Impfen & Testen, MSC, Decision Making, Tim Cook, FB vs. Australien, Dispersion

  • Vor einem “Daten-Industriellen-Komplex” warnen, der Daten zu Waffen macht und unser aller Freiheit beendet – das kann jeder. Die Feuilletons sind voll davon. Doch hierbei handelt es sich um Worte von Apple-Chef Tim Cook, ausgesprochen vorm Europäischen Parlament. Er griff sie im Februar wieder auf. Denn damals war noch Gerede, was heute umgesetzt wird. Das nächste große Update des Betriebssystems aller iPhones wird Facebook schwer treffen. Wir besprechen heute Tim Cooks aktuelle Rede zur Privacy und ihre ganz praktischen Folgen.

    Ganz anders war die Dramaturgie der diesjährigen Münchner Sicherheitskonferenz. Man wollte sich knuddeln, lud also China und Russland erst gar nicht ein und begrüßte Amerika zurück im Kreise der guten Gesellschaft. Das war zuweilen peinlich, mitunder aber auch ärgerlich. Denn der Festakt entsprach nicht ganz seinen realen Notwendigkeiten. Corona geschuldet traf man sich auch nur kurz und lediglich virtuell.

    Bis das nächstes Jahr anders sein wird, vergehen noch viele Monate. Bill Gates sprach in München davon, neue Grundlagenimpfungen zu etablieren und Milliarden von Menschen in Wochenfrist auf Krankheiten zu testen. Von all dem merkt man in Deutschland fast nichts. Die Impfungen sind zu knapp, der Impfablauf ist zu schwerfällig und die Antigentest-Diagnosen stehen noch immer in den Sternen. Wir fassen die Lage gleich zu beginn zusammen. Am Ende gibts ein Unboxing von Stefans Schnelltestlieferung aus Österreich.

    Komm’ in den Salon. Es gibt ihn via Webplayer & RSS-Feed (zum Hören im Podcatcher deiner Wahl). Wenn du Salon-Stürmer bist, lade weitere Hörer von der Gästeliste ein.

    Quelle: https://neuezwanziger.de/2021/…vs-australien-dispersion/

  • Ich „like“ das mal, ohne den Inhalt zu kennen oder zu wissen, wie ihr euch dazu positioniert. So was hier...


    „Bill Gates sprach in München davon, neue Grundlagenimpfungen zu etablieren und Milliarden von Menschen in Wochenfrist auf Krankheiten zu testen.“


    ...macht mich ganz kirre. Will der größenwahnsinnige Software-Nerd eine Welt voller Hypochonder?


    P.S.

    Einen schönen Gruß an Juli Zeh!

  • Ich bin ja froh um jeden, der den Streeck ein bisschen verteidigt. Und es stimmt, wir stünden heute anders da, wenn wir mehr auf ihn gehört hätten. Von daher sind Vorwürfe gegen ihn, dass manche seiner Prognosen nicht eingetroffen seien, tatsächlich fragwürdig.


    Streeck hat übrigens ein Buch geschrieben, war das schon mal Thema?

    Hotspot: Leben mit dem neuen Coronavirus“.


    Aber Stefan , bevor du das nächste Mal Drostens Pocken-Vergleich bemühst, mach doch mal eine kleine Medienkompetenzübung. Die Sterbezahlen, nach Altersgruppen sortiert, sind beim Statistischen Bundesamt verfügbar. Ich hatte das schon mehrfach verlinkt. Man braucht kein Abitur, um das ein bisschen graphisch aufzubereiten, und man sieht sofort: Wenn überhaupt, dann liegt ein Vergleich mit dem Grippejahr 2018 nahe.


    Der Mittelalter-Pocken-Vergleich ist zwar schön plakativ und einprägsam, aber auch schrecklich dumm, weil gar kein Aspekt der heutigen Lebensumstände irgendwie vergleichbar ist mit dem Mittelalter. Das gilt insbesondere natürlich für die Bereiche Medizin und Hygiene.

  • Der Mittelalter-Pocken-Vergleich ist zwar schön plakativ und einprägsam, aber auch schrecklich dumm, weil gar kein Aspekt der heutigen Lebensumstände irgendwie vergleichbar ist mit dem Mittelalter. Das gilt insbesondere natürlich für die Bereiche Medizin und Hygiene.

    Naja, das Mittelalter sollte man eigentlich nicht als Argument missbrauchen, sondern ein bisschen konkreter werden.


    (Die Hygiene-maßnahmen von heute sind dieselben wie die, die im Mittelalter herausgefunden wurden. Quarantäne kommt aus dem Mittelalter, 'Sozial distancing' ebenso.


    Damals gab es total abwegige, religiös überhöhte Erklärungsansätze, heute ebenso.

    Man siehe nur auf Coronaleugnungen und Herdenimmunitäts-propgandisten. Mal ganz davon abgesehen wird durchaus der Kapitalismus als die Wurzel dieses Übels als Erklärung rangenommen, was mal mehr und mal weniger stimmt.


    Die Technik ist eine andere im Sinne von Beatmungsgeräten und Impfstoff. Ersteres ist aber rein körperlich-seelisch eine kleine Hölle und auf zweiteres wartet man wie auf den Messias.)


    Wenn eine Krankheit wie die Pockenpest ausbrechen würde, dann könnte es durchaus einen ähnlichen Effekt haben wie im Mittelalter.


    Man soll sich nicht anmaßen, man sei weiter als damals, weil die Epoche des MA ist erstmal ein Konstrukt, das Europa exklusiv ist: es gab kein arabisches MA (ist ein Buchtitel, google it!).

  • Naja, das Mittelalter sollte man eigentlich nicht als Argument missbrauchen, sondern ein bisschen konkreter werden.


    Geht’s denn noch konkreter als mit den Daten des Statistischen Bundesamtes und deren graphischer Aufbereitung?


    Worum es mir geht ist das: Man sollte so einen Spruch nicht einfach unhinterfragt übernehmen, nur weil er gut klingt und von Drosten stammt. Insbesondere in einer Diskussion, in der man durch den Gebrauch des viel naheliegenderen Grippevergleichs schnell mal (zu Unrecht) bei den Verharmlosern einsortiert wird.

  • Geht’s denn noch konkreter als mit den Daten des Statistischen Bundesamtes und deren graphischer Aufbereitung?


    Worum es mir geht ist das: Man sollte so einen Spruch nicht einfach unhinterfragt übernehmen, nur weil er gut klingt und von Drosten stammt. Insbesondere in einer Diskussion, in der man durch den Gebrauch des viel naheliegenderen Grippevergleichs schnell mal (zu Unrecht) bei den Verharmlosern einsortiert wird.

    Ist mir egal, darum ging es mir erstmal nicht.

  • Anmeldeformular Deutsch-Französisches Testzentrum



    Corona – Zerstört ein Virus die deutsch-französische Freundschaft?


  • Ganz ehrlich, auch weil ihr das nochmal angesprochen habt mit der nicht-beachtung des Individuums:


    Ich will, dass mir die Wirksamkeit des Lockdowns irgendwie statistisch nochmal bestätigt wird. Die Disziplin, die hier an den Tag gelegt wird, wird eigentlich mathematisch argumentiert: soviel ich weiß, ist immer noch die Ansage, dass wir zu wenig Krankenhausbetten haben (natürlich vermindert man auch Leid, aber oft ist das eine individuelle Abwägung und selbst wenn kann man Leidvermeidung anders regeln).


    Das Problem ist immer noch: niemand will Geld für das Gesundheitssystem ausgeben und ein wirklichen Plan aufstellen und stattdessen gibt es Disziplinierungsmaßnahmen und Handlungen, die für eine Woche mal aufsehen erregen. Das ist wie in der Wirtschaft und am Ende wird man damit auch noch Bundeskanzler.


    Aber eben diese Disziplin ist eben fraglich, ob es wirklich dieser ausschlaggebende Faktor ist oder ob das Virus so aggressiv ist, dass das kaum ein Unterschied macht (gerade wenn man weiterhin Lohnarbeiten darf). Und ob es nicht eher so ist, dass die erste Welle im Frühjahr wegen der einsetzenden Sonneneinstrahlung "ge-flatted" wurde. So wie vlt. jetzt diese hier auch.

  • Ich will, dass mir die Wirksamkeit des Lockdowns irgendwie statistisch nochmal bestätigt wird.


    Geht nicht. Für jedes Beispiel, das die Wirksamkeit des Lockdowns zu bestätigen scheint, findet man ein Gegenbeispiel, das diese widerlegt. In der Regel gehen die Infektionszahlen ohnehin nach Ende des Lockdowns wieder hoch, oder die Infektionswelle der nächsten Saison holt nach, was zuvor mittels Lockdown unterdrückt wurde.


    Ausnahmen sind nur Inselstaaten mit Extrem-Lockdown und Quasi-Einreisesperre (Australien, Neuseeland) und China. Was China angeht ist natürlich die Datenbasis äußerst fragwürdig.


    Ansonsten beruht die Annahme einer Wirksamkeit von Lockdowns auf stark vereinfachenden Modellrechnungen, die Menschen mitsamt ihren sozialen Interaktionen reduzieren zu Bällen in einer Mischkugel (vgl. Ziehung der Lottozahlen) mit durchweg gleichen Eigenschaften. Populär wurde die Lockdown-Idee durch einen Artikel eines Bloggers und Industrie-Beraters (Tomas Pueyo, "The Hammer and the Dance"), der mit Epidemiologie beruflich ungefähr so viel zu tun hat wie ich oder du.


    soviel ich weiß, ist immer noch die Ansage, dass wir zu wenig Krankenhausbetten haben

    Ausgerechnet die DIVI argumentierte kürzlich mit dieser "Ansage" für eine Lockdown-Verlängerung. Und das vor dem Hintergrund, dass in 2020 (leicht zu merken) 20 Krankenhäuser geschlossen wurden und weitere auf der Abschussliste stehen. Die Auslastung liegt, soweit ich weiß, derzeit bei 70 bis 80 Prozent.


    Zur Situation der Klinkien im "Jahr der Pandemie" gab es neulich einen gut recherchierten Artikel auf Multipolar: https://multipolar-magazin.de/artikel/kliniken-2020


    Und ob es nicht eher so ist, dass die erste Welle im Frühjahr wegen der einsetzenden Sonneneinstrahlung "ge-flatted" wurde.

    Natürlich ist das so. Wir haben es bei "Corona" mit Viren zu tun, die aufgrund ihrer Fetthülle empfindlich gegen Austrocknung und gegen UV-Strahlung sind. Die dadurch bedingte Saisonalität hat auch Drosten vor genau einem Jahr in seinen ersten Podcast-Folgen erwähnt. Sehr spannend, dass er inzwischen zum Saisonalitätsleugner mutiert ist.