Beiträge von Ken Guru

    Ach, das ist nicht erlaubt? Dürfen wir dann in Zukunft auch nicht mehr rechtsgerichtete Straftaten auf die Wählerstruktur bzw. umgekehrt übertragen?


    Genau die Migranten mit ihren Massenhochzeiten und was weiß ich für Lebensweisen und "sich nicht an die Regeln halten" wurden neben den Partyjugendlichen als die Hauptursache für das Anwachsen nach dem Sommer durchs Dorf getrieben. Und zwar vornehmlich von eben so rechtskonservativen Zeitungen, Kommentaren und Mitbürgern. Speziell in Ostdeutschland. Schon vergessen? Der Spott über die Berliner, die Verunglimpfung als diese auf die 50 oder 100 zusteuerten?


    Und da darf man jetzt das offensichtliche nicht beim Namen nennen, währenddessen die ganzen "Massenhochzeitsstädte" seit Monaten kaum ein Drittel, maximal die Hälfte der Inzidenz haben?

    Und? Fandest Du das irgendwie „gut“ oder „hilfreich“? Ich nicht. Wenn das so ein Racheding werden soll, dann bedenke, dass so ein Kreislauf sehr lange dauern kann.

    Mittlerweile gehe ich davon aus, dass besonders dort hohe Inzidenzen auftreten können, wo sie vorher niedrig waren. Die Rechnung hatte ich gepostet. Diesen Post von Dir hatte ich jedoch übersehen....

    Was Straftaten mit dem Thema zu tun haben erschließt sich mir nicht....

    ...und 10%...oder wegen mir auch 15 für Herdenimmunität irrelevant.

    ... und das ist vielleicht ein Trugschluss und könnte eine wichtige Teilantwort auf die Frage sein wieso sich das Virus in ländlichen Teilen Ostdeutschlands besonders gut vermehrt.

    Wenn der R(0)-Wert des Virus ohne Maßnahmen bei 3 liegt (und mal grob auf eine Woche bezogen, Also 1 Infizierter steckt in einer Woche 3 Leute an) und mit den bei uns getroffenen Maßnahmen bei 1,2 ( Also ein Infizierter steckt pro Woche 1,2 Leute an) bedeuten 15% Durchseuchung einen R-Wert von 1,02 (1,2 * 0,85) anstatt 1,2.

    1,2 heißt Verdoppelung in 4 Wochen. 1,02 heißt Verdoppelung in 35 Wochen.

    Und in genau diesen R-Wert-Bereichen spielt sich die Pandemie auch gerade ab.

    (laut RKI liegt der 7-Tage-Wert bei 1,14)

    Ja, ich hatte auch eine Jugend im Osten. Das war am Wochenende nicht ganz ungefährlich, wenn man im falschen Dresscode rumrannte und das am besten noch zur falschen Zeit am falschen Ort. Kannte auch Leute, die da zerlegt wurden und die Geschichten wie 2 stadtbekannte Punks ermordet wurden erzählte man sich sehr lange in der Szene. Es gingen auch Bilder von Neonazis rum..."der und der ist bewaffnet- bitte passt auf" Ich wurde auch im Bus, in der Bahn bepöbelt und hatte freilich auch Angst. Das war und ist sehr traurig.


    Deine Häme und Deinen Fokus und Deinen Blick verstehe ich trotzdem nicht. Ich glaube auch nicht, dass sich dieser Erklärungsansatz bestätigen wird. Aber gut... belassen wir es dabei.


    Edit.: Ich finde den Blick auf Irland nicht "verkehrt". Man hatte nie so hohe Zahlen, wie in Belgien oder auch England. Als es im Herbst anfing kritisch zu werden, beschloss einen Lockdown und bekam die Situation halbwegs unter Kontrolle. Dann öffnete man und die Zahlen explodierten in wenigen TAGEN. Mit Moral hat das doch nichts zu tun....

    Nein es liegt nicht an irgendeiner Virus version und irgendeiner Kitadichte. Nein, es ist nicht vieles möglich, was allein in Sachsen die Zahl anfang Dezember dauerhaft aufs doppelte bis dreifache des deutschen Schnitts getrieben hatte.

    Wie kannst Du andere Gründe ausschließen? Wieso muss es zwangsläufig am Charakter oder der politischen Haltung eines Teils der Bevölkerung liegen? Was befähigt Dich zu diesem Wissen? Weder Lauterbach, Drosten noch sonst ein anerkannter Virologe argumentiert in diese Richtung.


    Denk mal zurück ob dein Beschreiben deiner achso vernünftigen Mitbürger auch für den Herbst und Sommer galt - da wurde nämlich der Grundstein gelegt für homogene Verteilung von Infizierten in der Bevölkerung, die dann von Belang ist, wenn die infektionsrelevante Kontaktzahl aufgrund Wetters steigt. Dieser Grundstein wurde tatkräftig durch die Landespolitik, die sich auf den Märzerfolgen ausruhen wollte, in Form gemeißelt.


    Selbst als es langsam klar wurde, dass dieses mal auch der Osten dran ist, haben Ramelow und Kretschmer noch mit Verharmlosungen und Scheindebatten Salamitaktik gespielt. Ramelow hat das ja mittlerweile offentoch bereut. Auch im Spätherbst war das alles kein Thema, da gab es noch Stadtfeste in Dresden mit eng gestellten Büdchen, Wein und Sauffeste (Meißen) bis kurz vor den Novemberlockdown - wo die Hölle los war, der kleine Grenzverkehr wurde fröhlich genutzt ...

    Das fand doch in Berlin und jeder anderen Großstadt mit jungen Leuten, die rausgehen und sich begegnen wollten, nicht viel weniger statt. Als ob jetzt Dorffeste, organisiert von irgendwelchen AfD-Wählern, ursächlich für diese Hot-Spots wären... Also an mir ging das vorbei. Ich hörte mal von einer Hochzeit eines Polizei-Schülers, die wohl zu einem Super-Spreading-Event wurde. Aber diese Hochzeiten mit Virenübertragungen gab es überall im Sommer oder Herbst. Als ob Ramelow irgendetwas erlaubt hätte, was in Hamburg, Berlin oder München nicht genauso und viel größer stattgefunden hätte. Hier ist wirklich nichts los!!


    Einfach sich mal die B96 Proteste anschauen, das ist stellvertretend für die sächsische Grenzregion, das sind keine singulären Ausfälle sondern fester Bestandteil von Ostsachsen...Und diese Ansichten werden sich nicht im ständigen Masken-Ignorieren im Supermarkt oder ÖPNV zeigen, sondern dort wo du es nicht siehst...


    Und Nö man SOLL die Diskussion nicht führen, aber vielleicht MUSS man die Diskussion führen, wo die Wissenschaftsfeindlichkeit hinführt und wo Wissenschaftsfeindlichkeit vornehmlich Anklang findet...

    Wenn ich das so lese glaube ich an ein persönliches Kränkungserlebnis. Und der Ton gefällt mir nicht. Also sind die Ostdeutschen irgendwie "wissenschaftsfeindlich" und das ist ihr Hauptproblem in dieser Epidemie. Vielleicht weisen Sie in Deinen Augen auch generelle kognitive Einschränkungen auf?

    Das sagt jetzt wer? Ein westdeutscher Wissenschaftler, der in Ostdeutschland arbeiten muss, manchmal gehänselt wird und ansonsten nicht besonders viel mit den dort lebenden Menschen anfangen kann und am liebsten zurück in seinen Heimatort Hannover ziehen würde aber dort leider keine gleichwertigen Angebote findet?

    Du wirst Dich mit solchen Thesen auch weiterhin unbeliebt machen und ich glaube Du hast einen etwas verschobenen Blick auf Ostdeutsche. Gregor Gysi beschrieb die DDR einmal als "preußische Militärdiktatur" Und ich glaube, dass das ganz gut passte. Dieser Habitus ist mir nicht fremd und ich sehe den auch an mir: Ich hasse es mich zu verspäten. Ich glaube an Tugenden wie Fleiß. Ich mag keine denkfaulen Leute in meinem beruflichen Umfeld. Ich möchte Zuverlässigkeit ausstrahlen und einfordern. Ich glaube eher an den kategorischen Imperativ von Kant und weniger an Jesus Christus. Als Atheist ist man auch generell der Naturwissenschaft näher als dem Glauben... Alles Dinge, die auf mind. 70% der DDR-Bürger zutreffen. Was hast Du denn so ein Bild? Was unterscheidet Dich denn von dem Ostdeutschen, den Du beschreibst?

    Finde diese Erzählung über den Habitus der Ostdeutschen ziemlich problematisch. Wenn es niedrigere Inzidenzen als im Westen gäbe, könnte man resümieren, dass das wahrscheinlich an dem Duckmäuser- und Spitzelhabitus der Ostdeutschen läge...

    Ich arbeite in Thüringen, in einem Hotspot. Hier gab es keine Hygienedemo. Man kommt ohne Maske in keinen Supermarkt.

    Es könnte sein, dass Home-Officemöglichkeiten nicht so konsequent wahrgenommen werden, was am durchschnittlichen Alter der Beschäftigten liegen könnte. Es kann auch an einer bislang nicht identifizierten Virusvariante liegen. Es kann daran liegen, dass die Kitadichte höher ist als bspw. in BaWü.. Tatsächlich ist vieles möglich. Aber diese spalterische.... in meinen Augen auch hämische Diskussion ist nicht ganz ungefährlich. Der Winter ist noch sehr lang. Was sollen diese Schuldzuweisungen und Rückführungen auf die Moral und den Charakter der Menschen in Hotspotgebieten? Soll man die jetzt immer führen? Na dann warte mal ab....

    Und Zack, sieht man eine ganz gute Korrelation zwischen überdurchschnittlich rechtskonservativer bis Verschwurbler Anhängerschaft und Fallzahlen. Mag sein, dass es teils aus Tschechien nach Sachsen (und Bayern) reingeblutet ist, aber natürlich mit tatkräftiger Mittäterschaft der Bevölkerung und vom kleinen Grenzverkehr der ausdrücklich noch erlaubt war, als es in Tschechien im Spätherbst eskalierte. Es geht ja auch über die grenznahen Landkreise hinaus.

    Na klar, bitte lasst uns gerade JETZT die moralische Überlegenheit der westdeutschen Bevölkerung (anhand der Inzidenzen!!) gegenüber der Bevölkerung in Sachsen und Thüringen feststellen. <X

    Das ist sicher genau das, was die Menschen in dieser Situation gerade brauchen. :thumbup:


    Ich sag mal so...der Winter ist noch lang. Aber falls irgendwann nochmal ein Stadtteil...in sagen wir mal Duisburg... mit hohem Migrantenanteil, aus welchen Gründen auch immer, zu einem Hotspot wird, beschwere Dich bitte nicht, wenn irgendwelche AfDler, NPDler oder wer auch immer die moralische Unterlegenheit "unserer neuen Mitbürger" anhand einer hohen Inzidenz feststellen. Das ist dann einfach nur das gleiche in braun. ;)

    Stört sich niemand am Umgang mit Jenny? Das wird jede Woche krasser. Ich mag bald nicht mehr hören, wenn das so weiter geht. Stefan, du scheinst ja selbst zu merken, dass es da Parallelen zum Vorgänger-Podcast gibt. Vielleicht könnte man ja auch an der Reaktion arbeiten, und nicht nur von oben herab auf dem herumhacken, was einen so sehr nervt. Mir als Zuhörer ist dann nämlich egal, ob du mit dem Kern der Kritik recht hast.

    Auch wenn Jenny das immer nimmt, wie eine echte Frau, als Zuhörer ist das immer weniger zu ertragen.

    Ja, geht mir auch so. Das ist mitunter schon grenzwertig und ich würde mich nicht wundern, wenn sie schon sehr bald die Brocken hinschmeißt.

    Auf Dauer kann sie sich das auch nicht gefallen lassen. Was bringt ihr so ein Podcast, wenn sie permanent wie ein Dummchen behandelt wird...

    Du musst das Segment der Folge natürlich absichtlich Missverstehen, um zu dieser Schlussfolgerung zu kommen. Wenn man die von dir genannten Teilaspekte, die zur Persönlichkeitsentwicklung von Menschen beitragen, ausblendet und sich die Frage nach den Gründen für die von dir genannte, unterschiedliche Pandemieentwicklung in diesem Landesteil erneut stellt, landet man zwangsläufig bei einem willkürlichen Akt des Schicksals. Das dieser Schlussfolgerung wenig Sinnhaftigkeit inne wohnt, merkst du sicherlich.
    Natürlich kann ich, wenn ich das will, die von dir genannten Teilaspekte ausblenden und mich mit mir selbst auf eine schicksalshafte Entwicklung einigen, die für die Bundesweit mit Abstand höchsten Inzidenzen in meinem Bundesland verantwortlich ist. Gleichzeitig würde ich damit aber meine Lebensrealität in dieser Region, die täglichen Erfahrungen, die ich mache und all die Ereignisse die damit verbunden sind, die übrigens auch aktiv in MEIN Leben eingreifen und damit dazu geführt haben, dass ich mich mit Corona angesteckt habe, völlig leugnen. Zu so viel kognitiver Dissonanz bin ich aber nicht bereit.

    Ok. Meine Lebensrealität ist der ländliche Raum Thüringens in einem Landkreis mit sehr hoher Inzidenz... am Wochenende ist es eine Großstadt in Hessen.

    Wenn ich raten müsste in welcher Stadt die Inzidenz höher liegt, würde ich auf die in Hessen tippen... einfach mit Blick auf Supermärkte, Ausflugsverhalten und Gruppen in der Öffentlichkeit.


    Ich halte es für wirklich schwierig ein solches Phänomen soziologisch zu erklären. Als das bei einem Hochhaus in Göttingen versucht wurde, rümpfte man, wie ich finde, zurecht etwas die Nase.

    Es kommen zig andere Gründe infrage. Für mich ist das wirklich sehr spekulativ, auch wenn ich verstehen kann, dass man als Soziologe dieses Phänomen soziologisch erklären möchte.


    Am Ende kommt aber eine Erzählung und Zuschreibung diverser Eigenschaften dabei heraus, die Ihr Euch bei keiner anderen Bevölkerungsgruppe in diesem Land so zutrauen würdet.

    Die Rückführung einer unterschiedlichen Pandemieentwicklung innerhalb eines Landes auf die Herkunft, Erziehung und politische Haltung dort lebender Menschen habe ich bislang eigentlich nur AfD-Politikern zugetraut... bin etwas schockiert.

    Mir würde es schon reichen, wenn die Leute überhaupt dafür wären, Clubs und Konzerte unter bestimmten Bedingungen zu öffnen. Oder den Kulturschaffenden wenigstens ein bischen zu zahlen.

    Du bist halt eine der wenigen Ausnahmen.

    Vielleicht doch lieber Kreide Graffiti ans Rathaus?

    Vermutlich ist es für viele schon zu spät. Die Spielstätten sind insolvent und überall sind Lücken in den Straßen. Das ganze Ausmaß wird ohnehin erst im Frühjahr sichtbar.

    Kultursoli! Würde ich gerne zahlen...meinetwegen auch so freiwillig wie die Kirchensteuer. Theater ist für mich nämlich sowas wie ne Kirche.

    Aber...pfff...mal abwarten wie es weiter geht und dann dafür kämpfen. Ich bin bereit und auf jeden Fall dabei.

    Der Teil, dem es letztlich nicht so wichtig ist.

    Hätten die alle nichts bekommen, dann hätte man die Maßnahmen nie durchsetzen können.

    Mir war es und ist es überhaupt nicht egal was aus unseren Künstlern wird, aber ich sah nicht wirklich die Möglichkeit hier irgendwo einzugreifen.

    Hätte man im November demonstrieren gehen sollen?

    Es ist wohl eine gesellschaftliche Frage. Wie viel ist einer Gesellschaft Kunst und Kultur wert?

    Hat man jetzt in der Krise gesehen, daß es einer degenerierten Bevölkerung egal war, Künstlern monatelang Berufsverbot zu erteilen, bis sie am Bettelstab gehen.

    Ja, es wurde von unserer Regierung so entschieden...aber war das auch eine gesellschaftliche Entscheidung? Welchem „degenerierten“ Teil war die Kultur egal?... also welchen Teil meinst Du und wie repräsentativ ist dieser Teil ? Ich hab da insgesamt mehr Hoffnung...

    Fand den Streit zwischen Stefan und Jenny an der Stelle auch sehr schwierig.... vor allem meine ich dieses Abkanzeln, als wäre ihr Gedanke einfach nur dumm. Damit signalisiert er aber dem Hörer: „Hier gibts nichts zu hören, gehen Sie weiter...“ Das schadet einfach dem Vorhaben, weil es alle verunsichert. (Podcaster und Zuhörer gleichermaßen!)

    Er stellt sich über alle anderen und wirkt ziemlich arrogant. Tilo und Hans waren genau dazu wahrscheinlich nicht mehr bereit.

    Klüger wäre es wahrscheinlich grundsätzlich interessiert zu bleiben. Die wichtigste Regel innerhalb einer gemeinsamen Improvisation lautet daher schon immer: Nehme jedes Angebot an! ... und freue Dich darüber.


    Inhaltlich sehe ich die Situation der Künster*innen derartig beschissen, dass ich bei Jennys Aussagen im ersten Moment genauso zusammenzuckte. Wirkte schon son bißchen gehässig.

    Im Übrigen sind die meisten im öffentlichen Dienst gerade extrem froh darüber derart privilegiert zu sein.... zumindest geht es mir so und ich bin derart beschäftigt.

    Ich hab da also mit Blick auf die Kulturschaffenden erstmal nur Mitleid und ich wünsche Ihnen nur das Beste.

    Die DDR-Wirtschaft war sicherlich in den meisten Fällen nicht mehr wettbewerbsfähig, aber sie war nicht wertlos.

    So wurde sie allerdings behandelt und letztlich unter Wert von der Treuhand verhökert.Glaubst Du das war der „Auftrag“ der Ossis?


    Die allermeisten hielten den DDR-Staatskundeunterricht halt für platteste Propaganda.

    Man kann den DDR-Bürgern freilich Naivität vorwerfen. Sie hätten wissen können was so ein kapitalistischer Staat, wie die BRD mit ihrem Eigentum anstellt. Sie hätten wissen können, was ihnen ohne Eigentum im Westen blüht.

    Die meisten sahen eben „nur“ die schönen Waren im KDW. Das war dumm. Sie haben allerdings auch mit Freunden und eben nicht mit egoistischen Arschlöchern im Bruderstaat gerechnet.

    Die meisten Wessis wurden ja trotzdem gleich genauso mit beschissen. Indem all die Betriebe massiv unter Wert verhökert wurden, wurde ja letztlich auch ihr Staatsbesitz veruntreut.

    Und was willst Du jetzt zurück enteignen? Die schönen Immobilien in Leipzig, Dresden und Berlin? Träum weiter. Es ist vorbei. Das weiß jeder Ossi. Aber die Wut auf diesen Beschiss wird noch sehr lange bleiben.

    Stefan, JennyGnther

    Guter Podcast, aber die Ost-West-Diskussion hätte man meiner Ansicht nach viel grundsätzlicher führen müssen.


    Ich bin da eher auf JennyGnther s Seite, nur warum machst Du nicht das Argument, dass die Ossis eigentlich nie eine Chance hatten erfolgreiche Kapitalisten zu sein?

    Was braucht denn ein Kapitalist? Kapital! Hatten die Ossis 1990 Grundbesitz oder nennenswertes Eigentum? Nein. Das war schon von staatswegen unerwünscht. Es gab VEBs und LPGs. Die Produktionsmittel gehörten im Grunde allen Bürgern zu gleichen Teilen. Als nach der Wiedervereinigung diese Immobilien und Produktionsmittel privatisiert wurden für mitunter 1Mark, kam das einer Enteignung gleich. Bürger ohne Grundbesitz sind keine „Bürger“ mehr sondern Proletarier, die darauf angewiesen sind, dass ihnen irgendwer Arbeit anbietet.

    Deshalb gibt es keinen Mittelstand im Osten, deshalb gibt es nichts zu erben, deshalb das Gefühl „Bürger 2. Klasse“ zu sein. Die Immobilien der ostdeutschen Großstädte befinden sich in den Händen der westdeutschen, egal wo Du hinguckst. Man müsste ehrlicherweise über Enteignung reden, weniger über Mentalität oder Bewusstsein.

    ...und eher wird sich in Zukunft der Westen dem Osten annähern, nicht umgekehrt.


    Zum Thema Polen: Halbe Lebenserhaltungskosten

    Außerdem konnten die Menschen die Wohnungen, die sie damals bewohnten günstig selber erwerben. Die wurden eben nicht von Warschau bis Breslau für 1Zloty an Ossis verhökert.