Twitch, #nofriends, Googles Realität, Berkshire Hathaway, Generationenkämpfe

  • Warren Buffett und Charles Munger haben den Überblick über 100 Jahre selbst miterlebte, und mitgestaltete Wirtschaftsgeschichte. Angesprochen auf MMT und Bitcoin ziehen sie trotzdem blank. Im freien Spiel der Kräfte nützen Theorien wenig, der Markt sagt, was Sache ist also bleibt vom Lebenswerk der alten Herren nur die Empfehlung: Investiert lieber in Indexfonds, als Gurus das Geld anzuvertrauen.

    Mit ebensolcher praktischer Intelligenz sortiert sich auch Google weiter in der Welt ein. Inzwischen wollen sie im Silicon Valley alles synthetisieren. Ganz freimütig bewirbt uns Google mit seinen Produkten. Sie nehmen unsere Smartphones, sortieren die alten, unangenehmen Erinnerungen aus unseren Archiven und pflanzen synthetische „cinematic Moments“ hinein. Dass das alles weniger mit Realität als Googles Abbild der Welt zu tun hat, kümmert Sundar Pichai wenig. Er hat diejenigen, die seinem Konzern ethische Einwände von innen entgegenbringen kurzerhand gefeuert.

    In dieser neuen Medienwelt findet sich niemand mehr richtig zurecht. Wir besprechen dem Streaming-Boom anhand von Twitch und die #nofriends Dramatisierung bei Youtube. Es ist für alle ein großes Durcheinander. Weshalb wir auch in den Generationenfragen nochmal nach Ursachen forschen. In Amerika und China werden derzeit so wenig Kinder geboren wie einhundert Jahre nicht. Es betrifft die ganze soziale Bandbreite. Und ein interessanter neuer Vorwurf steht im Raum. Gehen die Babyboomer nicht nur mit ihrem Erbe an uns falsch um, sondern auch mit dem, das sie damals bekamen?

    Komm’ in den Salon. Es gibt ihn via Webplayer & RSS-Feed (zum Hören im Podcatcher deiner Wahl). Wenn du Salon-Stürmer bist, lade weitere Hörer von der Gästeliste ein.

    Quelle: https://neuezwanziger.de/2021/…away-generationenkaempfe/

  • „AOC weiß gar nicht wo ihr der Kopf steht, weil Biden die Billionen so raushaut.“


    Das ist eine verblüffende Wahrnehmung, Stefan . Wie kommst du darauf? Eigentlich liegt Biden doch bei sämtlichen Budgetierungen unterhalb des benötigten* und selbst da rudert er jetzt zurück.


    Also selbst wenn AOC den Kopf darüber verlieren würde, sagte das wohl mehr über sie als über Biden aus.


    *außer beim Militär natürlich

  • Das ist eine verblüffende Wahrnehmung

    Steht so in den Zeitungen, dann muss es wohl stimmen. Ich bin echt beeindruckt über Bidens Image und das seiner Demokraten und vor allem, dass es sogar bis tief in linke europäische Kreise hinein getragen werden konnte, wo man mit genügend Abstand und europäischer Brille nüchtern Bilanz ziehen könnte. Es betrifft nicht nur die Budgets, sondern die gesamte Agenda. Aber immerhin, er hat ein extrem diverses Kabinett und einen sogar schwarzen Kriegsminister etabliert. Definitiv der nettere das kleinere Übel Trump.

  • Steht so in den Zeitungen, dann muss es wohl stimmen. Ich bin echt beeindruckt über Bidens Image und das seiner Demokraten und vor allem, dass es sogar bis tief in linke europäische Kreise hinein getragen werden konnte, wo man mit genügend Abstand und europäischer Brille nüchtern Bilanz ziehen könnte. Es betrifft nicht nur die Budgets, sondern die gesamte Agenda. Aber immerhin, er hat ein extrem diverses Kabinett und einen sogar schwarzen Kriegsminister etabliert. Definitiv der nettere das kleinere Übel Trump.

    Ja, ich hab auch schon gepostet. Biden macht zu wenig und ist zu langsam... Die nächste Hilfe kann nach dem Herbst raus usw.

  • Weil Stefan hier zum wiederholten Mal davon redet, der Physiker und Modellierer Brockmann sei bei Lanz „zu Kreuze gekrochen“ mit dem Eingeständnis, dass die Vorhersage epidemischer Entwicklungen über eine Woche hinaus nicht möglich sei, habe ich mir die betreffende Lanz-Sendung vom 27. Mai mal angeschaut. Von „zu Kreuze kriechen“ kann da überhaupt nicht die Rede sein; stattdessen verteidigt Brockmann erwartungsgemäß seine Arbeit und die seiner Kollegen. Er bemüht dazu unter anderem das Argument von der Schwierigkeit, von den Prognosen erzeugte Verhaltensänderungen der Menschen in die Prognosen einzubeziehen; also das Phänomen, für welches Drosten und andere den Begriff „Präventionsparadox“ verwenden.


    Dabei redet er ausschließlich über Fallzahlen und Inzidenzen; die für eine Epidemie relevanten Parameter „Krankheit“ und „Tod“ scheinen ihn ebensowenig zu interessieren wie den Moderator Lanz. Die Redaktion der Sendung hat für Brockmanns Rechtfertigungsrede vom „exponentiellen Wachstum“ der britischen Mutante ein Diagramm der drei Wellen eingeblendet und in der Tat, die zweite und die dritte Welle sehen dort recht beeindruckend aus:




    (Fortsetzung folgt)

  • Großes Lob von mir für das Format "Die Neuen Zwanziger". Folgende Anmerkung hätte ich zum Thema "Demografie":

    Stefan's These war, dass Wohlstand nur durch Migration (Zuwanderung) möglich sei. Gleichzeitig sehen wir aber, dass die Einwanderung von ca. 1 Mio Personen um 2015 herum zu einer Verschärfung der Situation auf dem Wohnungsmarkt geführt hat. D.h. man muss heute mehr Aufwand betreiben, um eine Wohnung zu suchen, mehr Miete oder höhere Immobilienpreise bezahlen. In der BRD müssen Menschen einen besonders großen Teil ihres Einkommens/Vermögens für Wohnen einsetzen. Gleichzeitig wird berichtet, dass Bauland knapp werde. Die Möglichkeiten, Städte in die Fläche auszudehnen sind begrenzt. Nebenbei soll in Deutschland ja auch noch z.B. Landwirtschaft / Forstwirtschaft betrieben werden. Natur gibt es ja schon nicht mehr.

    Selbst bei gleichbleibender Bevölkerung wird der Wohnraum knapper, da die Ansprüche immer größer werden und immer mehr Menschen als Single leben. Ich bin mir vor diesem Hintergrund nicht sicher, ob durch weitere größer angelegte Zuwanderung der Wohlstand wirklich automatisch gesichert werden kann. Freuen können sich lediglich Besitzer von Immobilien. Deren Wert steigt bei wachsender Bevölkerung. Übrigens ist der Libanon ein Beispiel dafür, dass Zuwanderung nicht automatisch zu mehr Wohlstand führt.

    Eine Lösung wäre u.a. eine expansive Baupolitik, z.B. Bau von Plattenbausiedlungen wie in der DDR, Nachverdichtung u.ä.. Davon höre und sehe ich wenig. Jedenfalls wäre das für mich eine wichtige Voraussetzung, bevor man über Zuwanderung spricht.

    Falls ich von falschen Prämissen ausgegangen bin oder die falschen Schlussfolgerungen gezogen haben sollte, wäre ich über Hinweise dankbar.


    Spannend wäre für mich auch die Frage, ob eine schrumpfende Gesellschaft denn vielleicht nicht ein erstrebenswertes Ziel ist. Wenn es weniger Menschen gibt, werden auch weniger natürliche Ressourcen verbraucht. Gleichzeitig kann man durch Automatisierung bestimmte menschliche Tätigkeiten ersetzen (z.B. selbstfahrende Autos im ÖPNV). Und es gibt auch viele Tätigkeiten, die für eine Gesellschaft nicht zwingend erforderlich sind (z.B. Personal in Glücksspielcasinos, Influencer). Somit gibt es in unserer Gesellschaft noch ein großes Arbeitskräftepotential, was brach liegt. Bibi könnte so viel gutes tun als Altenpflegerin. Ich hoffe, ich sehe das nicht zu trivial.

  • 0815

    Um zu beurteilen, ob du das „zu trivial“ siehst, müsste man Zahlen haben: Wie viel Produktivkraft geht uns durch die Internet-Verblödungsindustrie verloren?


    Ich bezweifle aber, dass es darüber schon aussagekräftige Studien gibt. Berichte von Ausbildern, die den zunehmend schlechten Wissensstand, die geringe Aufnahmebereitschaft und die nachlassende Konzentrationsfähigkeit ihrer Azubis beklagen, lassen aber vermuten, dass das verschwendete Potential beträchtlich ist.


    Interessant fand ich übrigens auch die Feststellung, dass Rezo ein Medienunternehmer ist. Ob der gute Tilo das schon weiß...? 😏

  • Modellierer, die sich nur für ihre Modelle interessieren und nicht für das reale Geschehen, das sie abzubilden versuchen, haben den Beruf verfehlt.


    Weiter mit Brockmann bei Lanz.


    https://www.zdf.de/gesellschaf…-vom-27-mai-2021-100.html


    Während Brockmann über das „exponentielle Wachstum“ der dritten Welle schwadroniert und dazu die Graphik der SARS-2-Fallzahlen eingeblendet wird,...



    ...können wir wie Stefan irgendwelchen Idioten online beim Daddeln zuschauen. Wir können stattdessen aber auch eine kleine Medienkompetenzübung machen und mal schauen, was die eingeblendete Graphik über eine „dritte Welle“ wirklich aussagt.


    Den dargestellten Verlauf finden wir auf „Our World in Data“:



    Tatsächlich scheint es eine massive dritte Welle gegeben zu haben, die die erste Welle vom Frühjahr 2020 ganz mickrig aussehen lässt. Das ist aber falsch.


    Es wurde damals nämlich viel weniger getestet. Wenn wir das geraderücken, indem wir die Fallzahlen durch die Anzahl der Tests teilen, sieht das Ganze so aus:




    Interessant: Die dritte Welle fällt bereits BEVOR die Bundes-Notbremse in Kraft trat. Okay, aber das sind immer noch nur Fallzahlen von positiven PCR-Tests. Was ist wirklich passiert, wie dramatisch war die Situation in der dritten Welle tatsächlich?


    Beim RKI findet man immer Dienstags eine Info über den Verlauf der an/mit „Corona“ Hospitalisierten und Verstorbenen:



    Details hier:

    https://www.rki.de/DE/Content/…df?__blob=publicationFile


    Es fällt auf, wie sehr sich die oben und bei Lanz dargestellten Fallzahlen entkoppelt haben von tatsächlichen Krankheitsgeschen. Einen Modellierer sollte so etwas interessieren. Brockmann interessiert sich bei Lanz aber mehr für während der „dritten Welle“ von der Politik beschlossene Öffnungen, die er scharf verurteilt - wegen „exponentiellen Wachstum“ und so.


    ——


    Ein Modellierer, der sich nur für seine Modelle interessiert und nicht für das reale Geschehen, das diese abbilden sollen, hat den Beruf verfehlt. Oder er ist das, was Wolfgang Wodarg ein „Mietmaul“ nennt. Einer der liefert, was seine Auftraggeber von ihm verlangen.


    Brockmann hat im Jung-und-Naiv-Interview angekündigt, er wolle zukünftig Klimamodelle machen. Im Jung-und-Naiv-Forum melden sich gerade Stimmen zu Wort, die „Klimaleugner“ - also Menschen, die u.a. Klima-Modellierungen kritisch betrachten - mit Holocaust-Leugnern auf eine Stufe stellen und diese aus dem Diskurs ausschließen wollen.


    Leute wie Brockmann sind sehr schädlich für die Wissenschaft, aber auch für den öffentlichen Diskurs.

  • Ich bin auf das hier gestoßen, was ich mit euch teilen wollte, weil ich denke, dass das aus einer anderen Bubble ist.



    https://www.youtube.com/watch?v=ApoxLQuk06s

    Ja ,es ist eine andere Bubble, aber Stefan kennt bspw. auch die These von der Rückkehr der mündlichen Kultur, der Vorlesungen (aus dem Mittelalter) in Zeiten von digitalen Medien (was Peterson mal bei Joe Rogan erwähnt hat).


    Imho muss mir JB Peterson erstmal erklären, was gut und schlecht sein soll und wo dann Defizite bestehen? Vor allem kommen zuerst die Freunde und das soziale Umfeld, die einen aufzeigen, wo Defizite sind oder stelle ich erst Defizite fest und wähle dann ein anderes soziale Umfeld? Er argumentiert hier so, als wenn es kein Eigenwert in Freundschaften an sich gebe und man sich zur Not gegen seine Freunde richten solle - das stimmt mal und mal nicht, aber ich glaube nicht, dass das wieder ideologisch getränkt ist.