Invertierte Nachrichten

  • Dienstag, 1. September 2020, 10:00 Uhr

    Kevin Kühnert war bei Markus Lanz, und der hatte viel zu leichtes Spiel. Schade um den Streit. Interessanter ist die Auseinandersetzung zwischen den CDU-Chefkandidaten und ihrem Fraktionsvorsitzenden im Bundestag, der will nämlich Frieden #haha. Christian Sievers will Armin Laschet den Föderalismus madig machen. Marcel Fratzscher wirft Lars Feld ökonomischen Masochismus vor. Rambazamba. Kalbitz geht, aber die AfD bleibt was sie ist. Wichtigstes Thema ist die Wasserknappheit im Nordosten. Berlin droht “rotbraune Brühe”. Mathias spielt AKK schon mal musikalisch aus dem Amt, dann hören wir eure Audiokommentare.

    Präsentator: Danny. Herzlichen Dank an alle Unterstützer.

    Schick' uns gerne einen Audiokommentar als Sprachnachricht via Telegram oder WhatsApp an 004915156091706. Für schriftliche Anmerkungen, Ergänzungen und Kommentare, komm' in die Diskussion. Jede Podcastausgabe hat ihren eigenen Thread.

    Quelle: https://alias-podcast.de/2020/09/01/invertierte-nachrichten/

  • zu Lars Feld:

    Der Begriff "Masochismus" stimmt nicht. Lars leidet nicht unter den Katastrophen die sein Ratschlag bewirken würde. Leiden würden andere. Besser wäre " sozialer Sadismus".

  • Finde das Thema Corona-Demo nach wie vor schwierig. Ich war nicht dort, allerdings scheint die Berichterstattung doch recht undifferenziert zu sein. Ich würde die Bilder von den Reichsbürgern und Nazis jedenfalls nicht allen Demonstranten gleichermaßen in die Schuhe schieben. Und wegen der Schulschließungen z.B. war ich auch schon mal kurz davor, mich mit einem Schild vor ein Regierungsgebäude zu stellen. Das Verbot der Demo im Vorfeld war natürlich ein Fehler, man hat so völlig unnötigerweise Märtyrer erschaffen und den radikaleren Aluhüten in der Menge Rückenwind gegeben (Berlin wirkt an so einigen Stellen gerade nicht sehr professionell regiert).

  • Nachdem das ZDF den Querdenken Kopf nicht im Interview hatte, da sie ihre Fragen nicht im Vorfeld kommunizieren wollten - im Deutschlandfunk heute morgen durfte er sich mit seinen zurechtgelegten Antworten an den Fragen vorbei profilieren, für seine Sache werben und aus der Affäre ziehen. Fragen im Vorfeld brav übermittelt?

  • Youtube ist minimal besser technisch gesehen. Dafür hat Twitch den tausendmal besseren Chat. Die Twitch-App ist halt nicht so toll (zumindest Android, bei iOS k.A.). Auf dem Browser kannst du dir die Aufzeichnung auch sofort auf 2-facher Geschwindigkeit angucken, wenn der Broadcaster die VODs aktiviert hat. Das ist bei Youtube lediglich etwas komfortabler und eben auch in der App verfügbar. Ich finde aber nicht, dass sowas das fehlende Chat-Erlebnis ausgleichen könnte.

    Reichweite ist sicherlich etwas größer auf Youtube mit dem Laufpublikum von Tilo und wenn der Algo freundlich zu dir ist. Ob du die ganzen Looser-Kommentare aber wirklich haben willst, ist die andere Frage :D


    Ansonsten zu Twitch, wo du dich auch in Neue Zwanziger gewundert hast, wer da stundenlang Leuten beim Spielen zuguckt: Das läuft dann halt mehr im Hintergrund, wo du gelegentlich mal hinguckst. Hängt natürlich stark von dem content ab. Ich kann nur bei sehr guten Singleplayer spielen stundenlang zugucken. Wobei das auch abgenommen hat. Das ist dann vielleicht auch eine Alterssache.


    So ging's damals auf MDR los, allerdings keine Nachrichten, sondern der allgemeine Sendestart am 1.1. 1992:


    Damals War's gibt's natürlich auch dazu. Muss ich später mal durchgucken, ob da was zu Nachrichten dabei war:

  • Also in den Metadaten sind sie nummeriert. Aber im Titel werd ichs glaub ich nicht machen

    schade...würde etwas helfen den überblick zu behalten, wenn man - wie ich - allerlei podcasts über allerlei plattformen schaut/hört!

  • Wieder eine schöne Folge. Ich bitte darum, Dannys Rubrik zu einer Dauereinrichtung zu machen! :D


    Zum Thema Waigel muss man anmerken, dass "Deutschland" bzw. West- und Ostdeutschland zu diesem Zeitpunkt (Mitte 1989) ja tatsächlich noch keinen Friedensvertrag hatte. Der kam erst mit dem 2+4-Vertrag ("Anstatt eines Friedensvertrages"). Nur dass die Reichsbürger heute auf der Formulierung herumreiten, und nicht begreifen wollen, dass dieser 2+4-Vertrag der Vertrag ist, der den Frieden offiziell dokumentierte und das Vereinte Deutschland souverän werden ließ, also de facto ein Friedensvertrag ist.


    Weil Jenny angesprochen hat, dass Getränkekonzerne das Grundwasser abpumpen: da fiel mir diese Meldung ein, dass in Vittel das Grundwasser knapp wird, weil Nestlé zu viel abpumpt:

    https://www.deutschlandfunkkul…ml?dram:article_id=440737

  • Auch zu ex Finanzminister Theo:


    Als Vorsitzender der Vertriebenen Partei CSU musste er logischerweise die Klientel bedienen aus denen sich die Partei gegründet hatte. Also ist es überhaupt nicht verwunderlich was er da sagt und warum. Die haben bekommen was sie hören wollten und die CSU hat keine betagten Wähler verloren.

    Ich denke das es schon damals allen politischen Akteueren klar war das so etwas nie passieren wird und kann. Ein wenig CSU Brauchtumspflege. Ja paradox - die CSU ist eine Flüchtlingspartei.

  • So, hab jetzt die Hälfte der Folge durch. Die ist sehr schön geworden. Danny ist ein super Gast und überhaupt finde ich es gut, wenn zwischendrin Gäste zugeschaltet werden.

    Leicht irritierend fand ich den Umstand, daß niemand zwischendurch aufstand, um zur Kaffeemaschine oder zum Fenster oder so zu gehen. Die Erkenntnis hat ziemlich gedauert....( Ah ja doch: Jenny, um das Buch zu holen:))

    PS: Danke für die komprimierte Einordnung der Vertriebenen- Debatte. Die hab ich damals nicht kapiert.

  • PS: zum Zeitgeist:

    Eigentlich gabs nur Kohl in der politischen Mainstream- Debatte. Bis auf weinende schlesische Rentner, die beim Kaffee und am Stammtisch zwar getröstet wurden, die man aber insgeheim belächelte und denen man sich, aus Gründen der Rücksichtnahme ,nicht traute zu sagen, daß Polen nie wieder deutsch wird.

    Eine andere Sache waren die aggressiven Verbände, die das Vertriebenenthema als Aufhänger nutzten, um ein Sammelbecken neuer und alter Nazis zu pflegen. Die haben sich von einem Thema zum nächsten gehangelt, z.B. die Debatte um die Ausstellung " Verbrechen der Wehrmacht" und diese in den Studentenverbindungen gepusht, von denen sich der noch existierende harte Nazi- Kern wohl eine neue Auflage der Männerbünde aus den 30er Jahren versprach.

    Letztlich muß man sagen, daß das Konzept aufgegangen ist, da genug junge Leute sich auf Opas liebevoll- strenge Hierarchienseite schlugen und da blieben- gelockt vom einer Struktur des wertvoll, wichtig und erwünscht seins und den quasi- elitären Aufstiegsversprechen ( alt= angesehen und einflußreich).

    Hier also die Gegenfrage: wie haben sich die Studentenverbände gehalten und wie sind sie heute? Ich habs nicht verfolgt. Ich schätze aber, daß die Anstrengungen der Verbände sich hauptsächlich auf die Rekrutierung neuer Gesinnungsgenossen beschränkte, außerhalb der Verbindungshäuser und sich auf die Pflege nationaler, bildungsferner oder wenigstens leicht zu beeinflussender Schichten konzentrierte. Also den Aufbau nationaler Zellen, wonach sich ein großer Teil der Anstrengung in der AFD gebündelt hat.