Alternative Medien

  • Es gibt ja so die Schubladen: Corona-Leugner, Corona-Verharmloser, Corona-Skeptiker (vermutlich eine Art "Verharmloser")... Auch bei euch im Podcast werden diese Schubladen gerne gebraucht, meistens die erste. Bhakdi und Wodarg wurden in der aktuellen Sendung als "Verharmloser" bezeichnet.


    Mir fehlt da noch eine Kategorie: Die Corona-Realisten. Das sind diejenigen, die sich die verfügbaren Daten ganz genau anschauen und danach urteilen. In der Regel lehnen sie Modellrechnungen ab. Streeck würde ich bei den Realisten einsortieren, und natürlich mich selber... ;)


    Schauen wir mal zurück in den März/April 2020. Es muss für einen alten Hasen der Mikrobiologie wie Bhakdi eine Überraschung gewesen sein, dass die Forschung plötzlich alles bisher gesammelte Wissen über Bord warf und bei diesem "neuartigen Coronavirus" (novel corona virus), welches sie kurz zuvor noch als grippeähnlich eingestuft hatte (*), offenbar den Bedarf sah, das epidemiologische Rad neu zu erfinden.



    Beispiel Kreuzimmunität: Der Begriff beschreibt eine Art der Immunität, die sich aus der Verwandtschaft der Erreger ergibt. Für das „novel corona virus“ wurde einfach angenommen, dass es eine solche Immunität, resultierend aus früheren Infektionen mit endemischen Coronaviren, nicht gäbe.



    Aus dieser Annahme fehlender Immunität ergaben sich dann in Modellrechnungen vergleichsweise hohe Fallzahlen und Sterblichkeitsraten. Erst später wurde diese Ansicht revidiert, nachdem in aufwändigen Laborversuchen nachgewiesen worden war, dass T-Zellen von Patienten, die Kontakt mit anderen Coronaviren gehabt hatten, auch auf SARS-CoV-2 ansprachen und Kreuzimmunität somit doch auch in diesem Fall existiert.



    Nur wenige öffentlich präsente Experten, darunter Bhagdi, Wodarg oder auch der Schweitzer Beda M. Stadler, gingen von Anfang an davon aus, dass diese Immunität bereits bestehen würde. Entsprechend weniger kritisch sahen sie die Lage – was ihnen dann als „Verharmlosung“ zum Vorwurf gemacht wurde.


    Aber war es das wirklich, Verharmlosung? Oder nicht doch eher: Realismus? Wenn man sich die deutschen Sterbezahlen anschaut, dann muss man sagen: Wodargs Grippevergleich war realistisch. Die Übersterblichkeit in 2020 (mit Maßnahmen, schlecht wirkend bei der Risikogruppe der ganz Alten) war ungefähr so wie in 2018 (mit Grippeimpfung, offenbar genauso schlecht wirkend bei der Risikogruppe der ganz Alten).


    Bereits im März deutete eine französische Studie das an: Dass eine Infektionmit SARS-CoV-2 nicht tödlicher sei als die mit einem herkömmlichen Coronavirus.



    Bhagdi wies auf diese Studie hin, im März 2020. Das Video ging viral, und er wurde damit offenbar krass missverstanden. Hans Jessen hat mich darauf gebracht mit dem Bhakdi-Bashing in seiner Sendung.



    Ich denke, man hat dem Bhakdi Unrecht getan. Wir hätten mehr auf ihn hören sollen. Auch auf den Wodarg. Beide haben auch Fehler gemacht, wer hat das nicht? Beide konnten nicht erklären, wie es zu dem Drama von Bergamo kam, aber wer konnte das schon? Dass der Erklärungsveruch "Das Virus ist besonders schlimm!" zu kurz griff und viele andere Aspekte außer Betracht ließ, das konnte man sich damals schon denken.


    Außerdem waren beide geprägt durch frühere Erfahrungen, insbesondere mit der Schweinegrippe. Auch damals schon hat eine unheilige Allianz aus Forschung, Industrie und Medien versucht, aus einer Mücke einen Elefanten zu machen. Die Mücke war dann in 2020 ein bisschen größer als in 2009, aber das konnte man so genau auch nicht gleich wissen.


    Also: Wodarg und Bhagdi, raus aus der "Verharmloser"-Kiste. Zumindest mit dem Wissen von heute neu bewerten, was sie damals gesagt haben.


    Daher mein Beitrag zu "alternative Medien": Bhagdis "offener Brief an Merkel" vom März 2020 im Videoformat. Jeder soll sich dabei überlegen, wie seine fünf Fragen mit dem Wissen von heute zu beantworten wären. Und was Bhakdi somit ist: Verharmloser oder Realist.


    [Edit 28.02.2021: Neuer Link, der alte wurde von Youtube gelöscht]


  • Hier noch was alternatives für Dich, vom banalen Sender.

    https://www.n-tv.de/politik/po…ooixEsqUF50siI3LqiOqWLuZw

  • 15 min Augstein

    Jakob Augstein widmet sich politischen Fehlern in der Corona-Krise, dem Virus als sozialem Phänomen und der so bemerkenswerten wie irritierenden Duldsamkeit der Menschen

    https://www.freitag.de/autoren…n-corona-podcast-lockdown

    Mein take away aus dem Podcast, ganz am Schluss: Warum sind die Deutschen so erschreckend duldsam mit dem Lockdown? Antwort:


    Zahl der Deutschen über 65 Jahre: 17 Millionen

    Zahl der Beschäftigten im öffentlichen Dienst: 4,9 Millionen

    Also 22 Millionen, denen der Lockdown im Grunde egal ist, die möglicherweise ohnehin in einer Art Dauer-Lockdown leben.


    Und jetzt das, was Augstein sein „FDP-Argument“ nennt. [Er hat diese Dinge parat, aber er schämt sich auch ein bisschen dafür]. Also:

    Zahl der Selbstständigen in Deutschland: 4 Millionen

  • TUSCH!! TÄTERÄTÄTÄÄÄ!!

    Der beste Beitrag zu alternativen Medien- zumindest gefühlt- seit Monaten findet sich in " die Zeit" .

    Ist ne Jubiläumsausgabe. Vermutlich spukt zu diesem Anlaß Marion Gräfin Dönhoff herum, anders kann man sich das kaum erklären, aber ich hab auch erst ein paar Seiten Politikteil gelesen.


    Gian Domenico Borasio: Das Gegenteil von Hilfe

  • Gunnar Kaiser wäre auch bei mir in einer Auswahl derzeit relevanter Alternativ-Medien gelandet.


    Er gehört zu denjenigen, die einen Zusammenhang sehen zwischen Bestrebungen, einen Überwachungsstaat aufzubauen (Stichworte: ID2020, "The Known Traveller", "Great Reset") nach dem Vorbild Chinas (Social Credit System) und einer von Politik und Medien - mit tatkräftiger Unterstützung aus der Wissenschaft - zur globalen Pandemie hochgejazzten etwas stärkeren Grippewelle.


    Er hat zwar den für Libertäre typischen blinden Fleck beim Thema Marktliberalismus und tendiert - ebenfalls typisch - dazu, Staatskapitalismus mit Sozialismus zu verwechseln. Aber sonst ist er ein kluger Kerl und vor allem offen für vieles, ohne dass ihm eine ideologische Brille allzu sehr den klaren Blick auf die Dinge trübt. Ich höre ihm gerne zu. Vielleicht kann er in einer nicht allzu fernen Zukunft, wenn man für freie Meinungsäußerung auch bei uns riskiert, in Knast oder Klapse zu landen - oder man einfach keinen Zugang zu den Mediatären mehr findet und somit kein Gehör - mal ein paar politisch unbedenkliche Hörbücher einsprechen. Die Stimme dafür hätte er.


    Wer genau hinschaut, der sieht bei ihm im Hintergrund fast immer ein Saiteninstrument. Auch das nimmt mich natürlich für ihn ein.


    Im nachfolgenden Video referiert er über ein Essay von Erich Fromm zum Thema "Ungehorsam". Danach liest er einen Text seines Kumpels Milosz Matuscheck, mit dem er eine Initaitive gegen die "Cancel Culture" am Laufen hat. Dann telefoniert er mit einem Angehörigen der Bundeswehr und danach mit einer jungen Pianistin, die beide auf unterschiedliche Art von den Corona-Maßnahmen betroffen sind und sich ihre Gedanken darüber machen.


  • Das ist nicht so meins, aber wenn Du was gefunden hast, was Du gerne schaust, ist's doch auch gut.

    Es gibt halt gerade auf allen Seiten nur noch einseitige Beiträge.

    Vielleicht schreib ich später oder morgen was dazu, hab gerade keine Zeit.

  • Das ist nicht so meins, aber wenn Du was gefunden hast, was Du gerne schaust, ist's doch auch gut.


    Ich ging davon aus, dass außer uns beiden noch ein paar andere hier lesen. Und auch wenn sie's nicht gerne zugeben: die aus der Nachbarkneipe schauen öfter mal durch die Gitterstäbe des Affenkäfigs hier rein. [Oder durch die Panzerglastür der Geschlossenen, da bin ich mir nicht so sicher... ;) ]


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    Zum Thema "Alternativmedien" hatte die SÜDDEUTSCHE am Wochenende ein interessantes Stück:


    1/2

    [...]

    Diese Geschichte handelt von der Verwundbarkeit der offenen Gesellschaft. Am Beispiel der Bundespressekonferenz zeigt sich gerade, wie schwierig der Umgang demokratischer Institutionen mit manchem Gegner ist. So sehen das mehrere aktuelle und ehemalige Sprecherinnen und Sprecher, die hier regelmäßig auf dem Podium sitzen oder gesessen haben. "Die BPK ist gekapert worden", heißt es aus diesem Kreis. Einige Journalisten und Blogger - vor allem die Namen Boris Reitschuster und Florian Warweg fallen da immer wieder - würden die Veranstaltung sehr erfolgreich als Bühne für Verschwörungsmythen und Fake News nutzen.


    Ein Montagmorgen im Februar. Die TV-Übertragung läuft, als in Reihe sechs des großen BPK-Saals an einem der Mikros das rote Lämpchen angeht. Einsatz Florian Warweg, Online-Chef von RT DE. Der deutschsprachige Ableger des Moskauer Senders, der als Russia Today bekannt geworden ist, wird vom hiesigen Inlandsgeheimdienst der Desinformation und Propaganda für Russland beschuldigt. Aufgerufen ist jetzt, was sonst, das Thema Russland, wo gerade in mehreren Städten Menschen für den zu Lagerhaft verurteilten Oppositionspolitiker Alexej Nawalny auf die Straße gegangen sind und viele von ihnen verhaftet wurden. Warweg, der in Tübingen Politikwissenschaften studiert hat und seit 2014 für RT arbeitet, legt ruhig und freundlich los. Allerdings nicht mit einer Frage, sondern mit einer Behauptung.


    Seines Wissens sei "die übergroße Mehrheit" nur wegen einer Ordnungswidrigkeit festgenommen und dann sofort wieder freigelassen worden, behauptet Warweg. Da die Bundesregierung die Freilassung von Verhafteten fordere, würde ihn von Vizeregierungssprecherin Martina Fietz interessieren: "Welche konkreten Zahlen liegen der Bundesregierung über am Samstag verhaftete und immer noch in Haft befindliche russische Staatsbürger vor?"


    Fietz wird die Zahl auf keinem der Zettel finden, die sie mitgebracht hat. Die Regierung hat keine Sprache für Warwegs Anliegen, bei dem es offensichtlich nicht darum geht, eine Information zu bekommen, sondern darum, die Sprecherin vorzuführen.

    "Vorführen" finde ich etwas zu scharf formuliert. Es ist bekannt, dass von den Spechern und Sprecherinnen der Bundesregierung meist nur ausweichende Antworten zu bekommen sind. Interessanter als die Antworten sind daher oft die Fragen. Einen, der dieses Prinzip erkannt und seine Fragetechnik daraufhin perfektioniert hat, lange vor Florian Warweg, kennen wir alle ganz gut. ;)


    Zitat

    Fietz schaut in ihre Unterlagen, aber sie findet darin keinen Halt. Sie kann nur "grundsätzlich sagen, dass die Bundesregierung die Entwicklung in Russland und den dortigen Umgang mit Oppositionspolitikern, Journalisten und der Zivilgesellschaft sehr genau und mit Sorge beobachtet". Damit hat Warweg schon alles, was er braucht. Wenig später wird bei Youtube ein kurzer Clip online gehen mit der Überschrift "BPK: Regierungssprecherin verurteilt Polizeigewalt - aber nur in Russland".

    Dieser Warweg!


    Zitat

    [...]

    Die BPK dient dem Informationsinteresse der demokratischen Öffentlichkeit. Der Pressefreiheit. Der Kontrolle der Bundesregierung. Sie wurde aber nicht gegründet, um Propagandainteressen zu dienen, weder denen von Wladimir Putin, um die sich Florian Warweg kümmert, noch denen der rechtpopulistischen "Querdenker"-Szene.


    Mit einer Maske, die an deren Demonstrationen erinnert, sitzt der Blogger Boris Reitschuster in der Bundespressekonferenz. Auf seinem schwarzen Mundnasenschutz ist ein weißes Kreuz abgebildet. Das soll wohl einen Maulkorb symbolisieren.


    Dabei redet Reitschuster hier, wann immer es geht. An einem Morgen im Januar etwa, als er gleich drei Corona-Experten vorführen will. Auf dem Podium sitzen RKI-Chef Lothar Wieler, Gesundheitsminister Jens Spahn und der Virologe Christian Drosten. Reitschusters Frage ist eher ein Vortrag. Die Weltgesundheitsorganisation WHO habe "explizit" vor falsch-positiven Ergebnissen von PCR-Tests gewarnt, behauptet er. Vor mangelnder Verlässlichkeit. Dabei habe die Bundesregierung doch immer gesagt, die seien sicher. Schließlich säßen wegen ihnen Hunderttausende in Quarantäne.


    Das ist die Geschichte. die auch Hans Jessen aufgreift (bei 33:35). Das war, bevor die SZ ihren Artikel gebracht hat - offenbar geht Reitschuster den "guten" Hauptstadtjournalisten schon länger auf den Keks.


    Zitat


    Drosten faltet die Hände vor dem Mund. Er kenne das Papier, sagt er. Da stehe im Prinzip nur der Hinweis an die Labore drin: "Bitte lest auch die Gebrauchsanweisung durch." Sonst nichts. Die WHO zweifle keineswegs an der generellen Aussagekraft der Tests. Auch die Weltgesundheitsorganisation selbst widerspricht vehement. Sie habe keine Zweifel an der Glaubwürdigkeit der Tests, teilt ein Sprecher mit. Die seien der "Goldstandard" diagnostischer Testverfahren. Eine Notiz für Labormitarbeiter sei aus dem Kontext gerissen worden.


    Nun ja. Was wirklich drinsteht kann man hier nachlesen: https://web.archive.org/web/20…ice-for-ivd-users-2020-05


    Oder das Wichtigste daraus auf Deutsch im Spoiler:

  • 2/2


    Zitat

    Boris Reitschuster war viele Jahre Korrespondent des Focus in Moskau, seit Oktober 2020 ist er als Blogger BPK-Mitglied. Wenn er dort eine Frage stellt, nimmt er die schwarze Maske ab, obwohl man die hier ständig tragen muss. Diesen Montag wird das Kristina Dunz, Hauptstadt-Korrespondentin des Redaktionsnetzwerks Deutschland, zu viel. Er möge doch die Maske anbehalten. Erst reagiert Reitschuster nicht. Als er vom Podium aus ermahnt wird, mault er, die vorne hätten auch keine Maske auf. Er finde das "eine ungerechte Kommunikation, wenn die einen der Mimik beraubt sind und die anderen nicht". Die Maske setzt er dann doch auf. Unter Zwang sozusagen. Perfekte Ausbeute.


    Was dann passiert, könnte die BPK nachhaltig erschüttern. Reitschuster folgt der Korrespondentin Dunz nach der Pressekonferenz und filmt sie im vertraulichen Gespräch mit einem Sprecher des Gesundheitsministeriums. Der Sprecher fordert ihn auf, das zu lassen und die Bilder zu löschen. Reitschuster spießt das später in seinem Blog auf und widmet sich der Journalistin Dunz, die er als "langjährige Kanzleramtskorrespondentin und als solche nahe dran an der Kanzlerin" präsentiert. Die Leserschaft versteht. Dunz wird auf Twitter als "geistig behindert" beschimpft, es kommen Briefe. Ihre "Untertänigkeit" schreibt einer, sei "einfach widerwärtig".

    Tja. Derlei Vertraulichkeit zwischen Politikern und Journalisten, deren Job es eigentlich ist, den Politikern auf die Finger zu schauen, muss man nicht zwingend gut finden. Die SZ sieht das offenbar anders, wenn sie daraus so einen Aufreger macht. Aber nicht nur die SZ:


    Zitat

    Unter den Vereinsmitgliedern scheint die Zahl derer zu wachsen, die meinen, dass Boris Reitschuster spätestens seit den Vorfällen mit der Kollegin Dunz diese Grenze überschritten hat. Von einem "Showdown" ist die Rede. Der Blogger Tilo Jung etwa, der auch weiß, wie man Sprecher vorführt und damit vielen in der BPK auf die Nerven geht, hält Reitschuster für einen rechtspopulistischen Schwurbler. Das sei aber nicht das Entscheidende. "Das Entscheidende ist, dass er keinen Journalismus macht, sondern Desinformation und Propaganda", sagt Jung. Es sei auch ein großer Unterschied, ob jemand mit Journalismus Geld verdiene oder wie Reitschuster mit Desinformation Spenden auf seiner Webseite sammle.


    Ach, Tilo. Musste das sein? Du hast fraglos deine Verdienste, gerade im Rahmen der BPK, siehe weiter oben. Das mit den Spenden wäre unfreiwillig komisch, wenn dieser ganze Vorgang nicht so unendlich traurig wäre.


    Zitat

    Reitschuster bestreitet, der "Querdenker"-Szene oder der AfD nahezustehen. "Wenn man den Leuten gut zuhört und ihre Sorgen ernst nimmt, dann muss das nicht automatisch Populismus sein", sagt er. Aber er spricht auf Twitter von "Virus-Panikmache", bezeichnet Merkel, als "die beste Kanzlerin, die die politische Linke je hatte", und wettert gegen Kollegen, die am "Futtertrog der Regierung" hängen. Wenn Corona-Leugner vor dem Impfzentrum in Berlin aktiv und von der Polizei kontrolliert werden, folgt er ihrem Hilferuf, filmt ihre Rechtfertigung und stellt sie ins Netz. Muss man sich da wundern, wenn einem die Likes der Rechtspopulisten zufliegen?

    Provozieren und zurückrudern, die Grenzen des Sagbaren verschieben und dann so tun, als sei alles nicht so gemeint gewesen: Das ist das Prinzip, mit dem die AfD im Bundestag auftritt. Und ganz ähnlichen geht Reitschuster in der BPK vor.


    Damt ist das Urteil wohl gefällt. Dass Reitschuster aber der Einzige ist, der das Corona-Narrativ der Regierung kritisch hinterfragt, was dann zu ebenso absurden wie erhellenden Szenen führt wie hier schön dokumentiert, macht ihn nicht ganz zu Unrecht zum Shooting Star unter den "alternativen" Journalisten - obwohl auch er im Grunde nur Tilos Methode kopiert hat, mit anderen ideologischen Präferenzen.


  • Franz-Xaver Kroetz:



    Gerade 75 geworden (Risikogruppe) hat sich Baby Schimmerlos offenbar weder einschüchtern noch kaufen lassen.

    🙂👍

  • Ich frag mich, ob man aus diesem "Wir müssen mit den VTlern und Querdenkern und Coronesleugnern reden" im TV eine Show machen kann: Ein übelst schlecht gelaunter, aggressiver Wissenschaftler widerlegt in jeder Episode einen Typen mit einer Theorie oder eine Leugnung oder so. Sowas wie eine Kochshow mit Gordon Ramsey.


    Da hat man dann den Diskurs, den Unterhaltungswert usw. und man bekommt ein Preisgeld!


    Harald Lesch hat das hin und wieder ein wenig vorgemacht in seiner Show.


    Schau mal Servus TV. Da machen sie das regelmäßig, aber ohne Preisgeld.


    Wobei man sagen muss: ein bisschen fies sind die Organisatoren der Show schon. Für die Rolle des übellaunigen Lockdownbefürworters suchen sie immer ausgesprochene Vollhonks aus. So wie zuletzt hier einen angeblichen Mathematiker.


    https://www.servustv.com/ein-j…ativen-zum-aktuellen-weg/


    Wenn er bei 35:43 vom exponentiellen Wachstum anfängt, das die Ösis angeblich wieder haben, dann wird es Zeit für eine kleine Übung in Medienkompetenz:


    https://mobile.twitter.com/Cor…tatus/1365914161348247556


    Was für ein peinlicher Mathematiker, der sich nicht für die Basis der Zahlen interessiert, mit denen er argumentiert.

  • Ein umfangreicher Schriftwechsel, der WELT AM SONNTAG vorliegt, zeigt: In der ersten Hochphase der Pandemie wirkte das Haus von Innenminister Horst Seehofer auf Forscher ein. Daraufhin lieferten sie Ergebnisse für ein dramatisches „Geheimpapier“ des Ministeriums.

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    Das Bundesinnenministerium spannte in der ersten Welle der Corona-Pandemie im März 2020 Wissenschaftler mehrerer Forschungsinstitute und Hochschulen für politische Zwecke ein. Es beauftragte die Forscher des Robert-Koch-Instituts und anderer Einrichtungen mit der Erstellung eines Rechenmodells, auf dessen Basis die Behörde von Innenminister Horst Seehofer (CSU) harte Corona-Maßnahmen rechtfertigen wollte.

    Das geht aus einem mehr als 200 Seiten starken internen Schriftverkehr zwischen der Führungsebene des Innenministeriums und den Forschern hervor, der WELT AM SONNTAG vorliegt. Eine Gruppe von Juristen hat den E-Mail-Verkehr in einer mehrmonatigen rechtlichen Auseinandersetzung mit dem Robert-Koch-Institut erstritten.

    ...


    https://www.welt.de/politik/de…-Wissenschaftler-ein.html


    Flaßpöhler meinte dazu, das sei eine gezielte Implementierung von Neurosen.

    https://www.radioeins.de/progr…entatoren_talk_12180.html

  • Leider versauern diese E-Mails jetzt irgendwo bei den Anwälten oder der WELT. Ich denke nicht, dass wir sie je zu Gesicht bekommen werden.


    In einem Bezahlartikel der WELT von der gleichen Autorin liest sich das so:


    „Mitte März vergangenen Jahres war Deutschland im ersten Lockdown. Schulen und Geschäfte waren geschlossen, die Nerven im Land lagen blank. Auch bei Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU). Denn gerade hatten der Virologe Christian Drosten und Lothar Wieler, der Chef des Robert-Koch-Instituts (RKI), seinem Haus einen Besuch abgestattet.


    Die beiden hatten die Führungsriege des Innenministeriums eindringlich gewarnt: Deutschland drohten dramatische Folgen, kehre das Land zu schnell in den Alltag zurück. Seehofer sorgte sich nun davor, dass wie geplant an Ostern der Lockdown enden sollte. Der Minister war entschieden dagegen. Er schickte seinen Staatssekretär Markus Kerber in die Spur.


    Kerber hatte einen Plan: Er wollte führende Wissenschaftler mehrerer Forschungsinstitute und Universitäten zusammen einspannen. Gemeinsam sollten sie ein Papier erarbeiten, das dann als Legitimation für weitere harte politische Maßnahmen dienen sollte, über Ostern hinaus. Er startete per E-Mail einen entsprechenden Aufruf an die Forscher.“


    Anhand von Drostens Podcast ist gut nachvollziehbar, wie dieser innerhalb der ersten zehn Folgen umschwenkt von „ist wie eine pandemische Influenza, die alle paar Jahre vorkommt“ in einen Panik-Modus, der auch in dem besagten BMI-Papier seinen Ausdruck findet. Wir wissen heute in der Rückschau, dass Drostens erste Einschätzung richtig war. Unklar ist, was ihn zu dem Schwenk veranlasst hat. Inzwischen hat er sich weiter radikalisiert bis zum Saisonalitätsleugner.


    Das BMI-Papier ist Schnee von gestern. Schlimm ist, dass die Politik genauso weitermacht und sich an PCR-Inzidenzen orientiert, ohne sich für die Zahl der tatsächlich Erkrankten zu interessieren. Diese gehen kontinuierlich zurück (vgl. DIVI-Register und Destatis-Sonderauswertung), trotzdem werden Kultur, Gastronomie und Einzelhandel weiterhin in den Ruin getrieben.

  • Na ja, der Streit geht ja sowieso erst in die erste Runde.

    Herrje, vertippt, wie beim Lotto.


    Vielleicht gibt es demnächst Amnestie für massenhaft gefälschte Impfpässe??

    Das macht keinen Sinn, würde bei diesen fahrlässig Regierenden, also bedeuten das es durchaus möglich ist, das, es so passiert wie du vermutest, auch wenn das nicht Sinnvoll ist im Sinne des Eides den die unverantwortlichen vor laufender Kamera geäußert hatten, besonders der teil mit dem Abwenden von Schäden u.s.w. den auch wenn Kläger da sind braucht es erst einmal Richter, welche diese klagen anhören, zumindest.🤷‍♀️

  • Das macht keinen Sinn, würde bei diesen fahrlässig Regierenden, also bedeuten das es durchaus möglich ist, das, es so passiert wie du vermutest, auch wenn das nicht Sinnvoll ist im Sinne des Eides den die unverantwortlichen vor laufender Kamera geäußert hatten, besonders der teil mit dem Abwenden von Schäden u.s.w. den auch wenn Kläger da sind braucht es erst einmal Richter, welche diese klagen anhören, zumindest.🤷‍♀️

    Ich meinte eher, daß künstlerisch begabte Bürger sich einen Impfpass selber fälschen.

    War aber eher scherzhaft gemeint. Obwohl : damals hat ein blauer Kuli für den Disco- Stempel gereicht.