Demokratie vs Demoskopie

  • https://www.deutschlandatlas.b…1A1EE18D76AA7.internet461


    Übrigens kann man sich mal die Karte mit den Altersgruppen ansehen: dann sieht man, dass in Sachsen und Thüringen, (also wo die Coronahotspots sind) meist mehr als 27% der Bevölkerung über 65 sind.

    Danke!


    Nennwert et al.

    Vielleicht ist dieser Aspekt in Bezug auf eine Krankheit, die (statistisch gesehen) nur für Alte eine ensthafte Bedrohung darstellt und die aktuell besonders bei den Ossis für eine leichte Übersterblichkeit sorgt, wichtiger als das Wahl- und Sozialverhalten der Bevölkerung?


  • Der Ehrlichkeit halber muss man sagen: höchstwahrscheinlich hängen diese drei Bezugspunkte: Alter, Coronainzidenz, Sozialverhalten in der Rentnerrepublik zusammen. Aber man kann eben das Sozialverhalten und dieses Habitusargument auch aufbauschen und dann auf den Ossi rauf hauen.

    ___________________________________________________________________________

    Haha, ein westdeutscher Wissenschaftler der gehänselt wird...du bist so durchschaubar in deinen Mimimi Reflexen, von Blindheit geschlagen.

    Das ist gehässig, wie eben auch diese Diskussion insgesamt ziemlich gehässig ist.

    Zitat

    Nein, jemand der in Brown Under (Bautzen) großgeworden ist, in Dresden studiert hat und bis auf 2 Jahre Hamburg auch dort arbeitet, der genug Geschichten von Freunden und Bekannten und Verwandten hat, die von Nazis bedroht und zusammengeschlagen wurden. Der in entsprechenden Jugendclubs unterwegs war, der die Lokal- und Landespolitik ziemlich genau verfolgt, das Verharmlosen von REchtsextremen seit Jahren, die aktive Arbeit gegen linksorientierte Jugendkultur, den ins menschenverachtende abdriftende Ton in den Social Media Kommentarspalten der Lokalpresse sieht, mittlerweile natürlich stark gefiltert, sich die Boomer-Scheisse am Frühstückstisch anhören muss, das Gelächter über Schwulenwitze, Judenwitze, Maximalpigmentierte, Angela Merkel, die fette Claudia Roth und so weiter und so fort...und nein, nicht an der Hauptschule sondern in einem börsennotierten Unternehmen. Und nein, ich bin damit nicht alleine, sondern höre genau das von den meisten Leuten die in Unternehmen arbeiten, wo vornehmlich die GEneration 50+ den Ton angibt. Es gilt nicht für den direkten Wissenschaftsbetrieb (Wobei ich wiederum jemanden kenne der in der Uni-Werkstatt arbeite und bei dem viele Kollegen ungefähr genauso wie bei mir sind, nur sogar etwas jünger)...

    Wie gesagt, es ist eine ziemlich herablassende und gehässige Diskussion. Ein Appell muss sein, dass man vorsichtig sein sollte und hier nicht mit moralische Urteile vermischen sollte.


    Bis auf das mit den Nazis , findet man sowas auch in Bayern und im Gegensatz zu einem 'sächsischen Exzeptionalismus' ist der bayrische Exzeptionalismus eben wirklich ein Ding. Wissenschaftsfeindlichkeit findet man auch in 711-Querdenken-Stuttgart. Attila Hildmann oder Michael Wendler kommen ja auch nicht ausm Osten. Verschiedene Experten und gar Stefan haben zwischendurch auch die ein oder andere Fehleinschätzung gemacht, wo man vielleicht das eine oder andere Interesse wittert. Die Wirtschaft wehrt sich ja bis jetzt erfolgreich, nicht völlig dicht zu machen, weil sonst wäre das ja wie China oder so (ich unterstell da auch gerne, dass es selbst da nicht mal um wirtschaftlichen Profit geht, sondern es einfach prätentiöser Macht- und Hierarchiewille ist, der die Menschen an ihren Büros kettet). Man erinnere sich nur mal an die Heinsberg-studie. Warum sollen Sachsen jetzt die schlechteren Menschen sein? bzw. warum sollen sie die besseren Menschen sein? Bspw. die Frau auf dem Parkplatz, wo dann nochmal darauf hingewiesen wird: eigentlich müsste sie eine Makse tragen. Würde wirklich, selbst bei Maskenpflicht, jeder darauf achten und pochen unter freien Himmel jetzt den Mundmieffang aufzusetzen? War es nicht vielleicht ein blöder Augenbilck? Wo ist der Zweifel für die Angeklagte? Sind sie nicht offener, wenn sie protestieren, weil ihnen etwas Freiheit (ja ich, weiß, ist jetzt sehr überzogen) wichtiger ist, als das Risiko krank zu werden? Andere gründen dafür Telegramgruppen und würgen sich dort darüber aus. Spricht nicht etwas Staatstragendes daraus, zu sagen, dass das die im Osten die anderen sind?


    Der kulturelle, wirtschaftliche, politische Bruch zwischen Ost und West ist eben nicht überwunden, wie gesagt. Man kann nicht sagen "so wir sind jetzt 30 Jahre nach Mauerfall, also ist das jetzt auch erledigt" und deswegen sind sie voll und ganz selbst Schuld an ihrer Miserie insgesamt. Die historische Ausgangslage sind grundlegend andere und einen Frust gegen den Westen, gegen die Politik und Markus Söder zu hegen, gehört zum guten Ton - aber wie gesagt: ich wette, dass es in neoliberalen Strukturen jeder ein klein bisschen elitär, exzeptional ist in seinem Drang zur Abgrenzung gegen 'die da Oben'. Es geht in marktorientierten Gesellschaften auch nicht um Wahrheit, sondern um dass, was der Markt durch Angebot und Nachfrage so nach oben spühlt.


    Der Habitusbegriff, wie in Bourdieu geprägt hat, hat eigentlich einen sehr fatalistischen Anklang: es reicht meist nicht ein Menschenleben, um seinen Habitus zu überwinden. Man wird ihn auf ewig mit sich weitertragen und weiter geben. Und liegt auch eine größere Wahrheit darin, wenn die Frau recht hilflos sagt 'aber wir schützen uns immer' - jeder Form von Souveränität in dieser Krise kann Heuchelei unterstellt werden. Söder weiß eben auch nicht, ob das alles gut wird, aber er inszeniert sich so als wüsste er was er tut. Bourdieu hat ja auch nicht nur die 'unten' gemeint, die einen Habitus an den Tag legen, sondern eben auch die Eliten und Akademiker und deren Urteile. Hier hab ich immer diese Korrelation vor Augen: wer im Westen aufgewachsen ist, neigt eher zu narzisstischen Persönlichkeitszügen - also, eher in Richtung Trump, eher in Richtung Schuldzuweisung und Schuldabweisung von sich selbst.

  • Ich finde diesen Schlusssatz witzig.

    Journalismus in Zeiten von Corona postfaktischen Zeiten.


    Edit:

    Der Anfang des Artikels ist ja noch viel besser:


    „Wer glaubt ernsthaft, dass uns das bisschen Tuch vor Mund und Nase davor schützt, Coronaviren einzuatmen? Und doch tragen noch immer Millionen Menschen in Bus, Bahn und Supermarkt solch selbst geschneiderte Stoffmasken.“


    Was uns seit März eingeredet und bei Verstoß mit Bußgeld bestraft wird - und was im Podcast willkommener Anlass für Ossi-Bashing war -, das soll nun plötzlich nicht mehr wahr sein. Renitente Ossis, Stuttgarter Querdenker und ich sagen natürlich: Wir haben‘s immer gewusst! 😏


    Die Deppen sind klar mal wieder die anderen. Die Frage ist nur: Wie lange wird FFP-2 der neue heiße Scheiss sein - und was kommt danach?


    Edit:

  • Wer glaubt ernsthaft, dass uns das bisschen Tuch vor Mund und Nase davor schützt, Coronaviren einzuatmen? Und doch tragen noch immer Millionen Menschen in Bus, Bahn und Supermarkt solch selbst geschneiderte Stoffmasken.“

    Die waren nie zum Eigenschutz, das hat auch keiner erzählt. Es ging immer darum mit den selbst gebastelten Masken die Tröpfchenübertragung zu erschweren und die Aerosolwolkenbildung zu hemmen.

    Die Deppen sind klar mal wieder die anderen.

    Der Depp bist, wie annähernd immer, du.

  • In Augsburg sogar auf den Rad, haben sie gesagt...

    Aber erst, als genug davon verfügbar waren, davor waren sie Mist. Haben sie gesagt!

    Follow the science...


    Absurdes Theater. Ich hätte ja Verständnis für FFP2, wenn es dafür eine Gegenleistung gäbe: Öffnung von irgendwas. Stattdessen wird der Lockdown verschärft werden - wetten?

  • Ach, das ist nicht erlaubt? Dürfen wir dann in Zukunft auch nicht mehr rechtsgerichtete Straftaten auf die Wählerstruktur bzw. umgekehrt übertragen?


    Genau die Migranten mit ihren Massenhochzeiten und was weiß ich für Lebensweisen und "sich nicht an die Regeln halten" wurden neben den Partyjugendlichen als die Hauptursache für das Anwachsen nach dem Sommer durchs Dorf getrieben. Und zwar vornehmlich von eben so rechtskonservativen Zeitungen, Kommentaren und Mitbürgern. Speziell in Ostdeutschland. Schon vergessen? Der Spott über die Berliner, die Verunglimpfung als diese auf die 50 oder 100 zusteuerten?


    Und da darf man jetzt das offensichtliche nicht beim Namen nennen, währenddessen die ganzen "Massenhochzeitsstädte" seit Monaten kaum ein Drittel, maximal die Hälfte der Inzidenz haben?

    Und? Fandest Du das irgendwie „gut“ oder „hilfreich“? Ich nicht. Wenn das so ein Racheding werden soll, dann bedenke, dass so ein Kreislauf sehr lange dauern kann.

    Mittlerweile gehe ich davon aus, dass besonders dort hohe Inzidenzen auftreten können, wo sie vorher niedrig waren. Die Rechnung hatte ich gepostet. Diesen Post von Dir hatte ich jedoch übersehen....

    Was Straftaten mit dem Thema zu tun haben erschließt sich mir nicht....

  • "https://twitter.com/RubenGerczi/status/1350473235779956741"


    https://www.spiegel.de/panoram…cb-414d-a215-f0e296376a89


  • Thüringens Theater und Orchester bleiben bis Ende März im Lockdown.

    Am Freitag (15.01.2021) verständigten sich die Verantwortlichen der Theaterszene mit der Staatskanzlei darauf, den Spielbetrieb weiter ruhen zu lassen. Mit Blick auf die hohen Infektionszahlen in der Corona-Pandemie sei nichts anderes möglich, sagte Thüringens Kulturminister. Um Kontakte und Ansteckungen am Arbeitsplatz zu vermeiden, würden die Häuser zudem den Probenbetrieb und andere Abläufe soweit wie möglich herunterfahren.

    Auch andere Bundesländer und Städte haben bereits angekündigt, ihre Theater noch länger geschlossen zu lassen - Berlin und Hessen etwa bis Ostern

    https://www1.wdr.de/kultur/kul…-kultur-lockdown-100.html

  • Also ein paar Sachen bei der Diskussion des versuchten Autogolpes von Donald Trump haben mich dann doch verwirrt. Wer hat denn festgelegt, dass ein Coup nur von Militärs durchgeführt werden kann? Es gab auch Coups von Rebellengruppen, anderen bewaffneten Akteuren und zivilen Akteuren – letzteres zuletzt viel in Lateinamerika und teilweise in Osteuropa.


    Außerdem gibt es die Kategorie des Autogolpes bzw. Self-Coups:


    https://en.wikipedia.org/wiki/Self-coup


    Darin fällt das, was da abgegangen ist, ja definitiv.


    Insgesamt haben mich einige Sachen an der Erstürmung des Kapitols an die Schießerei im Parlament von Armenien im Jahr 1997 erinnert:


    https://en.wikipedia.org/wiki/Armenian_parliament_shooting


    Damals haben Terroristen erfolgreich den Premierminister und Parlamentssprecher ermordet, um den Präsidenten zu stärken und einen Politikwechsel zu verhindern.