Beiträge von Snaut

    Eine Regierung, die nicht den Vorwurf des willkürlichen Handelns auf sich ziehen will, müsste diese Abwägungen treffen, bevor sie entscheidet. Zeit für entsprechende Studien wäre zwischen Frühjahrs- und Herbstlockdown genügend gewesen.

    Ganz aktueller Fall: Es gibt eine Netzwerk CEOsys, was Evidenz in die Entscheidungsfindung zu COVID19 bringen soll. Die haben vor kurzem festgestellt, dass es irgendwie keine richtige Wissensgrundlage im Schulbereich gibt. Was das Netzwerk allerdings nicht davon abhielt heute Leitlinien zum sicheren Schulbetrieb zu veröffentlichen, auf die sich dann wieder die Bildungsminister:innen aus Bund und Land berufen.


    D.h über diesen Trick der Leitlinie wird (wissenschaftliche) Autorität hergestellt, wo es sie (zumindest in der Schärfe) nicht gibt.

    Meist findet sich die Abwägung in den Gesetzes/Verordnungsbegründungen, wie wasserdicht die jeweils ist, steht auf einem anderen Blatt.

    ...müsste es zunächst mal Studien über deren Verhältnismäßigkeit geben.

    Spätestens wenn jemand das Thema gerichtlich prüfen lässt, wird genau das eingefordert und am Ende (wie heute in BaWü) einkassiert. Es gibt einen Ermessensspielraum des Gesetzgebers, der allerdings bei einer Verordnung nicht unendlich groß ist.

    Abhängig davon - und nicht abhängig vom Impf-, Infektions- oder Gemütszustand EInzelner - werden Restriktionen beschlossen oder wieder aufgehoben.

    Die geäwhlten Maßnahmen müssen allerdings zweckgerecht und angemessen sein, sodaß immer das mildeste Mittel eingesetzt wird. In unsrem Fall: Sperrt sie alle ein oder rückt endlich die Schnelltests raus.

    Ähm? Du sagst doch jetzt genau das gleiche, was ich gesagt hab, nochmal? (Oder hab ich mich missverständlich ausgedrückt?

    Ja, Dein Punkt "Einschränkung der Grundrechte" kam mir "seltsam" vor. Mir ging esnur darum, dass dieses Thema "I want my Grundrechte back" schon sehr viel früher einsetzt und nicht erst bei der Impfung, wo es zugegebenermaßen evident ist.

    In toto sind wir einer Meinung, en detail vllt. nicht. Passt. :)

    Demzufolge sind Corona-Einschränkungen gerechtfertigt, werden es aber ganz sicher nicht mehr sein, wenn Leute durch Impfungen nicht mehr infektiös sind. Von "Sonderrechten" kann bei Impfprivilegien insofern gesprochen werden, weil ja auch der Gleichheitsgrundsatz ein Grundrecht ist

    Gleichheitsgrundsatz: Gleiche Dinge gleich behandeln, ungleiche ungleich.

    Zweck des IfSG ist es übertragbare Infektionskrankheiten zu verhindern. Sollte sich rausstellen, dass Impfungen die Infektiösität (nahezu) verhindern, gibt (spätestens dann) es keinen Grund mehr bspw. die Freizügigkeit od. Berufsfreiheit etc. einzuschränken. Drosten hat in seinem jüngsten Podcast darauf hingewiesen, dass die Immunreaktion des Körpers die Viren quasi mit einer Art Schleim überzieht und so die Übertragung verhindert. Die Effizienz ist noch nicht abschließend geklärt. Das mal zu den Aussichten bezogen auf die Impfung.

    Zurück zur Infektiösität: Kekule/Drosten beschreiben in ihren jeweiligen Podcasts, dass die Schnelltests effektiv Infektiösität anzeigen. D.h. hier könnte gefragt werden, wie denn die Güterabwägung informationelle Selbstbestimmung (Schnelltestpflicht) ggü. anderer Grundrechtseingriffe (Berufsfreiheit, Freizügigkeit) seitens der Bundes und der Landesregierungen durchgeführt wurde und ob das aktuell auch noch so bleiben muss. Ich meine: Die Schnelltests sind das mildere Mittels. Die Pflicht zu MNS und AHA-L bleibt davon unberührt.

    Ich persönlich warte ja nur drauf, dass sich einer der Querdenker darauf verlegt das einzuklagen. Dann wäre maximaler Schaden erreicht: Autorität des Staates futsch und die Coronaleugner mitsamt dem nationalsozialistischen Umfeld wäre bestätigt. Nicht gut.

    Wieso glauben wir, wenn ein politischer Prozess zu einem nicht ausreichend guten Ergebnis führt, dass Leute faul waren oder zu doof?

    Dann schau in ein beliebiges Landtags-/Rats-/... Informationssystem und zähle die Anträge mit Coronabezug.
    Nutze die Transparenzsatzungen Deiner Stadt und frage beimGesundheitsamt den Implementierungsstatus des SORMAS und die Personalausstattung im Zeitverlauf dieses Jahres ab.
    Nutze die Transparenzgesetze Deines Bundeslandes und erfrage die im Sommer getroffenen Maßnahmen und die Anzahlder damit befassten Mitarbeiter im Zeitverlauf.

    Beispielsweise.

    Was sollen die denn machen? Sich nicht beklagen?

    Es ist eben die Frage, die im Beitrag angesprochen wird: Wie kann man sich erst "außerhalb" des Sozialstaats stellen und ihn dann einfordern? Konstruktionen um genau das zu verhindern gibt es ja zur genüge. Unterstellt das wäre/würdegeschehen: Wie hoch wäre der absolute Auszahlungsbetrag aus einer solchen Versicherung? Das kann jetzt endlos diskutiert werden. Ergebnislos.

    Im gezeigten Beitrag wurde ein Punkt nicht angesprochen, der v.a. das von Danny angesprochene Theater betrifft: Den staatlichen Kulturträgern (Theater,Museen,...) ist es verboten, Engagements trotz Veranstaltungsausfall zu erfüllen, sprich so zu tun, als ob es stattgefunden hat und die Künstler:innen bezahlen.


    Die Hälfte der Kulturförderung in Deutschland wird von den Gemeinden geleistet, denen jetzt u.a. die Gewerbesteuereinnahmen wegbrechen. Über alle Ebenen (Bund,Länder, Gemeinden) waren das 2015 126,77 Euro pro Kartoffelnase, in toto 10,4 Mill. Euro oder: Eine Lufthansa oder ein Fünftel Cum-Ex. Nachlesbar hier.


    Naja, ich freue mich jedenfalls darauf, dass dieses Thema ein fixer Bestandteil des Formats ist und nicht bei erstbester Gelegenheit unsichtbar wird.


    Was mir darüberhinaus aufgefallen ist: Je näher eine Leistung am Körper ist, desto prekärer geht es den dort arbeitenden Menschen: Pflege, Nahrungsmittel, Kleidung, Kultur.

    Zu Stefan und seiner 75-Prozent-Umsatz-Erstattung: Dir kann geholfen werden.Im Falle, Du hattest in 2019 im November ungewöhnlich wenig Umsatz, wird Dir 1/12 des Jahresumsatzes aus 2019 erstattet. Hüpf zum BMF


    Ansonsten: Ihr hattet den Fratzscher im großen Bild und habt sein Chancenerbe vergessen! Shame! ;)

    Das Clickdings ist "einfach" eine weitere Stufe des Taylorismus, also der Algorithmierung von Produktionsprozessen, die zu den angesprochenen Darkfactories geführt hat. D.h. so wie sich der Fabrikarbeiter in die Anordnung/Bedienung der Taktstraßen einfügte und anschließend durch Roboter ersetzt wurde, so fügt sich der Clickworker in die digitalen Prozesse ein und wird folgerichtig durch Software ersetzt. Oder anders: Der Fabrikarbeiter bediente auch nur eine Mensch-Maschine-Schnittstelle, nur eben anders.


    Was bereits heute der Fall ist: Es gibt bereits B2B-Versteigerungsplattformen, die auch/ausschließlich von Bots/Agenten bevölkert werden und damit ein virtuelles Liefernetz bilden, welches spontan gebildet und wieder gelöst werden kann.


    Das Arbeitsplatzargument von JennyGnther ist keins: Mechanische Feldbearbeitung ist (in der entwickelten Welt) abgeschafft, weil das keine menschengerechten Tätigkeiten sind. Beispielsweise. Weitere Beispiele lassen sich leicht finden. Oder anders: Diese Arbeitsplätze gehören zu recht abgeschafft.


    Das führt zu zweierlei: Die Produktivität einer "Arbeiterstunde" wird sich weiter "Unendlich" annähern. D.h. die Preise sinken dramatisch (vgl. Landwirtschaft: Was kostet ein Kilogramm Getreide heute und vor 100 Jahren in Arbeitsstunden? Das Verhältins ist ungefähr 1:100.).


    Andererseits stellt sich immer mehr die Frage: Wie wird der Zugang zu den Waren/Dienstleistungen geregelt? Aktuell wird die Zugänglichkeit über die Besetzung eines Arbeitsplatzes bzw. dem Eigentum an Kapital gewährt. In zunehmendem Maße haben wir eine unerhörte Warenvielfalt und -anzahl, dass der klassische Ansatz nicht mehr ausreichen wird. Diese Frage des Zugangs stellt sich auch bereits in der Übergangsphase.

    Ich stimme Stefan zu, dass wir es mit einer Zeitenwende zu tun haben, allerdings auch mit einer, bei der es sich um eine Art Echo, der von vor 200 Jahren handelt. Damals war die Lösung "Ausweitung der Konsumentenbasis", die sich mglw. noch eine ganze Weile praktizieren lässt. Nicht ohne Grund entwickelt China wesentliche Teile Afrikas.