Was jetzt mit den Schulen?

  • Donnerstag, 19. November 2020, 6:30 Uhr

    Schule, manchmal wird sie zum Schauplatz, manchmal zum Kriegsgebiet. Derzeit verschiebt sich die Diskurslage wieder zu Letzterem. Die Kultusminister der Länder haben Angst vorm Abriss der Normalität, es regiert das Prinzip Hoffnung, während die Lehrer alles ausbaden müssen und die Bundespolitik sich profiliert. Alles wie gehabt. Dass Covid-19 eine echte Krankheit ist und die Epidemie eine wirkliche Bedrohung, geht im Medienzirkus unter. Wir sprechen heute nochmal aus familärer und Lehrer-Sicht über die aktuellen Probleme in den Schulen, die Corona zuweilen eher aufzeigt als verursacht.

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    Quelle: https://alias-podcast.de/2020/…as-jetzt-mit-den-schulen/

  • Hallo Stefan,

    ich bin erst seit kurzem Hörer eures Podcasts. Die aktuellste Ausgabe Was jetzt mit den Schulen hat mich direkt getriggert, da ich selber Lehrer bin. Der Grund warum ich schreibe ist, dass ihr beiden alles sehr nett und anschaulich dargelegt habt. Jedoch nur aus Sicht des Bildungsbürgertums (ich sag das jetzt mal so, no offense).

    Ich unterrichte an einer Realschule plus in der tiefsten Provinz von RLP, jedoch keine 45 Minuten von FFM entfernt und habe just diese Woche meine Klasse auf eine mögliche digitale Unterrichtsumstellung vorbereitet. Ich bin Klassenlehrer einer siebten Berufsreifeklasse und ich schüttel nur mit dem Kopr, wenn ich von selbstständigen, eigenverantwortlichen Lernen höre. Ich schlacker mit den Ohren, wenn ich höre, was deine Tochter, ich vermute Gymnasium, in der 5. Klasse zur ersten Stunde macht. Es gibt eine wirklich gigantische Diskrepanz zwischen den Schularten, die auch die Digitalisierung ad absurdum führt. Da zähle ich noch nicht mal Schüler die keinerlei Endgeräte haben dazu. Vielmehr sind die Kenntnisse dieser digitalnativen Klientel auf einem Level, der es im Prinzip unmöglich macht fern zu unterrichten. Meine Schüler sind auch die, die abgehangen werden. Die, die den Anschluss verlieren, falls er überhaupt jemals gegeben war.

    Wollte das mal loswerden.

  • Hallo Stefan,

    ich bin erst seit kurzem Hörer eures Podcasts. Die aktuellste Ausgabe Was jetzt mit den Schulen hat mich direkt getriggert, da ich selber Lehrer bin. Der Grund warum ich schreibe ist, dass ihr beiden alles sehr nett und anschaulich dargelegt habt. Jedoch nur aus Sicht des Bildungsbürgertums (ich sag das jetzt mal so, no offense).

    Ich unterrichte an einer Realschule plus in der tiefsten Provinz von RLP, jedoch keine 45 Minuten von FFM entfernt und habe just diese Woche meine Klasse auf eine mögliche digitale Unterrichtsumstellung vorbereitet. Ich bin Klassenlehrer einer siebten Berufsreifeklasse und ich schüttel nur mit dem Kopr, wenn ich von selbstständigen, eigenverantwortlichen Lernen höre. Ich schlacker mit den Ohren, wenn ich höre, was deine Tochter, ich vermute Gymnasium, in der 5. Klasse zur ersten Stunde macht. Es gibt eine wirklich gigantische Diskrepanz zwischen den Schularten, die auch die Digitalisierung ad absurdum führt. Da zähle ich noch nicht mal Schüler die keinerlei Endgeräte haben dazu. Vielmehr sind die Kenntnisse dieser digitalnativen Klientel auf einem Level, der es im Prinzip unmöglich macht fern zu unterrichten. Meine Schüler sind auch die, die abgehangen werden. Die, die den Anschluss verlieren, falls er überhaupt jemals gegeben war.

    Wollte das mal loswerden.

    Fast jeder Politiker wird so richtig Bock haben auf eine digitalisierte Schule. Damit kann man sich super profilieren und die Wirtschaft steht schon sabbernd vor Gier in den Startlöchern.

    Für Deine Schüler interessiert sich niemand.

    Das läßt sich nicht abwenden, selbst wenn vor Weihnachten noch alle geimpft wären.

    Die einzige Chance, die ihr habt ist, daß nächstes Jahr nicht grün - schwarz, sondern grün- rot- rot gewählt wird. Damit bestünde wenigstens eine Aussicht darauf, schwächere Schüler besser zu fördern als die Kinder und Enkel der reichen Bildungsbürger.

  • Ich bin auch Lehrer (an einem Gymnasium) in Bayern. Ich wollte noch ergänzen, dass das, was Thomas unter der Maßgabe "Lehrer sind immer KP2" beschrieben hat, bei mir so nicht der Fall war. Einer meiner Schüler war kurz vor den Herbstferien asymptomatisch infiziert. Alle Lehrer, die ihn unterrichtet hatten, mussten bis zum negativen Testergebnis (+ anschließender Aufhebeverfügung des Gesundheitsamts) in Quarantäne. Alltagsmaske war egal (ist eh Pflicht). Als KP2 hätte man nur gezählt, wenn man eine FFP2-Maske getragen hätte. Seitdem hat sich die Zahl der FFP2-Masken im Kollegium drastisch erhöht.


    KP = Kontaktperson; Zahl = Grad

  • Fast jeder Politiker wird so richtig Bock haben auf eine digitalisierte Schule. Damit kann man sich super profilieren und die Wirtschaft steht schon sabbernd vor Gier in den Startlöchern.

    Für Deine Schüler interessiert sich niemand.

    Das läßt sich nicht abwenden, selbst wenn vor Weihnachten noch alle geimpft wären.

    Die einzige Chance, die ihr habt ist, daß nächstes Jahr nicht grün - schwarz, sondern grün- rot- rot gewählt wird. Damit bestünde wenigstens eine Aussicht darauf, schwächere Schüler besser zu fördern als die Kinder und Enkel der reichen Bildungsbürger.

    Schön wehre es schon, wenn es nun aber anders kommt würde, dann vermute ich das, der beachtenswerte Vorschlag von Thomas vermutlich nur in Privaten Bildungsvereinigungen für unterprivilegierte führen wird, oder zu "Nachhilfe-Tafeln" die nur aus den Resten der nicht kopiergeschützten Bildungsmaterialien zehrt. 🤷‍♀️

  • Schön wehre es schon, wenn es nun aber anders kommt würde, dann vermute ich das, der beachtenswerte Vorschlag von Thomas vermutlich nur in Privaten Bildungsvereinigungen für unterprivilegierte führen wird, oder zu "Nachhilfe-Tafeln" die nur aus den Resten der nicht kopiergeschützten Bildungsmaterialien zehrt. 🤷‍♀️

    So wird es sein.

    Allerdings sind die Realschüler manchmal besser dran, weil sie, denke ich, oft selbständiger und kreativer sind, als die überbehüteten Gymnasiasten. Die müssen nicht zur intrinsischen Motivation getragen werden.

    Das gilt natürlich nicht generell und ich fände weitere aktuelle Diskussionen zur Zukunft der Bildung, von denen, die es betrifft, ziemlich gut.

    Einmal editiert, zuletzt von Lymi () aus folgendem Grund: ist mir doch tatsächlich ein n abhanden gekommen. eiiin!!!

  • So wird es sein.

    Allerdings sind die Realschüler manchmal besser dran, weil sie, denke ich, oft selbständiger und kreativer sind, als die überbehüteten Gymnasiasten. Die müssen nicht zur intrinsische Motivation getragen werden.

    Das gilt natürlich nicht generell und ich fände weitere aktuelle Diskussionen zur Zukunft der Bildung, von denen, die es betrifft, ziemlich gut.

    Am Sonntag soll Robert im Podcast ja dabei sein, falls er nicht schon irgendwo einen Nebenjob annehmen musste, und dann absagen müsste, lassen wa uns mal überraschen, ich hoffe doch das da diesmal mehr Spenden auch für Robert rauskommen. 🤷‍♀️

  • Am Sonntag soll Robert im Podcast ja dabei sein, falls er nicht schon irgendwo einen Nebenjob annehmen musste, und dann absagen müsste, lassen wa uns mal überraschen, ich hoffe doch das da diesmal mehr Spenden auch für Robert rauskommen. 🤷‍♀️

    Er kann sicher aktuelles berichten. Quasi könnte er ja auch selbst podcasten, statt kellnern. Obwohl das sich vermutlich erst auf lange Sicht auszahlt. Gehört für manche Studienfächer mittlerweile sowieso zum Handwerk.

    Er wirkt auf mich immer so meega- vernünftig. Da würde mich schon interessieren, ob das jetzt so üblich ist unter jungen Leuten und warum. Und ist das für künftige Revolutionsbestrebungen vielleicht sogar hilfreicher, weil z.B. besser organisiert??

  • Er kann sicher aktuelles berichten. Quasi könnte er ja auch selbst podcasten, statt kellnern. Obwohl das sich vermutlich erst auf lange Sicht auszahlt. Gehört für manche Studienfächer mittlerweile sowieso zum Handwerk.

    Er wirkt auf mich immer so meega- vernünftig. Da würde mich schon interessieren, ob das jetzt so üblich ist unter jungen Leuten und warum. Und ist das für künftige Revolutionsbestrebungen vielleicht sogar hilfreicher, weil z.B. besser organisiert??

    Ja und eben da beginnt, Bildungsgerechtigkeit doch auch eigentlich, bei mir selbst ist es zu lange her, und so wie ich mich erinnere wurden die Schüler, die eh von Haus aus schon besser waren vom Lehrer noch mehr gefördert, ich sag nicht das der Lehrer das auch so vorhatte, die welche von zu Hause schon Probleme mitbrachten, wurden dann eher bloßgestellt wenn der Lehrer bemerkte das die nicht aufpassten, soll heißen er hat es ausgenutzt, oder zugelassen wenn die andern über diese Lachten, erst viel später konnte ich nach meiner ersten Therapie einiges für mich selbst nachholen, als ich etwas klarer war haben die Intelligenztest denen ich unterzogen wurde sich auch bestätigt, da waren einige meiner ehemaligen Mitschüler, schon zum ersten mal geschieden.🤷‍♀️

  • Ja und eben da beginnt, Bildungsgerechtigkeit doch auch eigentlich, bei mir selbst ist es zu lange her, und so wie ich mich erinnere wurden die Schüler, die eh von Haus aus schon besser waren vom Lehrer noch mehr gefördert, ich sag nicht das der Lehrer das auch so vorhatte, die welche von zu Hause schon Probleme mitbrachten, wurden dann eher bloßgestellt wenn der Lehrer bemerkte das die nicht aufpassten, soll heißen er hat es ausgenutzt, oder zugelassen wenn die andern über diese Lachten, erst viel später konnte ich nach meiner ersten Therapie einiges für mich selbst nachholen, als ich etwas klarer war haben die Intelligenztest denen ich unterzogen wurde sich auch bestätigt, da waren einige meiner ehemaligen Mitschüler, schon zum ersten mal geschieden.🤷‍♀️

    Ich würde sagen, es lohnt sich immer, für Verbesserungen zu streiten, auch Konzepte auszuprobieren und die mal gegen die Wand zu fahren.


    Ich hab mir gestern ein neues Buch gekauft, daß wär sicher auch was für Dich.


    https://m.tagesspiegel.de/kult…3A%2F%2Fwww.google.com%2F

  • Er sagt nicht ja. Er fragt.

    So einen ähnlichen tick hab ich auch manchmal, wenn ich versuche weiterführende zusammenhänge wieder zugeben sprachlich, ich sag dann am ende eines Halbsatzes, dort wo also sonst ein Koma hinkommt, "Weißt du" oder auf Saarländisch "Wäscht'de" und wenn sich dann dort zu viele offene Taps zu diesem Thema angesammelt hatten, vergesse ich diese pause hinter dem Koma und rede trotzdem weiter, und das macht Thomas dann öfter als nur manchmal auch.

  • So einen ähnlichen tick hab ich auch manchmal, wenn ich versuche weiterführende zusammenhänge wieder zugeben sprachlich, ich sag dann am ende eines Halbsatzes, dort wo also sonst ein Koma hinkommt, "Weißt du" oder auf Saarländisch "Wäscht'de" und wenn sich dann dort zu viele offene Taps zu diesem Thema angesammelt hatten, vergesse ich diese pause hinter dem Koma und rede trotzdem weiter, und das macht Thomas dann öfter als nur manchmal auch.

    Ich mach das auch mit dem " ja" , aber nur, wenn ich schlechte Laune habe und ein begriffsstutziges Gegenüber. Daher kann ich Thomas nicht immer anhören.

  • Ein Arbeitskollege hat mir erzählt, dass sein Sohn, Erstklässler, jetzt dauernd irgendwelche Briefe mit nach Hause bringt mit Beschwerden der Lehrerin über ihn: dass er zu oft an seiner Maske rumfummelt und dann in seinem (!) Gesicht zum Beispiel, aber der Gipfel der Absurdität war die Kritik, er würde „zu feucht atmen“. Jetzt bekommt er eben 10 waschbare Stoffmasken mit statt drei.


    Manche Leute sollten echt nicht Lehrer oder Lehrerin werden. Und überhaupt ist die Maskenpflicht für Grundschüler absurd.


    Weil ich bei 1:25:00 wieder mal die Erzählung höre, Kinder würden das Vieus „asymptomatisch weitertragen“ und dass dann „die Oma stirbt“: Das stand so wohl mal in einem Angstmacher-Pamphlet des BMI drin, aber es gibt dafür NULL Evidenz. Kein einziger Fall einer asymptomatischen Übertagung wurde bisher nachgewiesen und schon gar nicht, dass dadurch eine Oma starb.


    Was es tatsächlich gibt sind Nachweise von Viruslast vor Symptombeginn und Modellierungen, die vermuten lassen, dass dadurch möglicherweise auch eine Übertragung stattfinden kann. Die einen Forscher halten eine solche Übertragung für mehr, andere für weniger wahrscheinlich. Zu bedenken ist auch, dass die Heftigkeit einer Erkrankung von der übertragenen Virusmenge abhängt und die ist bei einem Symptomlosen, der weder hustet noch niest, naturgemäß klein. Also vergesst die vom gesunden (symptomlos!) Kind getötete Oma, das ist Quatsch.


    Es ist höchste Zeit, dass wir solche irreführenden Narrative loswerden.


    Nature-Artikel dazu: What the data say about asymptomatic COVID infections

  • Ich vermute, die meisten Omis stecken sich im Pflegeheim/ Krankenhaus an.

    Das Personal wohnt ja nicht da.

    Vielleicht findest Du darüber eine Statistik.

    Andererseits könnte ich mir vorstellen, daß der Besuch kleiner (Ur- ) Enkelkinder nicht mehr so oft stattfindet, wenn überhaupt. Geht doch bestimmt kaum wer das Risiko ein.

    Nach den Feiertagen kann man dazu mehr sagen. Und da testet man die Enkel sowieso besser, bevor sie den Besuch antreten.

  • Ich vermute, die meisten Omis stecken sich im Pflegeheim/ Krankenhaus an.

    Das Personal wohnt ja nicht da.

    Vielleicht findest Du darüber eine Statistik.

    Habe bis jetzt nichts dazu gefunden.


    In einem Pflegeheim in der Umgebung starben 16 Bewohner und ein Pfleger. Zur Ursache des Ausbruchs erzählt man sich, dass aus dem hiesigen Krankenhaus ein Bewohner ins Pflegeheim zurückverlegt wurde - mit COVID-19. Das Krankenhaus habe dabei leider versäumt, das Pflegeheim über diese Erkrankung zu informieren.


    Hörensagen, nichts Genaues weiß man nicht, schon gar nicht offiziell. Das macht das Erstellen von Statistiken natürlich schwierig. Aber es ging mir eigentlich um das Narrativ von der asymptomatischen Ansteckung. Hierzu gibt es garantiert keine Statistik: Es gibt ja noch nicht mal dokumentierte Fälle. Schlimm, dass das BMI daraus ein Angstszenario konstruiert. Schlimmer, dass dieses ungeprüft weiterverbreitet wird.


    Mit einem Schnupfen oder Husten hat man bei der Omi aber nichts verloren. Das ist auch klar.