Beiträge von SozialesBrot

    Das hier:

    https://www.academia.edu/44202…chiffbruch_ohne_Zuschauer


    ?

    Zu dem Philosophie-Teil ist hier nochmal eine Probe für Philosophie, die nichts neues zu bieten hat:

    https://twitter.com/KlausW_Poh…tatus/1355122044841635842


    Es kommt kaum etwas herum. Ich hab gehört, der Virus mache halt, dass die breite Bevölkerung sich auch ein wenig mehr philosophischer mit der Welt auseinandersetze. Also, es ist eine Popularisierung von weltanschaulichen Gedanken oder Anreize dazu, die nicht unbedingt in den akademischen Sphären stattfinden. Bzw. ein bisschen mehr Ideologiekritik oder Bewegen außerhalb von normalen (ökonomischen) Pfaden, wenn auch eben nichts neues.

    https://www.deutschlandfunkkul…ml?dram:article_id=491381

    Zitat

    „So haben selbst leistungsstarke Kinder plötzlich Sorgen, sie könnten ihr Aufgabenpensum nicht schaffen, weil der klar begrenzte Lernrahmen fehlt, den die Schule als Unterrichtsort herstellt“, schreibt Hannah Bethke. „Manche Kinder empfinden das als Scheitern, ohne dass sie es so ausdrücken könnten.“

    https://www.deutschlandfunkkul…ml?dram:article_id=488292

    https://www.deutschlandfunkkul…ml?dram:article_id=491291

    Jet

    Wie Gojira schon schrieb: die Berliner Mauer und der Zerfall des Ostblocks hat die erfolgreiche Ideologie auserkohren.


    Die Phasen sind mir sehr komisch benannt: 'Demoralisieren' heißt eigentlich eher 'Moralisieren' in dem man auf zeigt, dass die herrschende Ideologie gegen ihre eigene Regeln verstößt. usw.

    Jeder der ideologische verblendeten Studenten war eben auch mit den Massakern von Mao und dem Der Archipel Gulag konfrontiert und jeder Student, der denken kann, sollte es komisch vorkommen, wenn man mit zweierlei Maß messen solle.


    Dann stimmt die zeitliche Abfolge aus linker Sicht eigentlich eher weniger: die 80er waren die Zeit, wo die rechts-liberalen (neokonservative) an die Macht kamen mit Reagan und Thratcher und überhaupt erst das Zeitalter des Neoliberalismus einleutete. Das ist 40 Jahre her, ich warte immer noch auf die sozialistische Revolution!


    Was passiert ist, ist, dass traditionelle Rollenmodelle aufgebrochen sind und Feminismus daher kam und das vlt. alte Ordnungen destabilisierte. Die Hippies in den 60ern waren insgesamt im Nachhinein recht harmlos und sind heute eben in den Chefetagen und Institutionen, haben aber damit auch eher das System gestützt und eben die Führungsschicht ein wenig ausgewechselt.


    Aber es gab auch Gegentendenzen, die sich bis heute halten, wie der Patriot Act nach 9/11 und sowieso ist Trump doch eine ideologische Antwort darauf. Also, wenn es eine Demoralisierung und Manipulation gegeben haben sollte, dann hat der KGB die Rednecks und Republikaner übersehen und war allgemein reichlich ineffizient. Eher glaubt man QAnon und VTs als sich dem Kommunismus zu bekennen (oder, was auch vor kurzem war: sozial-demokratische Ideen werden zwar angenommen, aber als Sieg des Kapitalismus gefeiert)


    Wenn es Krisen gab, dann wurden sie, wie Gojira schon sagte, eher dafür verwendet, um das System noch weiter zu stützen und auszubauen. Was nie destablisiert wurde, ist die Marktwirtschaft oder die kapitalistische Produktionsweise an sich.


    Ich denk ein Stück weit ist das Gespräch Panikmache oder Hysterisierung usw.

    Vielleicht kann man das spiegeln mit der Entwicklung der russischen Bevölkerung und gucken, ob es da eher zu trifft. Also so Demoralisierung usw. sehe ich da eben auch und auch gezielter gegen die Spitze.

    "https://twitter.com/RubenGerczi/status/1350473235779956741"


    https://www.spiegel.de/panoram…cb-414d-a215-f0e296376a89

    Der Ehrlichkeit halber muss man sagen: höchstwahrscheinlich hängen diese drei Bezugspunkte: Alter, Coronainzidenz, Sozialverhalten in der Rentnerrepublik zusammen. Aber man kann eben das Sozialverhalten und dieses Habitusargument auch aufbauschen und dann auf den Ossi rauf hauen.

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    Haha, ein westdeutscher Wissenschaftler der gehänselt wird...du bist so durchschaubar in deinen Mimimi Reflexen, von Blindheit geschlagen.

    Das ist gehässig, wie eben auch diese Diskussion insgesamt ziemlich gehässig ist.

    Zitat

    Nein, jemand der in Brown Under (Bautzen) großgeworden ist, in Dresden studiert hat und bis auf 2 Jahre Hamburg auch dort arbeitet, der genug Geschichten von Freunden und Bekannten und Verwandten hat, die von Nazis bedroht und zusammengeschlagen wurden. Der in entsprechenden Jugendclubs unterwegs war, der die Lokal- und Landespolitik ziemlich genau verfolgt, das Verharmlosen von REchtsextremen seit Jahren, die aktive Arbeit gegen linksorientierte Jugendkultur, den ins menschenverachtende abdriftende Ton in den Social Media Kommentarspalten der Lokalpresse sieht, mittlerweile natürlich stark gefiltert, sich die Boomer-Scheisse am Frühstückstisch anhören muss, das Gelächter über Schwulenwitze, Judenwitze, Maximalpigmentierte, Angela Merkel, die fette Claudia Roth und so weiter und so fort...und nein, nicht an der Hauptschule sondern in einem börsennotierten Unternehmen. Und nein, ich bin damit nicht alleine, sondern höre genau das von den meisten Leuten die in Unternehmen arbeiten, wo vornehmlich die GEneration 50+ den Ton angibt. Es gilt nicht für den direkten Wissenschaftsbetrieb (Wobei ich wiederum jemanden kenne der in der Uni-Werkstatt arbeite und bei dem viele Kollegen ungefähr genauso wie bei mir sind, nur sogar etwas jünger)...

    Wie gesagt, es ist eine ziemlich herablassende und gehässige Diskussion. Ein Appell muss sein, dass man vorsichtig sein sollte und hier nicht mit moralische Urteile vermischen sollte.


    Bis auf das mit den Nazis , findet man sowas auch in Bayern und im Gegensatz zu einem 'sächsischen Exzeptionalismus' ist der bayrische Exzeptionalismus eben wirklich ein Ding. Wissenschaftsfeindlichkeit findet man auch in 711-Querdenken-Stuttgart. Attila Hildmann oder Michael Wendler kommen ja auch nicht ausm Osten. Verschiedene Experten und gar Stefan haben zwischendurch auch die ein oder andere Fehleinschätzung gemacht, wo man vielleicht das eine oder andere Interesse wittert. Die Wirtschaft wehrt sich ja bis jetzt erfolgreich, nicht völlig dicht zu machen, weil sonst wäre das ja wie China oder so (ich unterstell da auch gerne, dass es selbst da nicht mal um wirtschaftlichen Profit geht, sondern es einfach prätentiöser Macht- und Hierarchiewille ist, der die Menschen an ihren Büros kettet). Man erinnere sich nur mal an die Heinsberg-studie. Warum sollen Sachsen jetzt die schlechteren Menschen sein? bzw. warum sollen sie die besseren Menschen sein? Bspw. die Frau auf dem Parkplatz, wo dann nochmal darauf hingewiesen wird: eigentlich müsste sie eine Makse tragen. Würde wirklich, selbst bei Maskenpflicht, jeder darauf achten und pochen unter freien Himmel jetzt den Mundmieffang aufzusetzen? War es nicht vielleicht ein blöder Augenbilck? Wo ist der Zweifel für die Angeklagte? Sind sie nicht offener, wenn sie protestieren, weil ihnen etwas Freiheit (ja ich, weiß, ist jetzt sehr überzogen) wichtiger ist, als das Risiko krank zu werden? Andere gründen dafür Telegramgruppen und würgen sich dort darüber aus. Spricht nicht etwas Staatstragendes daraus, zu sagen, dass das die im Osten die anderen sind?


    Der kulturelle, wirtschaftliche, politische Bruch zwischen Ost und West ist eben nicht überwunden, wie gesagt. Man kann nicht sagen "so wir sind jetzt 30 Jahre nach Mauerfall, also ist das jetzt auch erledigt" und deswegen sind sie voll und ganz selbst Schuld an ihrer Miserie insgesamt. Die historische Ausgangslage sind grundlegend andere und einen Frust gegen den Westen, gegen die Politik und Markus Söder zu hegen, gehört zum guten Ton - aber wie gesagt: ich wette, dass es in neoliberalen Strukturen jeder ein klein bisschen elitär, exzeptional ist in seinem Drang zur Abgrenzung gegen 'die da Oben'. Es geht in marktorientierten Gesellschaften auch nicht um Wahrheit, sondern um dass, was der Markt durch Angebot und Nachfrage so nach oben spühlt.


    Der Habitusbegriff, wie in Bourdieu geprägt hat, hat eigentlich einen sehr fatalistischen Anklang: es reicht meist nicht ein Menschenleben, um seinen Habitus zu überwinden. Man wird ihn auf ewig mit sich weitertragen und weiter geben. Und liegt auch eine größere Wahrheit darin, wenn die Frau recht hilflos sagt 'aber wir schützen uns immer' - jeder Form von Souveränität in dieser Krise kann Heuchelei unterstellt werden. Söder weiß eben auch nicht, ob das alles gut wird, aber er inszeniert sich so als wüsste er was er tut. Bourdieu hat ja auch nicht nur die 'unten' gemeint, die einen Habitus an den Tag legen, sondern eben auch die Eliten und Akademiker und deren Urteile. Hier hab ich immer diese Korrelation vor Augen: wer im Westen aufgewachsen ist, neigt eher zu narzisstischen Persönlichkeitszügen - also, eher in Richtung Trump, eher in Richtung Schuldzuweisung und Schuldabweisung von sich selbst.

    Ganz aktuell rausgekommen, Deutschland in Karten. Man kann eine Ost-West-Differenz und Benachteiligung der neuen Bundesländer feststellen (Bsp. ist das verfügbare Einkommen privater Haushalte für Konsum usw. im Osten konsequent unter 20%).


    https://www.deutschlandatlas.b…1A1EE18D76AA7.internet461


    Übrigens kann man sich mal die Karte mit den Altersgruppen ansehen: dann sieht man, dass in Sachsen und Thüringen, (also wo die Coronahotspots sind) meist mehr als 27% der Bevölkerung über 65 sind. Mein Idee wäre - neben unbedachten Coronaschutz, weil Habitus oder so - dass die Coronaerkrankungen in diesen Regionen wegen des hohen Durchschnittsalters einen schwereren Verlauf haben und deswegen eher gemeldet werden (ich glaube, es wäre naiv zu sagen, Erwerbstätige werden seltener krank, eher melden sie sich seltener krank und scheuen den Arzt und Krankenhäuser wie der Teufel das Weihwasser in unserer Leistungsgesellschaft. Keime in Büros sind wahnsinnig ansteckend).

    Ich werte mal die Vergangenheit - mag' ja sein, dass Stefan einen "eigenartigen" Umgang hat, aber im Vorgänger-Podcast, den ich irgendwann "kompakt" von Anfang an angehört habe, sind mir die "stereotypischen" Argumente echt übel aufgestoßen. Das "Hochpudeln" von TheDonald und die fast unreflektierte Betrachtung und Rechtfertigung.


    TheDonald als die "Stimme des kleinen Manns" - obwohl das Durchschnittseinkommen des Durchschnitts-Trumpwählers (70000USD) beim 2 oder 3-fachen der Amerikaners liegt, der Trump-Unterstützer weit besser ausgebildet, mehrsprachig, ... als der "Durchschnitts-Arbeitsnehmer-Amerikaner" ist.


    Und am Schluss war immer Obama schuld, obwohl Obama 3 oder 4 Jahre nicht mehr in Regierungsverantwortung war ...

    Joa, kommt immer ein bisschen auf die Phasen an, in die der A!-Pod war. Er war durchaus als Fels im Strom des Mainstreams ein sehr interessantes Projekt, aber alle guten Vorschläge, die begrüßt wurden, verliefen in der sog Realpolitik im Sand, sodass jetzt im Nachhinein es keine Ansatzpunkte mehr gibt, wo der Podcast mal ein gutes Argument gemacht hat.


    Der Kleine Mann war durchaus vertreten. Kommt eben aber auch auf die Statistik und die Argumente drauf an. Am ehesten trifft ja noch diese Bevölkerungsgruppe 'weiß, männlich, ohne College-Adschluss' darauf zu, was prinzipell eher Kleinbürgertum ist - wobei die eine Art Milieu des Kleinunternehmers ausbildeten, da Konzern hier Versicherungen und Steuern sparen konnten und diese 'kleinen Männer' eben von diesen 70 000 USD dann dass dafür selbst abgeben müssen.


    Jetzt hier bei den Sachsen versteh ich das Abwehren des Punktes, dass sie durchaus weniger privilegiert sind als die Westdeutschen (von wegen die Realität würde nicht mit dem Gemüt übereinstimmen) eher nicht. Denn da gibt es diese Statistiken der Ost-West-Differenz.

    Zumal ein Anlass für Jennys Zurechtweisung durch Stefan einer war, der das in keiner Weise rechtfertigt: Söder.

    Ich will eig schon die gesamte Zeit was dazu sagen und eigentlich hab ich das auch schon, aber wieder gelöscht, weil ich will mal gucken wo das noch hinführt.

    https://amp2.handelsblatt.com/…t-den-markt/26752736.html


    Zitat

    Anlageprofis haben sich verabschiedet

    Doch die meisten institutionellen Investoren haben sich längst vom Markt verabschiedet. Nun sind es in erster Linie die Privatanleger, die die Kurse nach oben treiben. Das spiegelt sich auch im niedrigen Volumen wider, das am vergangenen Mittwoch nur rund 40 Millionen Papiere betrug.

    Doch die verbleibenden Handelstage in diesem Jahr dürften genauso spannend wie am Hexensabbat verlaufen: Denn nun ist der Markt – etwas vereinfacht formuliert – in der Hand der neuen „Generation Börse“.

    Das sind die jungen Trader, die im Zuge der deutlichen Kursgewinne nach dem Corona-Crash neu am Markt sind, angelockt durch kostengünstige Plattformen wie Trade Republic in Deutschland sowie Robinhood oder E-Trade in den USA.

    Diese jungen, unerfahrenen Anleger laufen verrückten Trends und Wertpapieren mit einem starken Momentum hinterher. Die Bewertung spielt dabei offenbar keine Rolle. Das dürfte diesmal den Dax bis zum Jahresende weiter nach oben treiben.

    Zum Thema Nichts tun:


    Harrald Lesch baut das immer wieder in seinen Vorträgen mit ein: etwas, was am meisten dem Klima hilft, ist einfach mal nichts tun. Bleibt im Bett liegen und ihr verbraucht schon mal weniger Energie und CO2 als jemand, der morgens mit nem Auto zur Arbeit muss. Es ist eigentlich lustig, dass es sich hier bei diesem Themen überschneidet, es aber nur für Corona als wichtig erarchtet wird, nicht aber für den Klimawandel.


    Btw. da ihr "Bartleby der schreiber" ansprecht, kann man auch die anderen literarischen Figuren, die sich durch Nichts-tun auszeichnen mal angucken: Kafkas Gregor Samas, Victor von Samuel Beckets Eleutheria (und eben Warten auf Godot) usw., die alle ihre eigene Interpretationen und Umsetzungen des Konzept des Nichtstun haben (neben sowas wie "Aus dem Leben eines Taugenichts" von von Eichendorff, was irgendwo das Thema streift in Hinblick auf Passivität).

    Ich habe zwei Probleme bei der Diskussion um die Triage:

    1. Holt euch ein Ethiker/Philosophen/vlt. Juristen. Ihr macht moralische, wertorientierte Argumente, keine der nutzenorienterte. Und aus einem "so ist es nun mal" kann man keine Handlungsanweisung machen: "Wir wären gut, anstatt so roh/ doch die Verhältnisse - sie sind nicht so" ist eine Ausrede, aber keine Anleitung oder Richtlinie. Es geht um die Werte, die man vermittelt und nach denen man handelt und deswegen kommt auch immer wieder der Verweis aus Atikel 1 usw. ach, holt euch auf jeden fall jemanden, der sich da auskennt, vlt zusammen mit einem Arzt. Oder lest ein paar Bücher dazu, weil das ist eine Diskussion, die ziemlich weit und tief in unsere Kultur reicht und man kann sich leicht den Nazi-Vorwurf einhandeln.
    2. Diskussionskultur: ihr beide seid da quängelig wie sau. Man kann da wunderbare Gedankengänge machen und ein bisschen mit den Ideen herumspielen, aber wenn ihr beide so sehr auf eure oh-so-richtigen Standpunkte beharrt, ist es anstrengend. Gerade in einem Podcast, gerabei bei 'sprechenden Denken' sollte es ein bisschen kulanter sein und nicht nur anklagend und vor allem sollte es ein bisschen klüger sein - gerade bei diesem Thema.


    Das Zeitalter der Pandemien geht gerade erst los

    ...

    Eine Gesellschaft, die all das der Vermeidung von Ansteckungen mit Viren zu opfern bereit ist, die meint, all das könne zurückstehen und sei verzichtbar, solange nur das Ansteckungsrisiko beherrschbar gering bleibt, wird sich in einem Zeitalter der Pandemien und Infektionswellen nicht nur radikal verändern, sie wird als Gesellschaft zerfallen und zugrunde gehen. Über diese Gefahr müssen wir jetzt laut und beharrlich reden.


    Darüber hat Robert Pfaller in Wofür es sich zu leben lohnt und später Erwachsenensprache geschrieben. Der Punkt ist, dass das schon seit den 90ern im Gange ist mit bspw. dem Nicht-Raucher-Gesetzen und es Ausdruck von Neoliberaler Politik ist, wo man das Leben der Gesundheit opfert und in Form von Fitnessarmbändern usw. das eben noch disziplinarisch, biopolitisch verstärkt. Wer gegen sowas wettert, muss eben auch gegen neoliberale Politik sein, weil die ist der Motor dieser Veränderungen. Im Gegensatz dazu könnte man auch einfach den Sozialstaat ausbauen und für bessere gesundheitliche Versorgung sorgen.