Roboter und andere Kunst

  • Quelle: https://alias-podcast.de/2020/…roboter-und-andere-kunst/

  • Achtung "Schwurblerargumente"... ;) Ein fiktiver Dialog.


    - Langzeittests heißen deshalb so, weil man etwas lange testet. Ausgerechnet bei dem völlig neuen mRNA-Impfstoff werden diese sonst immer obligatirischen Untersuchungen weggelasseen.


    - Ja, aber so neu ist das ja gar nicht. mRNA wird schon seit Jahren gegen Corona-Viren in der Massentierhaltung verwendet.


    - Mag ja sein, aber das hilft uns nicht weiter. Schlachtvieh lebt nämlich nicht lange genug, um für Langzeitstudien zu taugen...


    - Die Langzeittests werden nicht weggelassen, sondern sie werden werden im Zuge einer "Rolling Review" nur verlagert. Man wird sich bei den nun kommenden Impfungen ganz genau anschauen, wie diese wirken und das auch über lange Zeit beobachten.


    - Ja, und in zwei Jahren, wenn dann erste relevante Ergebnisse der Langzeitstudien vorliegen, haben wie viele Menschen die Impfung bereits erhalten? Und wie transparent werden diese Studien sein? Wer führt sie durch, die Konzerne selber? Zwei abschreckende Beispiele:


    Der Pharmakonzern GlaxoSmithKline weigert sich noch heute zuzugeben, dass ihr Wirkverstärker nícht nur zeitlich mit dem gehäuften Auftreten von Narkolepsie korreliert, sondern auch kausal. (Zwischenfrage an Danny: Wie viele Wissenschaftler arbeiten bei GSK? Und können die mit gutem Gewissen ruhig schlafen?) Der schwedische Staat hat seine damit in Zusammenhang gebrachten Impfopfer inzwischen aus der eigenen Kasse entschädigt.


    Aktueller: Im September wurde über mindestens zwei Fälle von schweren Nebenwirkungen beim sogenannten "Oxford"-Impfstoff von AstraZeneca berichtet, die Studie wurde damals gestoppt. Was wurde zwischenzeitlich aus den Opfern? Geht es ihnen besser? Haben der Hersteller oder die Medien - Stichwort "Transparenz" - diese Vorkommnisse noch thematisiert, als vor kurzem mit großem medialen Tamtam die Zulassung des Impfstoffs beantragt wurde?


    - ...


    Wer von den Befürwortern der Impfung mag den Dialog fortführen?

  • Deine Art gepaart mit berechtigter Kritik macht es einem schwer, zu glauben du hättest Interesse an einem Dialog.

    Nichtsdestotrotz Bedarf es mehr Dialog über Impfstoffe, den dazugehörigen Studien und Notfallverfahren. Mir gefällt diese Entwicklung genauso wenig wie dir, allerdings störe ich mich mehr an der Kommunikation. Die Berichtserstattung der letzten Monate läßt uns bei dem Wort Impfgegner sofort an "Bill Gates will uns chipen" - Leute denken.

    Der AZD1222-Impfstoff sorgt nicht nur durch mangelnde Kommunikation des Herstellers, sondern auch wegen der Methodik der Studie für Zweifel ( versehentlich falsche Dosierung, Anzahl Probanden, Alter Probanden erste Testgruppe ). Laut Wiki hat die EU schon eine Vereinbarung über die Lieferung von 400 Mio Dosen getroffen. Ganz ehrlich, das ist wenig Vertrauensvoll.


    edit: hab den Beitrag von Gojira nicht als Dialog gelesen und deshalb falsch interpretiert.

  • Mal wieder Danke Jenny, für den Hinweis auf die neoliberale Anti-Sozialstaats Ideologie, auch wenn Stefan mal wieder nicht drüber sprechen will, und das abbügelt und mit einem Strohmann kontert, dass du den DJs das gönnen würdest und nicht zu wissen scheint, wie das Kurzarbeitergeld finanziert wird. Lass dich nicht unterkriegen.

    Es begann mit der Hoffnung darauf, dass eine Bewusstwerdung für Sozialstaatlichkeit und wurde in eine Geringschätzung für Kunst umgedeutet. :cursing:

    Am Ende zeigte sich ja dann, dass doch eine grundlegende Diskussion nötig zu scheint, um bessere Sicherungssysteme, die ohne die Krise wohl kaum stattfinden würde.

  • Mal wieder Danke Jenny, für den Hinweis auf die neoliberale Anti-Sozialstaats Ideologie, auch wenn Stefan mal wieder nicht drüber sprechen will, und das abbügelt und mit einem Strohmann kontert, dass du den DJs das gönnen würdest und nicht zu wissen scheint, wie das Kurzarbeitergeld finanziert wird. Lass dich nicht unterkriegen.

    Es begann mit der Hoffnung darauf, dass eine Bewusstwerdung für Sozialstaatlichkeit und wurde in eine Geringschätzung für Kunst umgedeutet. :cursing:

    Am Ende zeigte sich ja dann, dass doch eine grundlegende Diskussion nötig zu scheint, um bessere Sicherungssysteme, die ohne die Krise wohl kaum stattfinden würde.

    Also ich bin da derselben Meinung, wie Stefan. Selten genug, daß auf die prekäre Situation von Künstlern geschaut wird. Da verbittet es sich, das durch allgemeine "neoliberale Anti-Sozialstaats Ideologie" zu verwässern, so gerechtfertigt die an anderer Stelle sein mag.

    Was sollen die denn machen? Sich nicht beklagen?

  • Also ich bin da derselben Meinung, wie Stefan. Selten genug, daß auf die prekäre Situation von Künstlern geschaut wird. Da verbittet es sich, das durch allgemeine "neoliberale Anti-Sozialstaats Ideologie" zu verwässern, so gerechtfertigt die an anderer Stelle sein mag.

    Was sollen die denn machen? Sich nicht beklagen?

    Ich hab mein Auto an den Baum gefahren und hätte es gerne von der Versicherung ersetzt, ich habe aber nur die Haftpflichtbeiträge bezahlt. Können wir das auf all die Leute umlegen die Vollkaskoprämien bezahlen?


    "Nein, mit welchem Recht denn bitte" ist nunmal die einzige Antwortmöglichkeit darauf.


    Danke JennyGnther , lass dich nicht unterkriegen.

  • Der Stein des Anstoßes war ja das Unverständnis, warum man keine Leistung aus einer Sozialversicherung erhält, in die man gar nicht eingezahlt hat.


    Mir geht's gar nicht um die Meinung Lymi und das Plädoyer für die Bedeutung der Kulturschaffenden unterschreibe ich, wie es vermutlich Jenny auch tun würde.


    Mich stört eher die Art des Umgangs. Da wird der Punkt des Gesprächspartners sofort als illegitim und irgendwie persönliche Agenda abgewertet, über die man angeblich nicht reden will, aber gleichzeitig jedes Mal ein riesen Fass aufmacht und die Runde um Zustimmung abklappert, ohne auf Unterstellungen und Herabwürdigung zu verzichten.

    Nachdem Hans den Podcast einst entnervt verließ und Tilo ganz aufgab, sollte man vielleicht mal in sich gehen und nicht jedes Mal die Eskalation suchen. Beide Gesichtspunkte haben ihre Berechtigung und ohne Jennys Einwurf wäre über die Unzulänglichkeiten der Künstlersozialkasse vielleicht gar nicht gesprochen worden, die von einem der anderen beiden dann nochmal in Detail klargemacht wurde.


    Ich habe jedenfalls nach den Erfahrungen der Vergangenheit und der ständigen Abwertung von Jenny ein bisschen Angst, dass sie es irgendwann auch nicht mehr so locker nimmt. Dann wäre der Podcast mangels Kontroverse für mich wertlos.

  • Was sollen die denn machen? Sich nicht beklagen?

    Es ist eben die Frage, die im Beitrag angesprochen wird: Wie kann man sich erst "außerhalb" des Sozialstaats stellen und ihn dann einfordern? Konstruktionen um genau das zu verhindern gibt es ja zur genüge. Unterstellt das wäre/würdegeschehen: Wie hoch wäre der absolute Auszahlungsbetrag aus einer solchen Versicherung? Das kann jetzt endlos diskutiert werden. Ergebnislos.

    Im gezeigten Beitrag wurde ein Punkt nicht angesprochen, der v.a. das von Danny angesprochene Theater betrifft: Den staatlichen Kulturträgern (Theater,Museen,...) ist es verboten, Engagements trotz Veranstaltungsausfall zu erfüllen, sprich so zu tun, als ob es stattgefunden hat und die Künstler:innen bezahlen.


    Die Hälfte der Kulturförderung in Deutschland wird von den Gemeinden geleistet, denen jetzt u.a. die Gewerbesteuereinnahmen wegbrechen. Über alle Ebenen (Bund,Länder, Gemeinden) waren das 2015 126,77 Euro pro Kartoffelnase, in toto 10,4 Mill. Euro oder: Eine Lufthansa oder ein Fünftel Cum-Ex. Nachlesbar hier.


    Naja, ich freue mich jedenfalls darauf, dass dieses Thema ein fixer Bestandteil des Formats ist und nicht bei erstbester Gelegenheit unsichtbar wird.


    Was mir darüberhinaus aufgefallen ist: Je näher eine Leistung am Körper ist, desto prekärer geht es den dort arbeitenden Menschen: Pflege, Nahrungsmittel, Kleidung, Kultur.

  • Ich hätte es auch besser gefunden, wenn sie es ausdiskutiert hätten. Ich kann Stefan verstehen, ich wäre auch aufgebracht gewesen, aber erstens macht es keinen guten Eindruck, seiner Gesprächspartnerin das Wort zu entziehen und außerdem hätte man zusammen mit dieser Diskussion gleich mal mit allgemeinen Vorurteilen aufräumen können, sowohl was die Gesellschaft, wie auch die Politik angeht.

    Vielleicht klären sie es später noch mal.

  • Es ist wohl eine gesellschaftliche Frage. Wie viel ist einer Gesellschaft Kunst und Kultur wert?

    Hat man jetzt in der Krise gesehen, daß es einer degenerierten Bevölkerung egal war, Künstlern monatelang Berufsverbot zu erteilen, bis sie am Bettelstab gehen.

  • Wer ist denn die Gesellschaft?

    Alle, die hier leben. Sicher könnte man auch Vergleiche mit anderen Ländern anstellen und natürlich gibt es internationale Einflüsse und so.

    Vermutlich haben wir alle einen ähnlichen Begriff von Gesellschaft. Ich kann jetzt hier wohl kaum nen Gesellschaftsroman verfassen.

  • Fand den Streit zwischen Stefan und Jenny an der Stelle auch sehr schwierig.... vor allem meine ich dieses Abkanzeln, als wäre ihr Gedanke einfach nur dumm. Damit signalisiert er aber dem Hörer: „Hier gibts nichts zu hören, gehen Sie weiter...“ Das schadet einfach dem Vorhaben, weil es alle verunsichert. (Podcaster und Zuhörer gleichermaßen!)

    Er stellt sich über alle anderen und wirkt ziemlich arrogant. Tilo und Hans waren genau dazu wahrscheinlich nicht mehr bereit.

    Klüger wäre es wahrscheinlich grundsätzlich interessiert zu bleiben. Die wichtigste Regel innerhalb einer gemeinsamen Improvisation lautet daher schon immer: Nehme jedes Angebot an! ... und freue Dich darüber.


    Inhaltlich sehe ich die Situation der Künster*innen derartig beschissen, dass ich bei Jennys Aussagen im ersten Moment genauso zusammenzuckte. Wirkte schon son bißchen gehässig.

    Im Übrigen sind die meisten im öffentlichen Dienst gerade extrem froh darüber derart privilegiert zu sein.... zumindest geht es mir so und ich bin derart beschäftigt.

    Ich hab da also mit Blick auf die Kulturschaffenden erstmal nur Mitleid und ich wünsche Ihnen nur das Beste.

  • Es ist wohl eine gesellschaftliche Frage. Wie viel ist einer Gesellschaft Kunst und Kultur wert?

    Hat man jetzt in der Krise gesehen, daß es einer degenerierten Bevölkerung egal war, Künstlern monatelang Berufsverbot zu erteilen, bis sie am Bettelstab gehen.

    Ja, es wurde von unserer Regierung so entschieden...aber war das auch eine gesellschaftliche Entscheidung? Welchem „degenerierten“ Teil war die Kultur egal?... also welchen Teil meinst Du und wie repräsentativ ist dieser Teil ? Ich hab da insgesamt mehr Hoffnung...

  • Ja, es wurde von unserer Regierung so entschieden...aber war das auch eine gesellschaftliche Entscheidung? Welchem „degenerierten“ Teil war die Kultur egal?... also welchen Teil meinst Du und wie repräsentativ ist dieser Teil ? Ich hab da insgesamt mehr Hoffnung...

    Der Teil, dem es letztlich nicht so wichtig ist.

    Hätten die alle nichts bekommen, dann hätte man die Maßnahmen nie durchsetzen können.

  • Der Teil, dem es letztlich nicht so wichtig ist.

    Hätten die alle nichts bekommen, dann hätte man die Maßnahmen nie durchsetzen können.

    Mir war es und ist es überhaupt nicht egal was aus unseren Künstlern wird, aber ich sah nicht wirklich die Möglichkeit hier irgendwo einzugreifen.

    Hätte man im November demonstrieren gehen sollen?

  • Mir war es und ist es überhaupt nicht egal was aus unseren Künstlern wird, aber ich sah nicht wirklich die Möglichkeit hier irgendwo einzugreifen.

    Hätte man im November demonstrieren gehen sollen?

    Mir würde es schon reichen, wenn die Leute überhaupt dafür wären, Clubs und Konzerte unter bestimmten Bedingungen zu öffnen. Oder den Kulturschaffenden wenigstens ein bischen zu zahlen.

    Du bist halt eine der wenigen Ausnahmen.

    Vielleicht doch lieber Kreide Graffiti ans Rathaus?

    Vermutlich ist es für viele schon zu spät. Die Spielstätten sind insolvent und überall sind Lücken in den Straßen. Das ganze Ausmaß wird ohnehin erst im Frühjahr sichtbar.