Roboter und andere Kunst

  • Mir würde es schon reichen, wenn die Leute überhaupt dafür wären, Clubs und Konzerte unter bestimmten Bedingungen zu öffnen. Oder den Kulturschaffenden wenigstens ein bischen zu zahlen.

    Du bist halt eine der wenigen Ausnahmen.

    Vielleicht doch lieber Kreide Graffiti ans Rathaus?

    Vermutlich ist es für viele schon zu spät. Die Spielstätten sind insolvent und überall sind Lücken in den Straßen. Das ganze Ausmaß wird ohnehin erst im Frühjahr sichtbar.

    Kultursoli! Würde ich gerne zahlen...meinetwegen auch so freiwillig wie die Kirchensteuer. Theater ist für mich nämlich sowas wie ne Kirche.

    Aber...pfff...mal abwarten wie es weiter geht und dann dafür kämpfen. Ich bin bereit und auf jeden Fall dabei.

  • Kultursoli! Würde ich gerne zahlen...meinetwegen auch so freiwillig wie die Kirchensteuer. Theater ist für mich nämlich sowas wie ne Kirche.

    Aber...pfff...mal abwarten wie es weiter geht und dann dafür kämpfen. Ich bin bereit und auf jeden Fall dabei.

    Ja, super Idee!! Ich kaufe jeden Monat neue Platten. Man tut, was man kann.

  • Es gibt auf alles eine persönliche und eine systemische Sicht, insofern haben bei der Diskussion alle ein bisschen Recht. Ich freue mich aber, dass Stefan seine Liebe zur Musik (wieder)entdeckt hat und bin da voll bei ihm. Erinnere mich dunkel an Statements aus dem alten Podcast, wo das sehr viel weniger empathisch rüberkam: Diese Leute müssten sich für die nächsten zwei, drei Jahre dann eben anders orientieren, so what? Der Anlass war aber damals eine Autokorso-Demo von DJs, somit umweltpolitisch negativ konnotiert - vielleicht war das der Grund für den Mangel an Mitgefühl.


    Über eins müssen sich alle Kunst-, Musik- und Kulturfans aber im Klaren sein: Solange die Angst vor Aerosolen und asymptomatischer Infektion das Denken dominiert, wird es keine Veranstaltungen in geschlossenen Räumen geben. [Nachtrag: Eine Kinderparty am Nachnittag zählt nicht]. Daran ändert auch eine Impfung nichts, die das Infektionsrisko von 0,43 auf 0,04 % reduziert (die berühmten 90 Prozent von Pfizer/Biontech): Ein Risiko ist ja trotzdem noch da. Bevor Normalität in die Theater, Kneipen und Clubs einkehrt braucht es eine Änderung der von Politik, Wissenschaft und Massenmedien vermittelten Narrative. Deren Agieren im Sommer, bei nahe Null Inzidenz, lässt mich leider zweifeln, dass diesbezüglich der notwendige Wille vorhanden ist. Jeder kann aber selbst etwas tun, auf Twitter, als Podcaster oder im privaten Gespräch. Dafür muss dann aber auch das elende "Schwurbler"- und "Covidioten"-Framing weg.


    P.S.

    Bin jetzt etwas weiter im Podcast bei Alexander Kekule. Auch er sieht offenbar nicht die Aerosole als Problem (OP-Masken halten die nicht auf), sondern Tröpfchen beim Spucken, Husten, Niesen. Recht so, keine Macht den Aerosolen!

  • Alle, die hier leben. Sicher könnte man auch Vergleiche mit anderen Ländern anstellen und natürlich gibt es internationale Einflüsse und so.

    Vermutlich haben wir alle einen ähnlichen Begriff von Gesellschaft. Ich kann jetzt hier wohl kaum nen Gesellschaftsroman verfassen.

    Nee, musst du auch nicht. Ich kann nur den Gedankengang nicht nachvollziehen, der zu dem Ergebnis kommt, „die Gesellschaft“ legt keinen Wert auf Kunst und Kultur. Ich sehe das nicht so. ... mit dem Maßstab könnte man sicher auch ableiten, „die Gesellschaft“ legt keinen Wert auf den Planeten, auf ihre Kinder, nicht mal auf ihre ökonomische Grundlage. Und wenn das so einfach wäre, dann sollten wir eher darüber debattieren, wie wir uns am unkompliziertesten vom Erdenrund entfernen können.

  • Mir würde es schon reichen, wenn die Leute überhaupt dafür wären, Clubs und Konzerte unter bestimmten Bedingungen zu öffnen. Oder den Kulturschaffenden wenigstens ein bischen zu zahlen.

    Du bist halt eine der wenigen Ausnahmen.

    Vielleicht doch lieber Kreide Graffiti ans Rathaus?

    Vermutlich ist es für viele schon zu spät. Die Spielstätten sind insolvent und überall sind Lücken in den Straßen. Das ganze Ausmaß wird ohnehin erst im Frühjahr sichtbar.

    Reicht dir etwa die Freigabe für AIDA nicht?

  • Gesunderhaltungspflicht von Beamt:innen

    Zum o.g. Thema habe ich eine juristische Deutung gefunden. Auszüge:


    Zitat

    Der aus dem vollen persönlichen Einsatz im Beruf folgenden Gesunderhaltungspflicht, die damit als hergebrachter Grundsatz des Berufsbeamtentums nach Art. 33 Abs. 5 GG verfassungsrechtlich verankert ist, stehen die individuellen Rechte des Beamten gegenüber, insbesondere das aus Art. 2 Abs. 1 GG folgende Recht auf private Lebensgestaltung.


    und:


    Zitat

    Verstößt ein Beamter auf Lebenszeit gegen seine Pflicht zur Gesunderhaltung, so drohen ihm Disziplinarmaßnahmen, die bis zur Entfernung aus dem Dienst führen können. Bei Beamten auf Widerruf und auf Probe ist mit einer Entlassung wegen charakterlicher Nichteignung zu rechnen.


    Quelle


    Was das jetzt konkret bezogen auf (Corona-)Impfungen bedeutet? ¯\_(ツ)_/¯


    ---


    EDIT: Das am 1. März 2020 in Kraft getretene Masernschutzgesetz sieht eine Impfpflicht für Mitarbeiter im öffentlichen Dienst vor: Quelle (und ja - ich ich bin mir bewusst, dass Masern und Corona nicht das Gleiche sind)


    PS: Ein (frühes) "Agree to disagree" würde mancher Debatte zwischen Jenny und Stefan gut tun ;)

  • Der Klassenkampf zwischen denn Geringverdiener, die Harz 4 Bezieher auf der einen und denn Künstlern auf der anderen Seite, dazwischen noch die Mittelsicht aufzubauen. Ist so Typisch Deutsch. Bürger reißen sich gegenseitig Die Augen aus und plötzlich hat man die Erbschaftssteuer usw. Gar nicht mehr im Blick. So wird das nichts mit der Solidarität!

  • Der Klassenkampf zwischen denn Geringverdiener, die Harz 4 Bezieher auf der einen und denn Künstlern auf der anderen Seite, dazwischen noch die Mittelsicht aufzubauen. Ist so Typisch Deutsch. Bürger reißen sich gegenseitig Die Augen aus und plötzlich hat man die Erbschaftssteuer usw. Gar nicht mehr im Blick. So wird das nichts mit der Solidarität!

    Die vielbeschworene Solidarität hat es schon zu Anfang der Corona- Krise nicht gegeben.

    Und davor auch nicht.

  • Die vielbeschworene Solidarität hat es schon zu Anfang der Corona- Krise nicht gegeben.

    Und davor auch nicht.

    Richtig ;Das wird umso Größer ein Problem werden wenn die die Wirtschaftskrise kommt. Nach Hobbes ein jeder ist denn anderen ein Wolf. Siehe denn Kommentar Tilman Kuban Was die neu Verschuldung angeht.

  • Richtig ;Das wird umso Größer ein Problem werden wenn die die Wirtschaftskrise kommt. Nach Hobbes ein jeder ist denn anderen ein Wolf. Siehe denn Kommentar Tilman Kuban Was die neu Verschuldung angeht.

    Der Spruch wird auch nicht jünger.

    Außerdem wären diese Schulden mit ner gescheiten Finanztransaktions- und Erbschaftssteuer

    ein Klacks.

    Wenn man sie denn überhaupt zurückzahlt.

    Das Problem liegt in neoliberaler Gehirnwäsche und asozialer Politik.


    Tilman Kuban...also wirklich.

  • Ich finde, wir müssen alle aufpassen, nicht ins pauschalisierende Schimpfen über "die Politik" zu verfallen. Das verselbstständigt sich langsam, auch bei Euch im podcast. Ich halte das für eine riskante Rhetorik, die den Punkt auch nicht trifft.


    Unbestritten, dass vieles hätte anders sein sollen. Aber das Problem besteht doch darin, dass Demokratien normalerweise über Verfahren die Qualitätssicherung herstellen, nicht über das Ergebnis. In einem gesundheitlichen Ausnahmezustand ist das ein Dilemma -- denn da geht es selbstverständlich vor allem um den Outcome: weniger Kranke, weniger Tote!


    Um das übereinzubringen (Verfahren und Zielsetzung, Demokratie-Logik und Katastrophen-Logik) sind unglaublich viele Menschen, mit unglaublich vielen Einzelheiten befasst, die wahrscheinlich den Sommer über telefoniert und recherchiert und koordiniert haben ohne Ende ... Wieso glauben wir, wenn ein politischer Prozess zu einem nicht ausreichend guten Ergebnis führt, dass Leute faul waren oder zu doof? Möglicherweise war es schlicht nicht möglich, die Ansprüche zu erfüllen und eine einfache Lösung unter den gegebenen Bedingungen zu finden?


    Nur darauf zu schimpfen, was alles angeblich "verschlafen" wurde, wird der Sache jedenfalls nicht gerecht. Und die Frage "Warum wurde dies oder das nicht gemacht?" kann man genau so beantworten: Weil es mit voller Absicht so vorgesehen ist, dass nichts mal auf die Schnelle gemacht werden kann, in Demokratien. Und für gewöhnlich finden wir das in großer Mehrheit ziemlich beruhigend.

  • Wieso glauben wir, wenn ein politischer Prozess zu einem nicht ausreichend guten Ergebnis führt, dass Leute faul waren oder zu doof?

    Dann schau in ein beliebiges Landtags-/Rats-/... Informationssystem und zähle die Anträge mit Coronabezug.
    Nutze die Transparenzsatzungen Deiner Stadt und frage beimGesundheitsamt den Implementierungsstatus des SORMAS und die Personalausstattung im Zeitverlauf dieses Jahres ab.
    Nutze die Transparenzgesetze Deines Bundeslandes und erfrage die im Sommer getroffenen Maßnahmen und die Anzahlder damit befassten Mitarbeiter im Zeitverlauf.

    Beispielsweise.

  • Pauschale Kritik ist absolut angemessen.

    Schließlich hat sich die Politik um die heikelsten Bereiche gar nicht gekümmert. Für Großkonzerne gabs Milliarden, während das medizinische Personal mit warmen Worten abgespeist wurde.

    Der größte Fehler, der in der Pandemiezeit gemacht wurde. Das hätte tausende Menschenleben retten können.

    Die Alternative ist, vor der Tagesschau zu sitzen.

  • Da verdient jemand Geld damit, Konzerte in Minecraft zu organisieren; nicht um Leute mit psychischen Problemen auszubeuten. Ihr seid doch selbst der Meinung, dass das keine wirkliche Konkurrenz zu "echten" Live-Konzerten ist, oder?

    Dann seht es lieber als Bereicherung. Ich verlange ja auch nicht von euch, dass ihr euren Podcast vor Live-Publikum in einer Halle aufführt. Was denkt ihr wieviel Leute mit "psychischen Problemen" bei euch im Chat schreiben, die euch nachher Geld geben?


    Irgendwie hat mich das getriggert.


    Ansonsten gilt natürlich wie immer, dass man die Regeln von der Regierung kriegt, die man gewählt hat. Während in England die Friseure monatelang zu sind, werden die bei uns als letztes zu gemacht und als erstes wieder auf :D