten! Selbst hier in Chemnitz gibt es keinen Supermarkt, der einen Lieferdienst anbietet! Solche Vorschläge kommen irgendwie immer von Leuten die in Leipzig, Frankfurt, Berlin oder andere Metropolen leben...)


    - So eine Forderung kann man auch nur dann bringen, wenn man psychisch gesund ist. Versucht Euch, bitte, doch einmal in Menschen mit Depressionen, schweren Persönlichkeitsstörungen, PTBS, Angsttraumata, etc. reinzuversetzen. Richtig schwere psychische Erkrankungen! Sind jährlich übrigens rund 5,3 Millionen Menschen, die das in Deutschland betrifft - nur was Depressionen betrifft. Die beste Medizin gegen solche Erkrankungen ist: raus gehen! In die Natur! Und vor allem auch Menschen treffen, sich umarmen. Leute, hört doch endlich mal auf dieses Corona über alles zu stellen. Nur weil Corona ist, machen andere, noch viel schwerere und sehr viel gefährlichere Erkrankungen, keine Pause. Mal ein Vergleichswert: Im Jahr 2015 haben sich 10.080 Menschen durch Suizid getötet! Was denkt ihr denn wie hier die Suizidfälle in die Höhe schießen, wenn ihr uns alle einsperren wollt?


    - FFP2 Masken im Freien? Hier empfehle ich einfach nur die Podcasts mit Alexander Kekulé. Masken im Freien sind allgemein unsinnig. Mit so einer Forderung macht ihr Euch doch unglaubwürdig, weil es ebenfalls eine pure aktionistische Panikforderung ist.


    - Was bringen solche harten Lockdowns überhaupt? In Spanien und Italien hatten sie sowas monatelang. Ist das Virus dort verschwunden?



    Übrigens zur App: In Frankreich etwa haben sie ja ne sehr datenhungrige App entwickelt mit Bewegungsprofilen und dergleichen. Und nun ratet mal von wie vielen Franzosen diese App runtergeladen wurde. Genau... ;)



    Stattdessen frage ich mich, warum über den eigentlichen Grund der Krise nie gesprochen wird!? Wir haben hier es doch tatsächlich nur mit einer neuen Krankheit zu tun. Kein Killervirus! Laut Kekulé werden rund 0,37% aller Infizierten hospitalisiert.


    Mal ein paar Zahlen, warum wir jetzt diese Krise haben:

    - Seit 1990 bis heute wurden bundesweit über 500 Krankenhäuser geschlossen!

    - Seit 1990 wurden über 650.000 Pflegekräfte ausgebildet. Rund 335.00 Pflegekräfte haben den Beruf verlassen. Davon würden rund die Hälfte, man geht von einem Potential zwischen 120.000 - 200.000 aus, wieder in den Job zurückkehren. Unter der Voraussetzung, dass die Arbeitsbedingungen massivst verbessert werden würden! Und damit ist noch nicht mal Bezahlung gemeint!

    - Über 2/3 der heutigen Azubis in den Pflegeberufen brechen die Ausbildung ab.

    - Rund 1/3 der Beschäftigen in den Pflegeberufen sind akut von der Gefahr an Burnout zu erkranken betroffen.


    Das sind alles Zahlen aus den letzten 2, 3 Jahren. Diese Entwicklung weiß man aber schon seit Jahren! Und es wurde nie etwas gemacht. Stattdessen wurde uns jahrelang gesagt: „Leere Krankenhäuser sind uneffektiv.“ Und genau diese leeren Krankenhäuser fehlen uns jetzt. Es braucht kein Virus um das System zum Kollaps zu bringen, sondern auch eine Katastrophe wie ein schwerer Zugunfall würde das örtliche Gesundheitssystem kollabieren lassen. Weil der ganze Bereich so dermaßen auf Kante genäht ist, sämtliche Einrichtungen chronisch unterbesetzt sind, dass alles was außer Plan läuft das System zum kollabieren bringt.


    Und darüber redet niemand! Weder in den Mainstream-Medien noch in den Parteien. Denn dann müsste man ja auf das Ergebnis kommen, dass diese derzeitige Krise vor allem handgemacht ist. Ein so stark ausgebautes Gesundheitssystem wie beispielsweise noch vor 35 Jahren würde mit der Corona-Erkrankung locker fertig werden, weil es sehr viel mehr Personal gäbe! Wir reden hier immerhin von hunderttausenden Fachkräften! Diese sind da, diese wurden ausgebildet!


    Und was passiert eigentlich NACH der Krise? Die Regierung macht keine Anstalten auch nur irgendwas zu ändern! Und ich kenne viele Pflegerinnen, die jetzt sagen: „Das will ich jetzt noch irgendwie durchhalten, aber danach brauche ich eine lange Pause und suche mir was anderes.“ Und wenn wir ehrlich sind, kommen diese nicht wieder in den Beruf, sollte sich nicht endlich fundamental was ändern! Wer weiß ob dann die normale Versorgung noch gewährleistet werden kann?



    Das wäre das Themenkomplex worüber man reden müsste, weil es der ursächliche Grund der Krise darstellt!

  • Hi, gerade gefunden

    https://taz.de/Pflegekraefte-in-Coronakrise/!5728428/

  • Zitat aus dem Artikel:


    Zitat

    Von den für die Heime zugesagten zusätzlichen 13.000 Fachkraftstellen ewa konnten bisher nur 3.600 Stellen besetzt werden, so der Gesundheitsminister. Corona mache es derzeit zusätzlich schwer, im Ausland Personal zu rekrutieren.

    Und das ist eine pure Lüge, die von fachfremden Journalisten gerne unkritisch weitergegeben wird. 2018 etwa wurde die sogenannte „Pflege Comeback Studie“ veröffentlicht: https://www.aerztezeitung.de/P…zur-Rueckkehr-227876.html


    Demnach wären mehr als genug Menschen bereit in den Beruf wieder einzusteigen, würden sich vor allem Organisation, Arbeitsbedingungen und dergleichen zum positiven ändern.


    Kannst Dir ja mal die Artikel durchlesen, die auf dieser Facebookseite seit Jahren gesammelt werden: https://www.facebook.com/PflegepersonalaufdieStrasse

    Danach bekommst Du einen ungefähren Eindruck wie schlimm die Lage ist. Nicht erst seit Corona. Ich selbst kenne auch genug ausgebildete Pflegerinnen vor allem, die würden gerne wieder in diesem Beruf arbeiten. Die Realität in den Einrichtungen geht jedoch gegen jegliche humanistische Werte, weswegen man sich ursprünglich mal für genau diesen Beruf entschieden hat.


    Ich meine, das ist schon sehr absurd. Wir HABEN hier genug Fachkräfte, man müsste halt einfach mal die Arbeitsbedingungen verbessern, und stattdessen rekrutiert die Regierung die Fachkräfte in anderen Ländern weg, die hier die Drecksarbeit zu nem Hungerlohn machen sollen. Ein Lohn, der perfider weise immer noch besser als in den Heimatländern ist. Dennoch fehlen natürlich diese Menschen wiederum in ihren Heimatländern.


    Ich kann gar nicht so viel essen wie ich kotzen könnte über diese Politik! Hier in Sachsen und nebenan in Tschechien sieht man es sehr exemplarisch: hunderte Ärzte und Pflegekräfte aus Tschechien arbeiten hier in Sachsen, während in Tschechien auch ohne Pandemie die Gesundheitsfürsorge recht dürftig ist und Fachkräftemangel herrscht. Im Endeffekt bildet Tschechien für Sachsen aus.

  • Ja, hab ich schon mitbekommen, besonders in den Altenheimen. Da bleibt das Personal im Schnitt 2 Jahre und ist danach selbst fix und fertig oder krank.

    Ehrlich gesagt wünsche ich mir fast einen Kollaps herbei; diese unterbezahlte undankbare Arbeit wird ja meist von Frauen übernommen und die sollten auch mal lernen, nein zu sagen.

  • Bzgl. der Anschläge in Wien nochmal. Falls ihr noch einen Gast für den Podcast sucht, kann ich Moussa Diaw (der Herr von DERAD im Beitrag aus dem ORF Beitrag im Podcast) sehr empfehlen. Er ist sehr gut aufgestellt in Sachen Extremismus und Islamismus. Kann auch vermitteln, falls ihr Kontakt braucht!

  • Bin jetzt bei Stefans Idee eines zweiwöchigen Komplett-Lockdowns zum "Aushungern" der Viren hängengeblieben. Ich frage mich, ob das wirklich funktionieren würde.

    Die Idee ist nicht von Stefan, woher sie ursprünglich stammt, weiß ich selbst auch noch nicht, zum ersten mal gehört hab ich sie im UKW-Podcast von Tim Pritlove hier.🤷‍♀️



    Die Vermutung ist naheliegend, dass man bei so einer durch Kälte ausgelösten "Selbstinfektion" die Erreger schon länger in sich trug und die Mistviecher einfach in dem Moment ihre Chance genutzt haben, als man mal kurz wegen Kälte und Erschöpfung die Immunabwehr runterfahren musste. Die Frage ist dann: Wie lange halten die Viren durch, wenn sie in einem drin auf einen Moment der Schwäche warten? An dieser Zeit müsste sich nämlich die Dauer eines Komplett-Lockdowns bemessen, und nicht an der Inkubationszeit. PCR-Tests können noch etliche Wochen nach einer Infektion positiv sein, das könnte einen Anhaltspunkt für die notwendige Lockdown-Dauer geben.

    Ähnlich nur anders ist das auch bei vielen, jedoch nicht allen Chemotherapie Verläufen, und ähnlich einer Chemotherapie sind auch die möglichen Auswirkungen des Civid-19-Virus auf schon gestresste individuelle Immunabwehrsysteme bei uns Menschen, auch der zweite Punkt unter Gegenanzeigen gibt einen Hinweis darauf weshalb es unnötig ist noch zu testen wenn die Symptome alle schon darauf hinweisen, oder anders wenn es auch eine normale Grippe sein könnte, welche gründe gibt es dann noch einen Corona-Test zu verschwenden, wenn die zu Testende gegen die normale Grippe schon aktuell geimpft ist? 🤷‍♀️