Resilienz, #alledicht, Klimapläne, Urbanisierung, China vs Japan, The One

  • Der Bundestag hat im April die Erlaubnis bekommen. Er darf in die Preisgestaltung des Wohnungsmarkts eingreifen und der Europäischen Union ihre Schulden lassen. Jetzt muss man beides nur noch wollen. Joe Biden macht derzeit alles gleichzeitig. Er redet übers Klima, lässt sich von Japans Regierungschef besuchen, und startet sein Recovery-Programm. Außen-, Innen-, Zukunfts- und Sicherheitspolitik. Und wir wissen noch nicht mal, ob die Kanzlerkandidaten-Aufstellung bis Herbst hält.

    Interessanter Weise ist die sozioökonomische Disbalance der Corona-Maßnahmen im April in den Fokus einiger Journalisten geraden. Die allerdings gleich das Narrativ des verständnislosen Migranten aufgriffen. Wir diskutieren das Thema heute nochmal, mit Verweis auf den Wissensstand Juli 2020. Da wusste man im Robert-Koch-Institut schon, was Sache ist, dass es nicht um Ausländer geht und Hilfestellungen geboten sind. Anscheinend setzt die Bundesregierung auf die Impfungwirkung, nicht nur gegen Corona-Infektionen, sondern auch gegen den offensichtlichen Bedarf für Sozialpolitik.

    #allesdichtmachen ist bei uns kurz Thema. Der Fortschritt beim Impfen etwas länger. Am Ende schauen wir nach Los Angeles, wo zwar Covid sowei überstanden wurde, jetzt aber der Wahnsinn um sich greift. Zentrale Salon-Lektüre wird: „Ausgeliefert – Amerika im Griff von Amazon“ von Alec MacGillis.

    Komm’ in den Salon. Es gibt ihn via Webplayer & RSS-Feed (zum Hören im Podcatcher deiner Wahl). Wenn du Salon-Stürmer bist, lade weitere Hörer von der Gästeliste ein.

    Quelle: https://neuezwanziger.de/2021/…g-china-vs-japan-the-one/

  • Ah, Wolfgang! Erklär doch mal: WARUM empfindest du Brüggemann als „abgedriftet“? Sag doch mal. Vielleicht kannst du diese deine Empfindung ja irgendwie begründen...?


    Und liest du ZEIT-Interviews eigentlich ganz, auch wenn man dafür bezahlen muss, oder übernimmst du nur das, was auf Twitter daraus kolportiert wird? Du verwechselst doch nicht etwa Twitter mit der Realität?


    Für den scheinbar unpassenden Zeitpunkt der Schauspieler-Aktion habe ich eine mögliche Erklärung. Im November konnte man denken: Noch diesen Winter überstehen und im Frühjahr, Sommer sind dann die Risikogruppen geimpft. Die Krankenhäuser sind leer wie im vergangenen Sommer, ein Grund für Restriktionen besteht zumindest im Freien nicht. Da können Veranstaltungen mehr oder weniger normal stattfinden.


    Inzwischen aber ist klar, nach all dem Zinnober, den die Politik und die Virologen und das RKI veranstalten um die Angst hoch zu halten trotz sinkender Inzidenz, dass auch diesen Sommer nichts annähernd so sein wird wie normal, es wird sogar noch schlimmer werden als im vergangenen Sommer, als zumindest Biergarten-Auftritte möglich waren mit Maske, wenn man pinkeln geht: Höchste Zeit, mal was zu unternehmen. Es ist vielleicht spät, aber hoffentlich nicht zu spät.


    Und der Zuspruch, den die Aktion erhalten hat jenseits eurer Twitter-Blase und außerhalb der Hauptmedien, die sich aus leicht nachvollziehbaren Gründen auf den Schwanz getreten fühlen und entsprechend bellen, dieser Zuspruch ist umwerfend und gibt den Künstlern Recht.

  • Es wird dann im weiteren Verlauf wieder besser, aber gestern musste ich echt erst mal abschalten.


    So richtig konkret wird die Kritik aber leider nie. Stefan , sag doch bitte: Welches der 53 Videos ist der Tropfen Benzin, der den Brunnen vergiftet? Das muss sich doch benennen lassen.


    Ihr erwähnt dann die Talkshows, Anne Will und so. Welche Experten kommen denn da zu Wort? Lauterbach, Lauterbach, Lauterbach... und ein bisschen Brink- und Priesemann. Das Maximum an Meinungsvielfalt ist dann vielleicht noch Hendrik Streek. Aber wurde jemals in einer dieser Talskows John Ioannidis erwähnt? Oder gar ein Wolfgang Wodarg, verdienstvoller Aufklärer heute wie zu Zeiten der Schweinegrippe, gar geladen? Auch ein Nida-Rümelin bringt sein "für unter 50-Jährige ist Covid-19 nicht gefährlicher als eine Grippe" nicht bei Anne Will, wenn er da mal zu Gast ist (was tatsächlich der Fall war). Auch der weiß, wo die Grenzen des Sagbaren im ÖRR liegen.


    Aber Merkel! Die bekommt eine Extra-Sendung bei Will, um ihre "Notbremse" zu promoten.


    Und du, Stefan ? Wie oft hast du im Podcast erwähnt, dass für die über 80-Jährigen "Corona" tödlich sei wie die mittelalterlichen Pocken? Und wie oft im Vergeich dazu, dass eine Influenza für die Kinder, die nach dem Willen Merkels jetzt ebenfalls "durchgeimpft" werden sollen, deutlich öfter tödlich verläuft als "Corona"?


    Wahrscheinlich weißt du so was nicht, Stefan , also kannst du's auch nicht sagen. Okay, geschenkt. Aber hör auf dich lustig zu machen über die, die besser informiert sind, weil sie nicht nur Drosten hören. Oder gar, diese bei den Querdenkern einzusortieren. Das nervt.

  • Zu #allesdichtmachen fällt mir nur ein:


    Was ist das für ein Land, in dem Politiker eine größere Narrenfreiheit zu genießen scheinen als die Künstler?


    Und was ist das für eine Presse, die Künstler härter kritisiert als Politiker, deren Corona-Politik (von der Impfstoffbeschaffung bis hin zu neuen Ideen bei der Eindämmung des Virus) vor Inkompetenz strotzte.


    Offenbar scheint Zynismus in der Kunst nur noch dann erlaubt zu sein, wenn diese Kunst von der Regierung in Auftrag gegeben wurde.

  • Offenbar scheint Zynismus in der Kunst nur noch dann erlaubt zu sein, wenn diese Kunst von der Regierung in Auftrag gegeben wurde.

    In der Rolle des Professor Börne darf Liefers sogar ein bisschen politisch unkorrekt sein und sich regelmäßig über seine kleinwüchsige Assistentin lustig machen. Aber wenn er in ironischer Form Kritik übt an der Corona-Berichterstattung, dann werden Rufe laut nach einem Berufsverbot - getwittert von einem Rundfunkrat. Der Teeet wurde zwar zurückgezogen, entlarvend war er doch.


    Nun ist Liefers kein politischer Analyst, sein Unbehagen wohl eher gefühlt und von ihm selbst nur schwer in Worte zu fassen. Andere können das besser:


    Michael Meyen analysiert in seinem Beitrag die Funktion der Leitmedien und wie diese eine Diskursvorherrschaft in der Gesellschaft herstellen. Das gilt freilich nicht nur für die Einschätzung der Corona-Politik. Wer Zugang zu den Leitmedien hat, kann bestimmen, wovor wir Angst haben, meint Meyen. Das kann in einem Fall der islamische Terrorismus sein, das waren früher die Kommunisten und das ist heute ein Virus. In der Allianz von staatlicher Autorität und Leitmedien ist dann z.B. von Anfang an die Risikoeinschätzung von Covid-19 enorm übertrieben worden, um damit bewusst Angst zu erzeugen, die Menschen gefügig für harte Maßnahmen zu machen. Wichtig dabei war auch, dass warnende Stimmen vor diesem Corona-Regime – wie Wolfgang Wodarg oder Sucharit Bhakdi – von den Leitmedien systematisch ignoriert und später diffamiert wurden und digitale Leitmedien wie Youtube ihre Beiträge sogar gelöscht haben. Auf diese Weise stellt sich Diskurshegemonie her.


    Kein Recht zur Kritik an Liefers hat aber derjenige, dessen Ablehnung gleichermaßen wenig elaboriert daherkommt. Das Brunnenvergifter-Video müsste doch zu benennen sein...?

  • Beim Thema China und Japan gibt den japanischen Film "City of Life and Death", das die Massaker der Japaner an den Chinesen im 2.Wk thematisiert. Sowas wird wohl gerne aus den japanischen Geschichtsbücher herausgestrichen.


    Bei Anime gibt es "Grave of Fireflies", was eine sehr emotionale Tragödie sein soll, aber letztendlich soll er wohl intendiert gewesen sein, die stolze und egoistische Jugend anzumahnen. Man solle Traditionen wahren und so weiter.

    Dem gegenüber ist "Akira" wohl auch ein Zeichen der damals aufkommenden Jugendkultur.

  • SozialesBrot

    „Herr Streeck stemmt schwache Studien. Herr Lang stemmt nicht nur IS-Schichten, sondern auch Eisen.“


    Nu, die haben wohl beide ihre Stärken. Streecks Heinsberg-Studie war ein echter Fortschritt und brachte einiges an Erkenntnisgewinn. Findest du nicht? Und wenn, warum nicht?


    Lang war aber auch klasse in der BPK.


    Aber Bodybuilder, na ja. Die werden sofort fett, wenn sie damit aufhören. 😏

  • Ich möchte übrigens Wolfgang zum Erwerb der großartigen Callas-CD-Box beglückwünschen. Die kam allerdings schon 2015 auf den Markt.


    Der Witz ist übrigens: Die Restaurierung der Callas-Aufnahmen war gerade deshalb so gut möglich, weil es analoge Tonband-Aufnahmen waren. Auf diesen Originalbändern befanden sich Frequenzen, die man damals zwar nicht abspielen konnte, die man jetzt aber mithilfe von neuen Verfahren "hörbar" machen konnte. Es handelt sich also bei den CDs nicht um alte Aufnahmen, die lediglich mit digitalen Abmischungen "aufgemotzt" wurden, sondern man konnte den analogen Original-Aufnahmen Elemente entlocken, die sich auf den Bändern verewigt hatten, und die jetzt zu diesem eindrucksvollen Klangerlebnis führen.


    Anders sieht es zum Beispiel bei reinen Digital-Aufnahmen aus den 1980er Jahren aus, die heutigen Standards nicht mehr so ganz entsprechen. Aus denen kann man nichts mehr rausholen, weil außer den vorhandenen Bits und Bytes eben nichts drin ist.