Nichts tun, Politik mit China, Corona-Hemmer, Zuck & Jack im Congress, gestreamter Konsum

  • Amtsübergaben in Washington D.C. können Sicherheitsrisiken sein, sagt Maggie Haberman von der New York Times. Das letzte Mal als es holbrig lief, dauerte es weniger als ein Jahr bis zum Anschlag des 11. September 2001. Das sind die Argumente die Stimmungen verändern. Wenn Biden kommt knüpft er an wo er aufgehört hat. Seine China-Politik liegt schon in der Schublade. Da ist das große neue Freihandelsgebiet zwar nun eine Tatsache, aber bei den weiteren wird es China nicht so leicht haben.

    In Amerika wurden mal wieder Silicon-Valley-Chefs, Mark Zuckerberg und Jack Dorsey, in den Congress eingeladen. Diesmal machten die Republikaner mit und nahmen die beide in die Mangel. Das ist auch für uns Europäer von Interesse. Denn wenn sich Corportations in Countries verwandeln, werden die Machtfragen neu gestellt. Passend zur Vorweihnachtszeit besprechen wir heute auch neue Formen des Konsums. Man geht nicht mehr einkaufen, wegen Corona und wegen Unlust. Aber man bleibt dennoch am Ball. Man sucht sich seinen Lieblings Shopper und folgt ihnen via Livestream durch die Geschäfte. Das ist für manche mittelbar Beteiligte inzwischen Big Business.

    Zu Beginn sind wir genervt von der Bundesregierung, die neuerdings imaginäre Orden dafür verteilt sich Heldenstatus fürs Nichtstun zu verdienen. Corona ist schlimm, aber diese Clipsammlung geht an der Realität der Rentnerrepublik zu unachtsam vorbei. Die große Neue-Zwanziger-Jahresendshow steigt am 29. 12., 10 Uhr im Salon. Seid live dabei. (Die Ausgabe erscheint anschließend natürlich als Podcast auf dem üblichen kostenlosen und frei zugänglichem Weg.)

    Komm’ in den Salon. Es gibt ihn via Webplayer & RSS-Feed (zum Hören im Podcatcher deiner Wahl). Wenn du Salon-Stürmer bist, lade weitere Hörer von der Gästeliste ein.

    Quelle: https://neuezwanziger.de/2020/…gress-gestreamter-konsum/

  • Das sich dessen bewußt werden, dass man zu etwas keine Lust hat und es auch deutlich zu kommunizieren, das ist keine ganz neue Erkenntnis. Ein niederbayrischer Rebell, aus seiner niederbayerischen Heimat Niederbayern, hat das mal sehr schön in ein Lied gegossen.


  • Erstaunlich ist sie schon, die Flaute im Feuilleton. Selbst wenn in Zeiten einer „Jahrhundertpandemie“ der Kulturbetrieb stillsteht - was natürlich an sich schon ein die Seiten von FAZ, SZ und ZEIT füllendes Thema sein könnte -, so ergeben sich daraus doch endlos Themen, über die man diskutieren und philosophieren könnte, sogar müsste.


    Warum ist davon so wenig zu lesen? Halten es die Intellektuellen wie Stefan , der sich das Recht einräumen möchte zu sagen: „Ich habe keine Lust“? Das wäre eine mögliche Erklärung für das Schweigen, denn wer keine Lust hat auf ein Thema, der darf auch keine Meinung haben dazu. Zumindest sollte er sie nicht äußern, denn sie ist nur wenig wert.


    Oder ist es die Angst, etwas Falsches zu sagen, die das Feuilleton verstummen lässt? Weil man, wenn man über gesellschaftliche Implikationen der Pandemie und der Maßnahmen gegen sie redet oder schreibt, schnell über den Begriff „Verhältnismäßigkeit“ stolpert und dann aus der Frage "Sind die Maßnahmen der Situation angemessen?" die Frage resultiert "Was genau ist denn eigentlich die Situation?"


    Beim Versuch ihrer Klärung landet man zwangsläufig in einem schier undurchdringlichen Gewirr aus Zahlen und Diagrammen und schnell verliert man als Laie den Überblick zwischen RKI, Johns Hopkins, Euromomo und OurWorldInData. Da vertraut man doch lieber den aus Funk und Fernsehen bekannten Fachleuten – aber was gäbe es dann zu sagen, was diese nicht schon hundert Mal gesagt haben? Und abweichende Meinungen sind vermintes Gebiet, die sie äußern „schlechte Staatsbürger“, davon hält man sich besser fern.


    So bleibt das Feuilleton sauber, aber leer und die sich aus gesellschaftlichen Umbrüchen zwangsläufig ergebende Diskussion verlagert sich wieder mal ins Internet, hin zu den großen und den kleinen Blogs und in die sozialen Netzwerke. Dass dort viel Aufgeregtheit herrscht und fehlende Selbstreflexion so manche Unschärfe durchgehen lässt liegt in der Natur der Sache, ändert aber nichts daran: die traditionellen Printmedien tun einen weiteren Schritt in Richtung Bedeutungslosigkeit – auch dieser Umbruch wird durch „Corona“ beschleunigt.

  • Beim Versuch ihrer Klärung landet man zwangsläufig in einem schier undurchdringlichen Gewirr aus Zahlen und Diagrammen und schnell verliert man als Laie den Überblick zwischen RKI, Johns Hopkins, Euromomo und OurWorldInData. Da vertraut man doch lieber den aus Funk und Fernsehen bekannten Fachleuten – aber was gäbe es dann zu sagen, was diese nicht schon hundert Mal gesagt haben? Und abweichende Meinungen sind vermintes Gebiet, die sie äußern „schlechte Staatsbürger“, davon hält man sich besser fern.


    So bleibt das Feuilleton sauber, aber leer und die sich aus gesellschaftlichen Umbrüchen zwangsläufig ergebende Diskussion verlagert sich wieder mal ins Internet, hin zu den großen und den kleinen Blogs und in die sozialen Netzwerke. Dass dort viel Aufgeregtheit herrscht und fehlende Selbstreflexion so manche Unschärfe durchgehen lässt liegt in der Natur der Sache, ändert aber nichts daran: die traditionellen Printmedien tun einen weiteren Schritt in Richtung Bedeutungslosigkeit – auch dieser Umbruch wird durch „Corona“ beschleunigt.

    Deshalb passt grade dieser Twitter Thread gut hier rein und M.Sonneborn konnte auch nicht widerstehen auf seine Sparsam trockene Art, die Situation sich selbst entfalten zu lassen manchmal reicht da einfach nur sein "+ Smiley" um noch seinen Stempel trunter zu setzen.🤷‍♀️


  • Deshalb passt grade dieser Twitter Thread gut hier rein...

    Alles hängt wohl mit allem zusammen, auch wenn sich der Bezug nicht sofort erschließt... 😏


    Ausgangspunkt ist wohl ein Tweet von Rezo. Ich frage mich, ob bei derlei Sexorgien heute wieder Masken getragen werden und sehe vor mir eine Szenerie aus „Eyes wide shut“...

  • Der größere Teil des Feulleton besteht aus Kunstkritiken. Die Kunstwelt befindet sich aber gerade im Schockzustand. Und ist ohnehin geknebelt.

    Ich finde auch, daß es jetzt Aufgabe der Gesellschaftsteile wäre, mal etwas genauere Beobachtungen anzustellen, bezüglich der Auswirkungen von Corona- und maßnahmenzeiten.

    Leider komme ich zur Zeit nicht ins Cafe und lese daher auch nicht den Mainstreamkulturteil.

    Die Zeit hat in den letzten 20 Jahren ihr Feulleton runtergewirtschaftet, da wird also kaum viel zu holen sein.

    Ich meine aber, daß konzentriert Streamingserien besprochen werden. Das ist jetzt nicht verwunderlich, schließlich will man die Kundschaft nicht verprellen und die Seiten wollen ja auch gefüllt sein. Wobei es auch kritische Texte dazu gibt. Nicht online verfügbar, aber ziemlich gut, fand ich "Öde neue Streaming- Welt" aus "der Freitag".


    Im Politikteil, dafür aber mit Zahlen und so:

    Charaktermasken Die Pandemie-Bekämpfung blendet das Ansteckungsrisiko am Arbeitsplatz aus. Von JustIn Monday aus der aktuellen " konkret".


    Ganz besonders lesenswert !!! :

    https://www.freitag.de/autoren…rona-massnahmen-von-links


    Daß linker Protest gerade nicht stattfindet, könnte ja auch zum leeren Feulleton beitragen, weil das ja in aller Regel von Linksdenkenden bespielt wird.



    PS: DAS hier hat mich gerade erschüttert und ich weiß noch gar nicht, warum.

    https://www1.wdr.de/kultur/kul…igitale-konzerte-100.html

  • "Ich habe am Samstag reingeschaltet in die Weihnachtssendung von Florian Silbereisen und wenn man sieht, was da passiert, dann muss man sagen, ist jeder Algorithmus menschlicher." - Wolfgang M. Schmitt


    Tolle Folge! Ich glaube, jetzt muss ich auch mal in den Salon kommen, wenn es sogar noch einen Jahresrückblick gibt.

  • Singal von Proxima CentauriEin bisschen Weltraum Romantik zu Ende des Jahres. Das Erste Anerkannte Radio Signal außerhalb unsereres Sonnensystem, das man nicht genau zu Orden kann wurde Endeckt und das bei Proxima Centauri unser Nächstes liegende Sonnensystem. Leider hat es sich bis jetzt nicht Wiederholt. Aber wer weiß was das Jahr 2020 noch alles in sich hat?! 😀

  • Zum Thema Nichts tun:


    Harrald Lesch baut das immer wieder in seinen Vorträgen mit ein: etwas, was am meisten dem Klima hilft, ist einfach mal nichts tun. Bleibt im Bett liegen und ihr verbraucht schon mal weniger Energie und CO2 als jemand, der morgens mit nem Auto zur Arbeit muss. Es ist eigentlich lustig, dass es sich hier bei diesem Themen überschneidet, es aber nur für Corona als wichtig erarchtet wird, nicht aber für den Klimawandel.


    Btw. da ihr "Bartleby der schreiber" ansprecht, kann man auch die anderen literarischen Figuren, die sich durch Nichts-tun auszeichnen mal angucken: Kafkas Gregor Samas, Victor von Samuel Beckets Eleutheria (und eben Warten auf Godot) usw., die alle ihre eigene Interpretationen und Umsetzungen des Konzept des Nichtstun haben (neben sowas wie "Aus dem Leben eines Taugenichts" von von Eichendorff, was irgendwo das Thema streift in Hinblick auf Passivität).

  • Ich schaue nach.


    Edit. Total nervig. YT limitiert den Durchsatz wegen wenigen Zuschauern. Die Wiedergabe ist extrem abgehackt. Pausieren und Vorladen geht bei denen auch nicht so einfach. Ich kann das "illegalerweise" umgehen, aber das kann es ja nicht sein. Bitte ergänzt den Audio Download.